Winzigblättriger Kleinblättriger Kaimbaum (Mitragyna parvifolia var. microphylla)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Mitragyna parvifolia var. microphylla: Merkmale und Herkunft

Mitragyna parvifolia var. microphylla ist eine kleinblättrige Varietät eines stattlichen, laubabwerfenden Baumes, der in den saisonal trockenen Monsunwäldern von Myanmar und den angrenzenden Regionen Südostasiens wächst. Während bereits der Artname parvifolia aus dem Lateinischen „kleinblättrig“ bedeutet, unterstreicht das griechische Varietätsepitheton microphylla („winzigblättrig“) das noch feinere Laubwerk dieser regionalen Sippe.

Das Taxon gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und wurde 1877 vom deutschen Botaniker Wilhelm Sulpiz Kurz in seiner Forstflora von Britisch-Burma erstmals als Varietät beschrieben. Nach einer Neukombination durch Colin Ernest Ridsdale im Jahr 1978 wird die Sippe in heutigen Referenzdatenbanken meist direkt der vielgestaltigen Hauptart Mitragyna parvifolia zugeordnet.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Gentianales
  • ∟ Familie Rubiaceae
  • ∟ Unterfamilie Cinchonoideae
  • ∟ Tribus Naucleeae
  • ∟ Gattung Mitragyna (Kratom)
  • ∟ Art Mitragyna parvifolia (Kleinblättriger Kaim-Baum)
  • ∟ Varietät Mitragyna parvifolia var. microphylla (Winzigblättriger Kleinblättriger Kaimbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Stamm und feingliedrige Krone

Der Baum erreicht eine beträchtliche Höhe mit einem geraden, oft leicht spannrückigen Stamm und einer breit ausladenden Krone. In der ausgeprägten Trockenzeit wirft er sein Laub vorübergehend ab, um den Wasserverlust zu begrenzen.

Blätter, Nebenblätter und Blütenköpfe

Wie bei vielen tropischen Vertretern der Rötegewächse zeigen die Blätter und Blütenstände eine streng symmetrische Anordnung:

  • Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind bei dieser Varietät besonders kompakt, elliptisch bis verkehrt-eiförmig und ganzrandig.
  • Zwischen den Blattstielen sitzen paarige Interpetiolarstipeln — flache Nebenblätter, die die empfindlichen jungen Endknospen wie eine schützende Hülle umschließen und nach dem Entfalten der Blätter abfallen.
  • Die winzigen, trichterförmigen und süßlich duftenden Einzelblüten sind zu dichten, vollkommen kugelrunden Köpfchen zusammengefasst, aus denen sich später verholzte Kapselfruchtstände mit kleinen, geflügelten Samen entwickeln.

Anwendungen

Forstwirtschaft und traditionelle Holznutzung

Als Bestandteil der Waldbestände von Myanmar und dem südlichen Asien liefert der Baum ein gleichmäßig strukturiertes, hellbraunes bis gelbliches Nutzholz. Es lässt sich gut drechseln und glätten, weshalb es vor Ort für den Innenausbau, für Möbel, landwirtschaftliche Geräte sowie für Schnitzarbeiten geschätzt wird.

Interessante Fakten

Zweistufige Blütenpräsentation für maximale Bestäubung

In einem dicht gedrängten, kugelrunden Blütenkopf stehen Hunderte winziger Einzelblüten auf engstem Raum zusammen, was das Risiko einer ungewollten Selbstbestäubung stark erhöht. Um dies zu verhindern, nutzt Mitragyna parvifolia var. microphylla die sogenannte sekundäre Pollenpräsentation — einen zeitlich und mechanisch fein abgestimmten Ablauf.

  • Noch in der geschlossenen Knospe öffnen sich die Staubbeutel und streifen ihren Blütenstaub auf den noch unreifen, keulenförmigen Griffelkopf ab, der in seiner Form an eine Bischofsmütze (griechisch mitra, daher der Gattungsname Mitragyna) erinnert.
  • Sobald sich die Blüte öffnet, wächst der Griffel in die Länge und hebt den fremden Pollen genau auf die Anflughöhe von Insekten; erst nachdem der eigene Blütenstaub abgetragen wurde, gibt die Narbe ihre empfängnisbereite Oberfläche für den Pollen anderer Bäume frei.

Verkleinerte Blattfläche als Hitzeschutz im Monsunwald

Auch das namensgebende Merkmal der Varietät — die deutlich verkleinerte Blattspreite (microphylla) — erfüllt eine präzise physikalische Funktion im wechselfeuchten Klima Burmas. Kleinere Blätter besitzen eine dünnere ruhende Luftschicht an ihrer Oberfläche, sodass sie durch vorbeistreichenden Wind schneller abkühlen und selbst in der heißen Übergangszeit vor dem Monsun weiter Photosynthese betreiben können, ohne zu überhitzen.

Verbreitungsgebiet

  • Myanmar
  • Thailand

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bitterholzbaum

Bitterholzbaum

Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …

Echte Araukarien

Echte Araukarien

Araucaria sect. Araucaria

Araucaria sect. Araucaria ist eine botanische Sektion innerhalb der Gattung der Araukarien. Sie umfasst markante …

Affenbaum

Affenbaum

Araucaria

Die Araukarien sind eine faszinierende Gattung immergrüner Koniferen, die als lebende Fossilien gelten. Sie stammen …