Gabeliges Quellkraut (Montia dichotoma)

Zwerg-Montie Dwarf Miner's Lettuce
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Montia dichotoma: Zwerg-Montie aus dem westlichen Nordamerika

Montia dichotoma ist eine winzige, kaum wenige Zentimeter hohe einjährige Krautpflanze, die im Frühjahr feuchte Wiesenmulden und zeitweise vernässte Senken im Westen Nordamerikas besiedelt. Ihr lateinisches Art-Epitheton dichotoma bedeutet „zweigabelig“ und verweist auf die charakteristische, sich paarweise teilende Verzweigung ihrer zarten Sprosse.

Die Art wurde zuerst 1838 von Thomas Nuttall als Claytonia dichotoma beschrieben und später von Thomas Jefferson Howell in die Gattung Montia überführt. In den großen botanischen Referenzwerken wie POWO und WFO wird sie als eigenständige, akzeptierte Art geführt.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia dichotoma (Gabeliges Quellkraut)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchs und Blätter

Die Pflanze erreicht meist nur eine Wuchshöhe von zwei bis acht Zentimetern und bildet aufrechte bis leicht ausgebreitete, rötlich überlaufene Stängel. Ihre grund- und stängelständigen Blätter sind schmal-linealisch geformt und messen oft kaum mehr als ein bis zwei Zentimeter in der Länge.

Blütenstand und Früchte

  • Die Blüten stehen in dichten, wiederholt gabelig (dichotom — in zwei gleichwertige Seitenäste aufgespalten) verzweigten Ständen und besitzen fünf unscheinbare, weiße Kronblätter von nur etwa zwei Millimetern Länge.
  • Die reifen Kapselfrüchte öffnen sich mit drei Klappen und entlassen winzige, linsenförmige, schwarze Samen mit einer fein genetzten Oberfläche (Testa — die schützende Samenschale).

Blütezeit

Frühling (März bis Juni)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Präzises Zeitmanagement in austrocknenden Frühlingstümpeln

Montia dichotoma ist ein hochspezialisierter Bewohner sogenannter „Vernal Pools“ — flacher Geländemulden im Pazifischen Nordwesten, die im Winter unter Wasser stehen und im Frühsommer steinhart austrocknen. Um in diesem extremen Wechselbad zwischen Überschwemmung und Dürre zu bestehen, ist der gesamte Bauplan der Pflanze radikal miniaturisiert.

Die gabelige Verzweigung ist dabei kein Zufall, sondern eine platzsparende geometrische Lösung auf kleinstem Raum.

  • Durch die regelmäßige Zweiteilung der Sprossachsen wird auf einer Höhe von wenigen Millimetern über dem feuchten Schlamm eine maximale Anzahl von Blütenknospen gleichzeitig dem Sonnenlicht exponiert.
  • Sobald die Bodenfeuchte im späten Frühjahr sinkt, schließt die Pflanze ihre Samenreife binnen Tagen ab und überdauert die mehrmonatige Sommerhitze ausschließlich als hartschaliges Samenkorn im rissigen Lehm.

Verbreitungsgebiet

  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Royal Botanic Gardens, Kew — Artprofil zu Montia dichotoma (Nutt.) Howell.
  • Flora of North America (FNA) & Tropicos: Morphologische Beschreibung und Verbreitung im westlichen Nordamerika.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Vorkommensdaten in Kanada und den USA.

Technische Information

Taxonsynonyme: Claytonia linearis var. dichotoma, Claytonia dichotoma, Montiastrum dichotomum

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bach-Quellkraut

Bach-Quellkraut

Montia fontana

Kosmopolitisch verbreitete, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kalkarmer Quellfluren mit saftig-grünen Trieben und winzigen weißen Blüten.