Doldige Andenbeere (Jaltomata umbellata)

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Jaltomata umbellata: Merkmale, Nebelwüsten-Ökologie und Botanik

In den küstennahen Nebelwüsten rund um Lima, den sogenannten Lomas auf 300 bis 500 Metern Höhe, überdauert Jaltomata umbellata als bis zu einen Meter hoher Strauch. Sein Artname umbellata (doldentraubig) beschreibt die charakteristischen Blütenstände, in denen jeweils vier bis neun glocken- bis radförmige Blüten mit rotem Nektar wie kleine Schirme zusammenstehen.

Das Nachtschattengewächs (Solanaceae) wurde 1799 von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón y Jiménez in ihrem Werk Flora Peruviana, et Chilensis erstmals als Atropa umbellata beschrieben. Im Jahr 1993 stellten die Botaniker Thomas Mione und Michael Nee die Art in die Gattung Jaltomata, wo sie heute ihren festen Platz in der Systematik hat.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Solanales
  • ∟ Familie Solanaceae
  • ∟ Gattung Jaltomata
  • ∟ Art Jaltomata umbellata (Doldige Andenbeere)

Lebendiger Puls

Morphologie

Spross und Blätter

Jaltomata umbellata wächst als kompakter Strauch bis zu einer Höhe von einem Meter. Die Triebe sowie die Außenseiten der Blütenkelche tragen ein doppeltes Haarkleid aus geraden, drüsigen und kürzeren, verzweigten, nicht-drüsigen Trichomen.

Die ganzrandigen, eiförmigen und nach vorn spitz zulaufenden Blattspreiten bleiben unter elf Zentimetern Länge und acht Zentimetern Breite.

Blütenstände, Blütenorgane und Früchte

Die namensgebenden Blütenstände bündeln vier bis neun Blüten an einem 4,5 bis 11 Millimeter langen Blütenstandsstiel, während die dicht drüsig behaarten Einzelblütenstiele sechs bis neun Millimeter messen. Der feine Aufbau der reproduktiven Organe zeigt ausgeprägte Merkmale:

  • Die 6,5 bis 8 Millimeter lange Kronröhre ist teilweise oder komplett mit rotem Nektar gefüllt und geht in einen cremefarbenen bis blassgrünen, rad- bis glockenförmigen Kronsaum von 14 bis 23 Millimetern Durchmesser über, der auch nachts geöffnet bleibt.
  • Die fünf Staubblätter ragen bis zu sieben Millimeter über die Krone hinaus, werden von einem acht bis über dreizehn Millimeter langen Griffel überragt und hinterlassen nach der Befruchtung eine orangefarbene Beere auf einem sich vergrößernden, sechs bis acht Millimeter weiten Fruchtkelch.

Anwendungen

Die reifen, orangefarbenen Beeren sind essbar und werden in den Küstenregionen Perus gelegentlich als süße Wildfrucht genutzt. Darüber hinaus wird die Art in botanischen Gärten und universitären Forschungssammlungen kultiviert, um Bestäubungsmechanismen und die ausgeprägte zeitliche Trennung von männlicher und weiblicher Blütenphase (Protogyny) zu untersuchen.

Interessante Fakten

Präzisionsmechanik in der Küstennebelwüste

Der Lebensraum von Jaltomata umbellata im Departement Lima gehört zu den klimatisch ungewöhnlichsten Küstenstreifen Südamerikas: Es fällt fast nie Regen, doch kühle Meeresströmungen erzeugen dichte Nebelbänke (Garúa), die an den Hängen zwischen 300 und 500 Metern Höhe kondensieren. In dieser kurzen feuchten Phase muss die Pflanze nicht nur Feuchtigkeit einfangen, sondern auch ihre Bestäubung und Samenbildung mit höchster Effizienz abschließen.

Dafür greifen mikroskopische Oberflächendetails und eine präzise Blütenchoreografie nahtlos ineinander:

  • Das zweischichtige Kleid aus geraden Drüsenhaaren und kurzen, verzweigten Trichomen auf Trieben, Blütenstielen und Kelchen schützt das Gewebe vor kleineren Fraßfeinden und hilft zugleich, feinste Nebeltröpfchen aus der streichenden Küstenluft abzufangen.
  • In der Blüte ragt die empfängnisbereite Narbe bis zu acht Millimeter über die Staubblätter hinaus, während die ungeöffnet noch rund zwei Millimeter langen Staubbeutel beim Aufspringen auf etwa 1,2 Millimeter schrumpfen — eine räumliche Anordnung, die zusammen mit dem Tag und Nacht verfügbaren roten Nektar die Fremdbestäubung fördert, damit in jedem Fruchtblatt zuverlässig 70 bis 78 Samenanlagen zu keimfähigen Samen heranreifen.

Verbreitungsgebiet

  • Peru

Quellen

  • Mione, T., Anderson, G. J., & Nee, M. (1993). Jaltomata I: circumscription, description, and new combinations for five South American species (Solaneae, Solanaceae). Brittonia, 45(2), 138–145.
  • Plants of the World Online (POWO). Royal Botanic Gardens, Kew: Jaltomata umbellata (Ruiz & Pav.) Mione & M.Nee.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Jaltomata umbellata.

Technische Information

Taxonsynonyme: Atropa rothii, Kokabus umbellatus, Atropa revoluta, Saracha lobata, Saracha villosa, Witheringia zuccagniana, Witheringia villosa, Hebecladus turneri, Atropa villosa, Saracha zuccagniana

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Grünblütige Andenbeere

Grünblütige Andenbeere

Jaltomata viridiflora

Hochandiner Strauch oder krautige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse mit blassgrünen Röhrenblüten und orange-rötlichen …