Quellkraut (Montia)

Bach-Quellkraut Wasser-Portulak
IUCN: Nicht gefährdet
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Montia (Quellkraut): Merkmale, Lebensraum und Verwendung

Die Gattung Montia, im deutschsprachigen Raum als Quellkraut bekannt, umfasst zarte, leicht sukkulente Krautpflanzen, die an kühlen Quellfluren, klaren Bächen und feuchten Ufern auf fast allen Kontinenten gedeihen. Ihren wissenschaftlichen Namen erhielt die Gattung zu Ehren des italienischen Botanikers und Chemikers Giuseppe Monti aus Bologna, während ihre Vertreter für ihre frischen, vitaminreichen Blätter bekannt sind.

Botanisch bildet Montia die namensgebende Gattung der Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae) innerhalb der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales), nachdem sie früher lange Zeit zu den Portulakgewächsen gezählt wurde. Wissenschaftlich erstbeschrieben wurde sie im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum anhand der Typusart Montia fontana.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)

Lebendiger Puls

Botanische Illustration

Botanische Illustration

Morphologie

Die Vertreter der Gattung Montia sind kleinwüchsige, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen mit völlig kahlen, oft leicht fleischigen Trieben. Ihre Stängel wachsen meist niederliegend bis aufsteigend, verzweigen sich stark und bilden an den Knoten (Nodien — den Verdickungen am Stängel, an denen die Blätter entspringen) feine Wurzeln oder Ausläufer, wodurch dichte grüne Matten auf nassem Untergrund entstehen.

Blätter und Triebaufbau

Die Laubblätter stehen meist gegenständig oder wechselständig am Stängel und besitzen keine Nebenblätter. Ihre leicht sukkulente, also wasserspeichernde Struktur schützt das Gewebe auch dann, wenn flache Uferzonen im Sommer kurzzeitig trockenfallen.

  • Blattform: Die Spreiten variieren je nach Art von schmal-linealisch über lanzettlich bis hin zu spatelförmig oder verkehrt-eiförmig.
  • Blattbasis: Am Grund gehen die Blätter oft fließend in einen kurzen Stiel über oder umschließen den Stängel leicht scheidig.

Blüten und Früchte

Die winzigen, überwiegend weißen oder zart rosafarbenen Blüten stehen einzeln oder in lockeren, end- beziehungsweise seitenständigen Zymen (Trugdolden — Blütenständen, bei denen die Hauptachse durch eine Endblüte abgeschlossen wird und Seitenzweige das Wachstum fortsetzen). Zwei dauerhafte, krautige Hochblätter umschließen den Blütenboden wie ein schützender Kelch.

  • Blütenhülle: Die fünf Kronblätter sind am Grund oft zu einer kurzen, auf einer Seite geschlitzten Röhre verwachsen, wobei zwei Kronzipfel häufig etwas größer ausgebildet sind als die übrigen drei.
  • Fortpflanzungsorgane: Im Inneren befinden sich drei bis fünf Staubblätter sowie ein oberständiger Fruchtknoten mit einem kurzen Griffel, der in drei Narbenästen endet.
  • Kapselfrucht: Nach der Reife bildet sich eine kugelige bis eiförmige Kapsel, die sich mit drei Klappen der Länge nach öffnet und ein bis drei schwarze, linsenförmige Samen freigibt.

Blütezeit

Je nach geografischer Breite und Höhenlage blühen die meisten Arten vom späten Frühjahr bis in den Spätsommer.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Alle Arten der Gattung Montia besitzen essbare, mild schmeckende Blätter, die reich an Vitamin C sind. Besonders in Westeuropa, etwa in der traditionellen Küche Frankreichs und der Iberischen Halbinsel, werden die jungen Triebe des Bach-Quellkrauts (Montia fontana) roh als frischer Wildsalat oder gedünstet als feines Frühlingsgemüse geschätzt.

Auch im nordamerikanischen Raum haben die Pflanzen unter dem Namen miner's lettuce (Bergmannssalat) eine lange Tradition als schützende Frischkost gegen Skorbut, wobei dieser Name historisch vor allem durch nahe verwandte und früher zu Montia gezählte Arten geprägt wurde. Da die Pflanzen in freier Natur an Gewässern wachsen, sollten Wildsammlungen vor dem Verzehr stets gründlich gewaschen oder kurz erhitzt werden, um eine Übertragung von Wasserparasiten wie dem Großen Leberegel auszuschließen.

Interessante Fakten

Obwohl Quellkräuter auf den ersten Blick wie unscheinbare Uferpflanzen wirken, verfügen sie über bemerkenswert präzise abgestimmte Mechanismen zur Samenverbreitung und Bestäubung in kalt-feuchten Lebensräumen. Jedes Detail der winzigen Fruchtkapsel arbeitet wie ein feinmechanisches Federwerk, das exakt auf die Bedingungen am Wasser angepasst ist.

Ballistische Samenkatapulte und Ameisentaxis

Wenn die rundliche Kapselfrucht von Montia heranreift, trocknen ihre drei Fruchtklappen unter zunehmender Gewebespannung ein. Sobald die Kapsel aufreißt, rollen sich die Ränder der Klappen ruckartig nach innen zusammen und pressen die glatten Samen mit hohem Druck heraus, sodass diese weit vom Mutterpolster weggeschleudert werden.

  • Mikroskopische Samenschale: Bei Montia fontana ist die Oberfläche der schwarzen Samen mit winzigen Höckern oder glänzenden Netzstrukturen versehen, deren exakte Geometrie nicht nur die Schwimmfähigkeit im Bachwasser beeinflusst, sondern Botanikern auch als wichtigstes Merkmal zur Unterscheidung der Unterarten dient.
  • Nährkörper für Insekten: Einige Arten statten ihre Samen zusätzlich mit einem Elaiosom aus — einem fettreichen Anhängsel, das Ameisen als Nahrungsquelle anlockt und dafür sorgt, dass die Samen gezielt in sichere Bodenritzen abtransportiert werden.

Sichere Bestäubung bei kaltem Regenwetter

An kühlen Gebirgsbächen und im zeitigen Frühjahr bleiben bestäubende Insekten aufgrund von Kälte und Nässe oft tagelang aus. Viele Montia-Arten sichern ihren Fortbestand daher durch Kleistogamie — die Fähigkeit zur Selbstbestäubung in geschlossenen Blüten, noch bevor sich die Kronblätter überhaupt öffnen oder selbst unter einer dünnen Wasserschicht.

Verbreitungsgebiet

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Spanien
  • Italien
  • Polen
  • Niederlande
  • Dänemark
  • Schweden
  • Finnland
  • Island
  • Estland
  • Kroatien
  • Russland
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Mexiko
  • Chile
  • Peru
  • Argentinien
  • Australien
  • Neuseeland
  • Papua-Neuguinea

Natürliche Varietäten

Art
Montia calycina

Montia calycina

Endemische, mattenbildende Pflanze aus Neuseeland mit schmalen grünen Blättern und auffälligem Blütenkelch, die von den Küsten bis in alpine Geröllfelder …

Art
Montia angustifolia

Montia angustifolia

Zarte, rasenbildende Uferpflanze Neuseelands mit schmal linealischen Blättern, die an den periodisch überfluteten Rändern von Bergseen und Teichen wächst.

Technische Information

Taxonsynonyme: Mona, Crunocallis, Claytoniella, Maxia, Montiastrum, Limnalsine, Neopaxia, Naiocrene

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bitterholzbaum

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Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …

Echte Araukarien

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