Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Metasequoia disticha ist ein ausgestorbener, hochwachsender Nadelbaum, der während des Tertiärs ausgedehnte Auen- und Sumpfwälder auf der Nordhalbkugel prägte. Sein Artname disticha stammt aus dem Griechischen und bedeutet „zweizeilig“, was auf die flache, kammartige Anordnung der weichen Nadeln entlang der kurzen Seitentriebe verweist.
Die Art gehört zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) in die Unterfamilie Sequoioideae und wurde ursprünglich vom Schweizer Paläobotaniker Oswald Heer als Sequoia disticha beschrieben. Im Jahr 1941 erkannte der japanische Botaniker Shigeru Miki anhand hervorragend erhaltener Fossilien aus den Ton- und Braunkohleschichten Zentraljapans die grundlegenden Unterschiede zu den echten Mammutbäumen und stellte für diesen Baum die neue Gattung Metasequoia auf.
Obwohl Metasequoia disticha nur durch versteinerte Abdrücke, inkohlte Zweige und Zapfen aus tertiären Sedimenten überliefert ist, lässt sich der Aufbau des Baumes bis ins kleinste anatomische Detail rekonstruieren. Shigeru Miki fiel bei der Untersuchung der japanischen Funde sofort auf, dass die Verzweigungsarchitektur einem streng paarigen Muster folgt.
Die genaue Betrachtung der fossilen Abdrücke von Metasequoia disticha löste in der Paläobotanik ein langes Rätsel darüber, wie große Nadelwälder im warmen Tertiär hoch im Norden überleben konnten. In jenen hohen Breitengraden war das Klima zwar mild, doch die Bäume mussten jedes Jahr mehrere Monate völliger arktischer Dunkelheit überstehen, in denen keine Photosynthese möglich war.
Ein immergrünes Nadelkleid hätte in dieser lichtlosen warmen Phase durch fortlaufende Zellatmung sämtliche Energiereserven des Baumes aufgezehrt. Durch ein präzise vorgeformtes Trennungsgewebe an der Basis der federartigen Kurztriebe konnte Metasequoia disticha im Herbst seine gesamte photosynthetische Oberfläche samt den dünnen Seitenzweigen kontrolliert abwerfen und den Stoffwechsel bis zur Rückkehr der Frühlingssonne nahezu vollständig herunterfahren — ein fein abgestimmter Energiesparmechanismus, den Shigeru Miki 1941 allein aus der Struktur der fossilen Tonabdrücke herauslas, noch bevor wenige Jahre später in China eine eng verwandte lebende Art entdeckt wurde.
Picrasma
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