Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Mellissia begoniifolia ist ein stark verzweigter, oft knorrig wachsender Zwergstrauch, der weltweit ausschließlich an den trockenen, windumtosten Felshängen der südatlantischen Vulkaninsel St. Helena vorkommt. Sein Art-Epitheton begoniifolia bedeutet „begonienblättrig“ und verweist auf die leicht asymmetrischen, herzförmig-ovalen Laubblätter, deren Form an die Blätter von Begonien erinnert.
Die Art bildet die einzige Vertreterin der monotypischen Gattung Mellissia (innerhalb der auf der Insel heimischen Zwergsträucher nach dem britischen Ingenieur und Naturforscher John Charles Melliss benannt). Ursprünglich wurde die Pflanze 1806 von William Roxburgh als Physalis begoniifolia beschrieben, bevor Joseph Dalton Hooker sie 1867 in eine eigene Gattung stellte.
Mellissia begoniifolia wächst als dichter, sparrig verzweigter Strauch mit brüchigen, hellbraunen bis grauen Zweigen und erreicht meist eine Wuchshöhe von 0,5 bis 1,5 Metern. Die Rinde älterer Äste ist rau und knorrig, was der Pflanze in den steinigen Küstenlagen einen gedrungenen Charakter verleiht.
Die wechselständig oder paarweise genähert stehenden Blätter sind fleischig-weich, eiförmig bis fast herzförmig und an der Basis oft leicht schief ausgebildet. Junge Triebe und Blätter tragen klebrige Drüsenhaare, die einen strengen, charakteristischen Eigengeruch verströmen.
Blüht während der feuchteren Winter- und Frühlingsmonate auf der Südhalbkugel
Aufgrund ihrer extremen Seltenheit in der freien Natur spielt Mellissia begoniifolia vor allem in wissenschaftlichen Ex-situ-Erhaltungsprogrammen und spezialisierten botanischen Sammlungen eine wichtige Rolle. Nachdem die Art über ein Jahrhundert lang als ausgestorben galt und 1998 an einem steilen Felshang auf St. Helena wiederentdeckt wurde, gelang es unter anderem den Royal Botanic Gardens in Kew sowie Schutzstationen auf St. Helena, die Pflanze aus Samen und Stecklingen für Auswilderungsprojekte nachzuziehen.
In der regulären Gartenkultur wird der Strauch nicht verwendet, dient aber in Forschungsgewächshäusern als lebendiges Modellobjekt, um die Bestäubungsökologie und genetische Vielfalt isolierter Insel-Endemiten zu untersuchen.
Die Überlebensstrategie von Mellissia begoniifolia an den salzigen, trockenen und stark erodierten Steilhängen im Südosten von St. Helena gleicht einem präzise getakteten Kalender, der den extremen Jahreszeiten der Vulkaninsel Rechnung trägt.
Statt ihr Laub wie viele Pflanzen gemäßigter Zonen im Winter abzuwerfen, zieht sich Mellissia begoniifolia während der heißesten und trockensten Monate in eine Ruhephase zurück. Sobald die seltenen Winterregen einsetzen, treibt der scheinbar leblose, knorrige Strauch innerhalb kürzester Zeit frische, saftige Blätter und hunderte nickende Glockenblüten aus.
Diese zeitliche und funktionelle Abstimmung — erst Schutzraum für die reifende Frucht, dann Flugapparat für die nächste Generation genau zum Beginn der windreichen Periode — zeigt eine beeindruckende Zweckmäßigkeit bis ins kleinste Detail.
Taxonsynonyme: Withania begonifolia, Withania begoniifolia, Physalis begoniifolia
Picrasma
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