Echtes Bach-Quellkraut
Eine zarte, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kühler Quellen, die sich durch glänzend glatte, schwarze Samen und fleischige Laubblätter auszeichnet.
Die Quell-Montie (Montia fontana) ist eine zarte, saftig-grüne Sumpf- und Wasserpflanze, die in kühlen, kalkarmen Quellfluren, Gräben und an feuchten Ufern auf fast allen Kontinenten der kühlen und gemäßigten Zonen dichte Polster bildet. Ihr Art-Epitheton fontana leitet sich vom lateinischen Wort fons für „Quelle“ ab und beschreibt treffend ihren bevorzugten Lebensraum im klaren, rieselnden Wasser.
Die Art wurde bereits 1753 von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum wissenschaftlich erstbeschrieben und ist die Typusart der Gattung Montia. Aufgrund ihrer großen Vielgestaltigkeit unterscheiden Botaniker heute mehrere Unterarten, die sich vor allem in der Oberflächenstruktur ihrer winzigen Samen unterscheiden.
Je nach Wasserstand wächst Montia fontana als ein- bis mehrjährige Pflanze entweder flach dem feuchten Schlamm aufliegend in dichten, gelbgrünen bis rötlichen Rasen oder mit bis zu 30 Zentimeter langen, im Wasser flutenden Stängeln. Die kreuzgegenständigen Blätter sind spatelig bis schmal-lanzettlich, ganzrandig und am Grund leicht scheidig miteinander verwachsen.
Frühling bis Spätsommer (April bis September)
In Teilen Europas, insbesondere auf der Iberischen Halbinsel (wo sie als boruja oder maruja bekannt ist), wurden die jungen, zarten Triebe vor der Blüte traditionell als frisches Wildgemüse gesammelt. Die mild-saftigen Blätter enthalten reichlich Vitamin C und Mineralstoffe und werden roh in Frühlingssalaten oder kurz gedünstet in ländlichen Suppen und Eierspeisen verwendet.
Da an kühlen, windigen Quellbächen im zeitigen Frühjahr oft bestäubende Insekten fehlen oder die Blüten bei steigendem Pegel komplett überflutet werden, verlässt sich Montia fontana auf ein doppeltes Sicherheitssystem. Bleibt die Blüte geschlossen, findet im Inneren der winzigen Knospe eine erfolgreiche Selbstbestäubung (Kleistogamie — Befruchtung in der ungeöffneten Blüte, oft sogar unter einer eingeschlossenen Luftblase im Wasser) statt.
Noch bemerkenswerter ist das feinmechanische Zusammenspiel bei der anschließenden Ausbreitung der Samen.
Eine zarte, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kühler Quellen, die sich durch glänzend glatte, schwarze Samen und fleischige Laubblätter auszeichnet.
Unterart des Bach-Quellkrauts mit charakteristisch höckeriger Samenschale, heimisch an kalkarmen Quellen, Gräben und feuchten Äckern in Europa und dem Mittelmeerraum.
Kälteliebende Nominat-Unterart des Quellkrauts mit glänzend glatten Samen, die in klaren Quellbächen und arktisch-alpinen Gewässern flutet.
Zierliche, meist einjährige Form des Quellkrauts auf wechselfeuchten, sandigen Böden mit matt-höckerigen Samen.
Vielgestaltige Unterart des Quellkrauts, die sowohl untergetaucht im kalten Wasser als auch kriechend am Ufer wächst.
Taxonsynonyme: Montia fontana var. fontana, Montia arvensis, Claytonia fontana, Montia terrestris, Montia minor, Montia fontana var. chondrosperma, Montia verna, Montia clara, Montia fontana subsp. chondrosperma
Montia parvifolia
Mehrjährige, leicht sukkulente Krautpflanze aus dem westlichen Nordamerika mit zarten Ausläufern und weiß-rosafarbenen Blüten an …
Montia angustifolia
Zarte, rasenbildende Uferpflanze Neuseelands mit schmal linealischen Blättern, die an den periodisch überfluteten Rändern von …
Montia howellii
Ein winziges, flach am Boden anliegendes einjähriges Kraut aus dem pazifischen Nordwesten Nordamerikas, das im …
Montia chamissoi
Mehrjährige, wasserliebende Pflanze aus dem westlichen Nordamerika mit kriechenden Ausläufern, fleischigen Blättern und zarten rosa-weißen …