Zweifarbige Strahlige Spinnenlilie (Lycoris radiata f. bicolor)

Zweifarbige Spinnenlilie Zweifarbige Lycoris
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Lycoris radiata f. bicolor: Herkunft, Merkmale und Besonderheiten

In ostasiatischen Steingärten zieht diese seltene Form der roten Spinnenlilie durch ihre charakteristischen zweifarbigen Blütenblätter alle Blicke auf sich. Die Pflanze besticht durch eine außergewöhnliche Farbkombination aus Weiß- und Rottönen, die sich entlang der Blütenhüllblätter verteilen. Als botanische Rarität ist sie vor allem bei Sammlern und in traditionellen Gärten geschätzt.

Wie für diese Pflanzengruppe typisch, erscheinen die Blüten im Spätsommer direkt aus dem kahlen Boden, noch bevor sich das Laub entwickelt. Diese zeitliche Trennung von Blüte und Blatt verleiht der Pflanze eine fast mystische Ausstrahlung. Ihre Pflege erfordert Geduld und Schutz vor strengen Frösten.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • monocots (Einkeimblättrige Pflanzen)
  • Ordnung Asparagales
  • Familie Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse)
  • Unterfamilie Amaryllidoideae
  • Tribus Lycorideae
  • Gattung Lycoris (Spinnenlilien)
  • Art Lycoris radiata (Rosarote Spinnenlilie)
  • Form Lycoris radiata f. bicolor (Zweifarbige Strahlige Spinnenlilie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die vegetative Struktur von Lycoris radiata f. bicolor basiert auf einer eiförmigen bis subglobosen Zwiebel, die als Überdauerungsorgan dient. Aus dieser entwickeln sich im Herbst schmale, riemenförmige Blätter mit einem hellen Mittelstreifen.

Der Blütenstand weist folgende morphologische Besonderheiten auf:

  • Blütenstängel: Aufrecht, kräftig und blattlos, meist zwischen 30 und 50 Zentimeter hoch.
  • Blütenkrone: Doldenartig angeordnete Blüten mit stark zurückgebogenen, gewellten Blütenhüllblättern.
  • Farbe: Einzigartiges Muster aus roten und weißen Streifen oder Nuancen.
  • Staubblätter: Weit herausragend, was den charakteristischen, spinnenartigen Eindruck erzeugt.

Blütezeit

Spätsommer bis Frühherbst

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

In der Gartenkultur eignet sich diese Form hervorragend für halbschattige Rabatten, Steingärten und Gehölzränder. Die auffällige Blütenpracht im Spätsommer setzt gezielte Farbakzente in Phasen, in denen viele andere Stauden bereits verblüht sind.

Aufgrund der hohen Konzentration an Alkaloiden in allen Pflanzenteilen wird sie zudem im asiatischen Raum traditionell zur Abwehr von Schädlingen und Wühlmäusen gepflanzt. Als Schnittblume ist sie trotz ihrer Schönheit wegen des schnellen Welkens nur bedingt geeignet.

Interessante Fakten

In Japan ist die Spinnenlilie eng mit Legenden über das Jenseits verknüpft und wird oft an Friedhöfen angepflanzt. Die zweifarbige Variante gilt im Vergleich zur rein roten Form als Symbol für Wandel und Seltenheit.

Die folgenden Fakten machen diese Pflanze besonders:

  • Nahrungsquelle: Trotz ihrer Giftigkeit ziehen die Blüten zahlreiche Schmetterlinge an.
  • Giftigkeit: Enthält das Alkaloid Lycorin, welches für Menschen und Haustiere hochgradig giftig ist.
  • Überlebensstrategie: Die Blätter wachsen erst nach der Blüte und überdauern den Winter, um im Frühjahr einzuziehen.

Verbreitungsgebiet

  • China
  • Japan

Quellen

  • Kew Science: Plants of the World Online (POWO)
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
  • World Flora Online (WFO)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, Tropicos

Siehe auch

Bitterholzbaum

Bitterholzbaum

Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …

Echte Araukarien

Echte Araukarien

Araucaria sect. Araucaria

Araucaria sect. Araucaria ist eine botanische Sektion innerhalb der Gattung der Araukarien. Sie umfasst markante …

Affenbaum

Affenbaum

Araucaria

Die Araukarien sind eine faszinierende Gattung immergrüner Koniferen, die als lebende Fossilien gelten. Sie stammen …