Montia drucei

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Montia drucei: Botanik, Lebensraum und Merkmale der Gebirgspflanze

Montia drucei ist eine kleinwüchsige, rasen- bis polsterbildende Gebirgsstaude, die ausschließlich in den höheren Lagen der neuseeländischen Südinsel an feuchten Felsen, Sickerfluren und in alpinen Senken gedeiht. Das Artepitheton drucei ehrt den neuseeländischen Botaniker Anthony Peter („Tony“) Druce (1920–1999), der die Gebirgsflora des Landes jahrzehntelang im Gelände erforschte und zahlreiche unbeschriebene Sippen als Erster erkannte.

Die Pflanze gehört zur Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae) und wurde 1999 von Peter B. Heenan zunächst unter dem Namen Neopaxia drucei wissenschaftlich beschrieben. Im Zuge der gattungsweiten Neuordnung im Jahr 2007 überführte Heenan die Art in die Gattung Montia, unter deren Namen Montia drucei sie heute in den internationalen Florenwerken geführt wird.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia drucei

Lebendiger Puls

Morphologie

Montia drucei bildet kompakte, flach dem Untergrund angeschmiegte Rasen aus reich verzweigten, kriechenden Trieben. Die kurzen Internodien — die Stängelabschnitte zwischen den Blattansätzen — sorgen für einen geschlossenen Wuchs, der dem Schneedruck im Hochgebirge standhält.

Blätter und Wuchs

  • Die kahlen, leicht fleischigen Laubblätter sind schmal linealisch bis spatelig geformt und meist grün bis olivgrün oder schwach bräunlich überlaufen.
  • An der Blattbasis befindet sich eine unauffällige, häutige Verbreiterung, die den empfindlichen Triebscheitel im dichten Polster umgibt.

Blüten und Samen

  • Die kleinen, radiärsymmetrischen Blüten sitzen einzeln oder zu wenigen in den oberen Blattachseln und entfalten fünf weiße bis zart rosafarbene Kronblätter.
  • Aus dem oberständigen Fruchtknoten entwickelt sich eine dreiklappige Kapselfrucht, die wenige dunkelbraune bis schwarze, linsenförmige Samen enthält.

Blütezeit

Neuseeländischer Hochsommer bis Frühherbst (Dezember bis März)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Die Entdeckungsgeschichte von Montia drucei ist eng mit der Arbeit des Feldbotanikers Tony Druce verbunden, der bei seinen Expeditionen durch die neuseeländischen Berge erkannte, dass sich hinter der vermeintlich einheitlichen Art Montia australasica in Wahrheit ein ganzes Mosaik hochspezialisierter Gebirgssippen verbirgt. Jede dieser Kleinarten besetzt im Hochgebirge eine eigene ökologische Nische, die sich nach Höhenlage, Gesteinsuntergrund und Dauer der Schneebedeckung unterscheidet.

Überleben unter der Schneedecke

  • In den hochgelegenen Quellfluren und Schneetälchen der Südinsel bleibt Montia drucei oft bis weit in das Frühjahr hinein unter kompakten Schneemassen begraben, sodass ihr für Wachstum, Blüte und Samenreife nur ein extrem kurzes Zeitfenster bleibt.
  • Um keine Zeit beim Austrieb zu verlieren, legt die Pflanze ihre Blütenknospen bereits frühzeitig dicht geschützt zwischen den leicht sukkulenten (wasserspeichernden) Blattrosetten an und öffnet sie unmittelbar nach dem Abschmelzen des Schnees, sobald die Bodentemperatur wenige Grad über dem Gefrierpunkt erreicht.

Diese präzise zeitliche Taktung aus vorgebildeten Knospen, frostharter Gewebestruktur und bodennahem Polsterklima zeigt eine bis ins Detail aufeinander abgestimmte Lebensweise, die selbst in den rauesten Lagen der neuseeländischen Südalpen zuverlässig zur Samenreife führt.

Verbreitungsgebiet

  • Neuseeland

Technische Information

Taxonsynonyme: Neopaxia drucei

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Montia angustifolia

Montia angustifolia

Montia angustifolia

Zarte, rasenbildende Uferpflanze Neuseelands mit schmal linealischen Blättern, die an den periodisch überfluteten Rändern von …

Montia sessiliflora

Montia sessiliflora

Montia sessiliflora

Endemische, polsterbildende Staude der neuseeländischen Südinsel mit fast ungestielten weißen Blüten an feuchten Gebirgsstandorten.

Montia racemosa

Montia racemosa

Montia racemosa

Ausdauernde, sukkulente Pflanze aus Neuseeland, die sich durch reichblütige, traubenähnliche Blütenstände auszeichnet.

Montia campylostigma

Montia campylostigma

Montia campylostigma

Kleine, polsterbildende Gebirgspflanze aus Neuseeland mit fleischigen Blättern und charakteristisch gekrümmten Narbenästen.