Bach-Quellkraut
Montia fontana
Kosmopolitisch verbreitete, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kalkarmer Quellfluren mit saftig-grünen Trieben und winzigen weißen Blüten.
Montia calcicola ist eine unscheinbare, bodennah wachsende Gebirgspflanze aus den kühlen Nebelwald- und Hochlandregionen Mittelamerikas und Südmexikos. Ihr lateinisches Artepitheton calcicola bedeutet „kalkbewohnend“ und verweist direkt auf ihre enge Bindung an feuchte, moosbedeckte Kalksteinfelsen und kalkreiche Sickerfluren.
Erstbeschrieben wurde die Art im Jahr 1944 von den amerikanischen Botanikern Paul Carpenter Standley und Julian Alfred Steyermark anhand von Herbarbelegen aus den Bergen Guatemalas. In den vorliegenden Basisdaten sind Familie und Ordnung nicht ausgewiesen; in modernen Datenbanken wie POWO und WFO wird das Taxon teilweise als Synonym zur weitverbreiteten Montia fontana L. gestellt oder als eigenständige neotropische Sippe geführt.
Die Pflanze wächst als zartes, kahles Kraut mit dünnen, stark verzweigten Stängeln, die dem feuchten Gestein aufliegen oder zwischen Moospolstern aufsteigen. Durch ihre geringe Wuchshöhe von wenigen Zentimetern bildet sie dichte, flache Rasen in geschützten Felsspalten.
Die gegenständigen Blätter sind leicht sukkulent (wasserspeichernd) und sitzen mit einer scheidenartig verbreiterten Basis direkt am Stängel oder an sehr kurzen Stielen. Ihre Spreiten sind ganzrandig, spatelförmig bis schmal verkehrt-eiförmig und nur wenige Millimeter bis knapp über einen Zentimeter lang.
Die winzigen, unscheinbaren Blüten stehen einzeln oder in armblütigen Wickeln in den oberen Blattachseln und an den Triebspitzen. Zwei breit-rundliche, grüne Kelchblätter umschließen die weißen, am Grund kurz verwachsenen Kronblätter sowie später die heranreifende Kapselfrucht.
Späte Regenzeit bis frühe Trockenzeit in den tropischen Hochlagen (Juli bis Dezember)
Während fast alle nahen Verwandten der Gattung saures, kalkarmes Quellwasser und Silikatgestein bevorzugen, hat Montia calcicola eine gegensätzliche ökologische Nische im Karstgebirge der Sierra de los Cuchumatanes und des angrenzenden Chiapas besiedelt. Das Überleben auf porösem Kalkstein in über 2.500 Metern Höhe erfordert eine präzise physiologische Abstimmung von Wasserhaushalt und Nährstoffaufnahme.
In kalkreichen Sickerfluren liegt der pH-Wert des Wassers im alkalischen Bereich, wodurch lebenswichtige Spurenelemente wie Eisen und Phosphor chemisch gebunden und für gewöhnliche Quellpflanzen kaum verfügbar sind. Gleichzeitig trocknet poröser Kalkfels nach Regenfällen rasch ab und kühlt in tropischen Gebirgsnächten stark aus.
Taxonsynonyme: Crunocallis calcicola
Montia fontana
Kosmopolitisch verbreitete, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kalkarmer Quellfluren mit saftig-grünen Trieben und winzigen weißen Blüten.
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