Ampurisches Bach-Quellkraut (Montia fontana subsp. amporitana)

Mittleres Quellkraut Kleinhöckeriges Bach-Quellkraut Trübsamen-Quellkraut

Montia fontana subsp. amporitana: Merkmale des Mittleren Quellkrauts

Montia fontana subsp. amporitana, im Deutschen als Mittleres Quellkraut bekannt, ist eine zierliche, einjährige bis kurzlebig ausdauernde Pflanze feuchter, kalkarmer Sand- und Schlammböden sowie kühler Quellfluren. Das Epitheton amporitana leitet sich von der antiken Hafenstadt Emporiae (dem heutigen Empúries in Katalonien) ab, aus deren Umgebung der französische Botaniker Frère Sennen die Sippe im Jahr 1911 erstmals beschrieb.

In der modernen Systematik (POWO, WFO) wird das Taxon als eigenständige Unterart innerhalb des formenreichen Montia fontana-Komplexes akzeptiert, nachdem es historisch zeitweise als eigene Art (Montia lusitanica oder Montia hallii) geführt wurde. Eine Angabe zu Familie oder Ordnung ist in den bereitgestellten Basisdaten nicht enthalten.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia fontana (Bach-Quellkraut)
  • ∟ Unterart Montia fontana subsp. amporitana (Ampurisches Bach-Quellkraut)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die zarten, gelblich-grünen bis rötlich überlaufenen Pflanzen bilden lockere bis dichte, niederliegende Polster oder flutende Triebe von 3 bis 20 Zentimetern Länge. Ihre dünnen, glatten Stängel verzweigen sich gabelig und wurzeln an den unteren Knoten im nassen Substrat.

Laubblätter und Blüten

Die gegenständigen, spatelförmigen Blätter sind 5 bis 20 Millimeter lang, ganzrandig und leicht fleischig. An den Triebspitzen und in den Blattachseln sitzen kleine, wenigblütige Trugdolden mit unscheinbaren weißen Blüten von nur 2 bis 3 Millimetern Durchmesser, die meist drei Staubblätter besitzen.

  • Kleistogamie (Selbstbestäubung): Bei kaltem oder trübem Wetter bleiben die winzigen Blüten oft geschlossen und bestäuben sich zuverlässig selbst innerhalb der Knospe.
  • Kelchblätter: Zwei rundliche, grüne Kelchblätter überdauern die Blütezeit und umschließen die dreiklappige Kapselfrucht bis zur Samenreife.

Feinstruktur der Samenschale (Testa)

Da sich die Unterarten von Montia fontana im äußeren Wuchs je nach Wasserstand stark ähneln, liefert erst der reife, schwarze Same von etwa 1 bis 1,2 Millimetern Durchmesser das sichere Bestimmungsmerkmal.

  • Gekielte Rückenseite: Die Zellen auf dem Samenrücken tragen bei subsp. amporitana deutliche, kegelförmige bis stumpfe Höcker (Tuberkel) in mehreren Reihen.
  • Abgeflachte Seitenflächen: Zu den Seiten der Samenschale hin werden diese Zellen länglicher und flacher, wodurch der Same im Gegensatz zur glänzend-glatten subsp. fontana leicht matt bis fein rau erscheint.

Blütezeit

Frühling bis Spätsommer (April bis September), im milden Mittelmeerraum bereits ab März

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Obwohl Montia fontana subsp. amporitana im modernen Erwerbsgartenbau keine Rolle spielt, gehört das Bach-Quellkraut auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen des westlichen Mittelmeerraums zu den traditionell gesammelten Wildgemüsen.

  • Kulinarische Nutzung: In ländlichen Regionen Spaniens und Portugals werden die zarten, noch nicht blühenden Triebe (regional als boruja oder coruja bekannt) im zeitigen Frühjahr an sauberen Quellbächen geerntet und roh als saftiger, milder Wildsalat zubereitet.
  • Bioindikation im Naturschutz: In der angewandten Vegetationskunde dient die Unterart als präziser Zeigerorganismus für nährstoffarme, unverschmutzte und kalkfreie Sickerquellen sowie temporär vernässte Sandäcker (Zwergbinsen-Gesellschaften).

Interessante Fakten

Unter dem Mikroskop offenbart die Samenschale (Testa) von Montia fontana subsp. amporitana ein geometrisches Muster aus ineinandergreifenden Epidermiszellen, das weit mehr ist als eine bloße Laune der Formgebung. Im Vergleich zur glattsamigen, rein kalt-aquatischen subsp. fontana und der extrem stachelig-höckerigen, trockenheitsverträglicheren subsp. chondrosperma nimmt subsp. amporitana eine exakt austarierte Mittelstellung ein.

Mikroarchitektur der Samenschale als hydraulischer Anker

Die Lebensräume dieser Unterart – wechselfeuchte Gräben, Sandufer und Sickerfluren – schwanken ständig zwischen Überflutung im Winterhalbjahr und rascher Austrocknung im Frühsommer. Die mikroskopische Oberflächenstruktur der rund 1 Millimeter kleinen Samen ist präzise auf diese wechselnden physikalischen Kräfte abgestimmt.

  • Ballistischer Start und Oberflächenspannung: Wenn sich die drei Kapselklappen beim Trocknen ruckartig zusammenrollen, katapultieren sie die Samen fort; durch die mikroskopisch rauen Höckerreihen auf dem Samenrücken wird auf flachem Wasser die Oberflächenspannung gezielt gebrochen oder genutzt, sodass der Same über kurze Distanzen verdriftet wird.
  • Verzahnung im feinen Quarzsand: Sobald das Wasser abläuft, greifen die stumpfkegeligen Tuberkel der Samenschale wie winzige Zahnräder zwischen die Sand- und Schluffkörner des Bodens, verhindern ein Wegspülen beim nächsten Platzregen und vergrößern die Kontaktfläche zur Aufnahme von Kapillarwasser für die Keimung.

Verbreitungsgebiet

  • Spanien
  • Portugal
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Vereinigtes Königreich
  • Irland
  • Italien
  • Niederlande
  • Belgien
  • Tschechien
  • Polen
  • Österreich
  • Schweiz
  • Marokko
  • Algerien
  • Australien
  • Neuseeland

Technische Information

Taxonsynonyme: Montia rivularis, Montia fontana subsp. intermedia

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Echtes Bach-Quellkraut

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Montia fontana f. subsp. fontana

Eine zarte, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kühler Quellen, die sich durch glänzend glatte, schwarze Samen …

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