Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Milicia regia ist ein stattlicher, zweihäusiger Tropenbaum mit einer breiten, dunkelgrünen Krone und einem kerzengeraden Stamm, der in den Hochwäldern, Flusstälern und baumbestandenen Savannen Westafrikas von Senegal bis Ghana beheimatet ist. Das lateinische Art-Epitheton regia bedeutet „königlich“ und verweist auf den majestätischen Wuchs dieses Urwaldriesen, der im westafrikanischen Holzhandel zusammen mit seiner Schwesterart als wertvoller Lieferant von Iroko- oder Odum-Holz geschätzt wird.
Botanisch gehört die Art zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) innerhalb der Tribus Moreae. Sie wurde 1912 vom französischen Botaniker Auguste Jean Baptiste Chevalier anhand von Sammlungen aus dem Bergland Fouta Djallon in Guinea erstmals als Chlorophora regia beschrieben, später zeitweise der Gattung Maclura zugeordnet und 1982 von Cornelis Christiaan Berg in die wiedererrichtete Gattung Milicia überführt.
Der hoch aufragende, gerade Stamm erreicht einen Durchmesser von bis zu einem Meter und wird von einer glatten, rötlich-braunen Rinde umhüllt. Darüber wölbt sich eine weit ausladende, abgerundete Krone aus dichtem, dunkelgrünem Laub.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sitzen an kurzen Blattstielen (Petiolen) und besitzen eine eiförmige Spreite mit glattem, ungezähntem Rand. Sie werden bis zu 7 Zentimeter lang und zeichnen sich durch 7 bis 11 deutlich erkennbare Paare von Seitennerven aus.
Als zweihäusige (diözische) Pflanze trägt die Art männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen, wobei die Blüten als Kätzchen in den Blattachseln entspringen:
Das Kernholz von Milicia regia wird zusammen mit dem der eng verwandten Art Milicia excelsa unter den Handelsnamen Iroko oder Odum geführt und zählt zu den begehrtesten Bau- und Konstruktionshölzern Westafrikas. Es zeigt eine gelbbraune bis tiefbraune Färbung mit markanten dunkleren Adern sowie einer groben Textur und zeichnet sich durch eine natürliche Resistenz gegenüber Termiten und holzzersetzenden Pilzen aus, während holzbohrende Insekten lediglich das helle Splintholz angreifen können.
Im dichten Blätterdach westafrikanischer Wälder ist der Transport von Blütenstaub durch den Wind ein schwieriges Unterfangen, da Laubmassen die Luftströmungen abbremsen. Bei Milicia regia sind Wuchsform und Blühzeitpunkt der beiden Geschlechter jedoch wie Zahnräder eines fein abgestimmten Uhrwerks aufeinander ausgerichtet.
Versuche, diesen wertvollen Holzlieferanten in sortenreinen Plantagen anzubauen, scheitern regelmäßig an einem winzigen, hochspezialisierten Gegenspieler aus der Insektenwelt. Der Blattfloh Phytolyma lata spürt junge Bäume zielsicher auf und legt seine Eier in die austreibenden Knospen, woraufhin die schlüpfenden Larven das Pflanzengewebe zur Bildung von Pflanzengallen (Wucherungen als Schutz- und Nährkammer) anregen.
Bricht die Galle auf, um das erwachsene Insekt freizugeben, stirbt der geschwächte Trieb oft ab, was besonders bei dicht stehenden Sämlingen zum Verlust der gesamten Pflanze führt. Im artenreichen Naturwald sorgt genau dieser Mechanismus dafür, dass Milicia regia nur vereinzelt zwischen anderen Baumarten heranwächst und niemals monotone Reinbestände bildet.
Taxonsynonyme: Chlorophora regia, Maclura regia
Picrasma
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