Echtes Bach-Quellkraut (Montia fontana f. subsp. fontana)

Echtes Quellkraut Gewöhnliches Quellkraut Bach-Quellkraut

Montia fontana subsp. fontana: Merkmale, Lebensraum und Botanik

Montia fontana subsp. fontana ist eine zierliche, oft polsterbildende Sumpfpflanze, die in kühlen, kalkarmen Quellfluren und klaren Bächen der kühlen sowie gemäßigten Zonen wächst. Das lateinische Artepitheton fontana bedeutet „an Quellen wachsend“ und verweist direkt auf ihren bevorzugten Lebensraum im rieselnden, sauerstoffreichen Kaltwasser.

In der botanischen Systematik repräsentiert diese Unterart die Nominatform jener Art, die Carl von Linné bereits 1753 in seinem Werk Species Plantarum erstbeschrieb. Innerhalb der formenreichen Gattung Montia grenzt sich die Unterart subsp. fontana vor allem durch ihre vollkommen glatten, stark glänzenden Samenschalen von nah verwandten Sippen ab.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia fontana (Bach-Quellkraut)
  • ∟ Unterart Montia fontana f. subsp. fontana (Echtes Bach-Quellkraut)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchsform und vegetative Organe

Die Pflanze wächst als einjähriges oder ausdauerndes, weiches Kraut, dessen reich verzweigte Stängel je nach Wasserstand im Schlamm kriechen oder im Wasser fluten. Die kahlen Triebe erreichen meist eine Länge von 5 bis 30 Zentimetern und bilden an den unteren Knoten feine Wurzeln aus.

Die gegenständigen Laubblätter sind leicht fleischig, spatelig bis schmal-verkehrt-eiförmig geformt und ganzrandig. Ihre helle, gelblich- bis frischgrüne Färbung macht die dichten Rasen im Quellwasser schon von Weitem erkennbar.

Blüten und charakteristische Samenmerkmale

  • Blütenbau: Die winzigen, unscheinbaren Blüten stehen einzeln oder in armblütigen Trugdolden und besitzen fünf weiße Kronblätter, die am Grund leicht miteinander verwachsen sind.
  • Kelchblätter: Zwei rundliche, dauerhafte Kelchblätter umschließen zunächst die Knospe und später die heranreifende Kapselfrucht wie eine schützende Schale.
  • Kapsel und Samen: Die kugelige Kapselfrucht öffnet sich bei der Reife mit drei Klappen und gibt bis zu drei nierenförmig-rundliche Samen frei.
  • Feinstruktur der Samenschale: Das entscheidende Bestimmungsmerkmal dieser Unterart ist die Testa (Samenschale), die eine glänzend schwarze, völlig glatte Oberfläche mit einem feinen, langgestreckten Netzmuster ohne Höcker aufweist.

Blütezeit

Mai bis September

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

In Regionen Südwesteuropas, insbesondere in Teilen Spaniens und Portugals, werden die jungen, zarten Triebe vor der Blütezeit traditionell als Wildgemüse gesammelt. Die saftigen Blätter namens maruja oder corujas besitzen einen milden, leicht säuerlichen Geschmack und bereichern frische Frühlingssalate sowie ländliche Eintöpfe.

Beim Sammeln in der Natur ist jedoch äußerste Sorgfalt geboten, da die Gewässer absolut sauber und frei von Weidevieh sein müssen, um eine Übertragung von Parasiten wie dem Großen Leberegel zu vermeiden. In botanischen Sammlungen dient die Sippe zudem als wichtiger Zeigerorganismus für unberührte, nährstoff- und kalkarme Kaltwasserquellen.

Interessante Fakten

Selbstbestäubung unter der Wasseroberfläche

Da Quellfluren im Frühjahr oft hoch überflutet und das Wetter in kühlen Breiten unbeständig ist, verlässt sich Montia fontana subsp. fontana nicht allein auf fliegende Bestäuber. Steigt der Wasserspiegel an oder bleibt es kühl, schaltet die Pflanze auf Kleistogamie um — eine Selbstbestäubung in der geschlossenen, oft untergetauchten Blütenknospe.

In diesem geschützten Hohlraum umschließen die Kronblätter eine winzige Luftblase, in der die Staubbeutel ihren Pollen direkt auf die eigene Narbe übertragen, ohne dass Wasser den Befruchtungsprozess stört. Selbst bei dauerhaftem Hochwasser ist so eine verlässliche Samenproduktion gesichert.

Ballistischer Auswurf und glatte Wassergleiter

  • Spannungsmechanismus: Sobald die drei Samen in der Kapsel reif sind, trocknen die drei Fruchtklappen ungleichmäßig ein, rollen sich schlagartig nach innen und schleudern die Samen wie ein winziges Katapult fort.
  • Hydrodynamische Oberfläche: Im Gegensatz zu warzigen Verwandten trockenfallender Böden besitzt subsp. fontana eine spiegelglatte, wasserabweisende Samenschale, die auf dem Oberflächenhäutchen des Quellwassers hervorragend schwimmt und vom Bachlauf an neue Uferzonen getragen wird.

Verbreitungsgebiet

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Vereinigtes Königreich
  • Norwegen
  • Schweden
  • Finnland
  • Island
  • Grönland
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Montia fontana subsp. fontana – Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Montia fontana subsp. fontana Verbreitungs- und Belegdaten.
  • World Flora Online (WFO): Taxonomische Übersicht zu Montia fontana L.

Siehe auch

Ampurisches Bach-Quellkraut

Ampurisches Bach-Quellkraut

Montia fontana subsp. amporitana

Unterart des Bach-Quellkrauts mit charakteristisch höckeriger Samenschale, heimisch an kalkarmen Quellen, Gräben und feuchten Äckern …

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