Montia racemosa

Montia racemosa: Botanik, Blütenstände und Lebensraum in Neuseeland

Montia racemosa ist eine kräftige, kriechende Staude aus Neuseeland, die sowohl auf feuchten Küstenfelsen und salzhaltigen Uferwiesen als auch an Bächen und Seen im Binnenland dichte, fleischige Teppiche bildet. Das Artepitheton racemosa bedeutet „traubig“ und hebt das markanteste Merkmal dieser Art hervor: Im Gegensatz zu vielen einzelblütigen Verwandten bildet sie gestreckte, mehrblütige Blütenstände aus.

Systematisch zählt die Art zur Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae). Sie wurde bereits 1871 vom schottisch-neuseeländischen Botaniker John Buchanan als Varietät Claytonia australasica var. racemosa beschrieben, 1999 von Peter B. Heenan als eigene Art in die Gattung Neopaxia erhoben und 2007 schließlich als Montia racemosa klassifiziert.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia racemosa

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchsform und Blätter

Die Pflanze wächst mit langen, niederliegenden und an den Knoten wurzelnden Stängeln, die im Vergleich zu rein alpinen Arten der Gattung deutlich kräftiger ausgebildet sind. Aus den Knoten entspringen dichte Büschel aufsteigender, stark sukkulenter Laubblätter.

  • Die schmal-spatelförmigen bis linealisch-lanzettlichen Blätter werden meist 2 bis 7 Zentimeter lang und sind im Querschnitt dicklich-fleischig.
  • Ihre Basis verbreitert sich zu einer ausgeprägten, häutigen Blattscheide, die den Spross umschließt.

Blütenstände und Früchte

  • Die Blüten stehen nicht einzeln, sondern in aufrechten, die Laubblätter überragenden Wickeln (Zymen — verzweigte Blütenstände, die äußerlich an eine lockere Traube erinnern) mit bis zu zehn Einzelblüten.
  • Jede Blüte besitzt zwei grüne Kelchblätter und fünf reinweiße bis zart rosafarbene Kronblätter, die sich bei Sonnenschein weit schalenförmig öffnen.
  • Nach der Befruchtung reifen kugelige bis eiförmige Kapselfrüchte heran, die glänzend schwarze Samen enthalten.

Blütezeit

Später Frühling bis Sommer auf der Südhalbkugel (November bis Februar).

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Architektur des Blütenstands und Salzresilienz

Während viele neuseeländische Vertreter der Gattung ihre Blüten einzeln und tief zwischen den Blättern verstecken, verfolgt Montia racemosa eine andere Strategie zur Anlockung von Bestäubern. Gleichzeitig gelingt es ihr, sowohl im Süßwasser des Binnenlandes als auch in der Gischtzone felsiger Meeresküsten zu existieren.

  • Durch die Bündelung mehrerer Blüten an einem aufrechten, blattlosen Blütenstandschaft (dem namensgebenden Merkmal racemosa) hebt die Pflanze ihre weißen Schalenblüten deutlich über das dichte Blattpolster hinaus, wodurch sie für fliegende Insekten an windigen Küsten- und Uferstandorten weithin sichtbar werden.
  • Die ausgeprägte Sukkulenz (Wasserspeicherfähigkeit des Blattgewebes) erfüllt an den Küstenstandorten eine präzise Doppelfunktion: Die großen Zellvakuolen speichern nicht nur Regenwasser für trockene Tage auf dem blanken Fels, sondern verdünnen auch aufgenommene Salzionen aus der Meeresgischt auf ein für den Zellstoffwechsel unschädliches Maß.
  • Sobald eine einzelne Blüte im Blütenstand bestäubt ist, biegt sich ihr Blütenstiel gezielt nach unten zum schützenden Blattpolster hinab, damit die reifende Kapselfrucht vor Windbruch geschützt ist, während sich direkt darüber bereits die nächste Knospe der Achse dem Licht entgegenstreckt.

Verbreitungsgebiet

  • Neuseeland

Technische Information

Taxonsynonyme: Claytonia australasica var. racemosa, Neopaxia racemosa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Montia angustifolia

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Zarte, rasenbildende Uferpflanze Neuseelands mit schmal linealischen Blättern, die an den periodisch überfluteten Rändern von …

Montia sessiliflora

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Endemische, polsterbildende Staude der neuseeländischen Südinsel mit fast ungestielten weißen Blüten an feuchten Gebirgsstandorten.

Montia campylostigma

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Kleine, polsterbildende Gebirgspflanze aus Neuseeland mit fleischigen Blättern und charakteristisch gekrümmten Narbenästen.

White Purslane

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Montia australasica

Niedrig wachsende, sukkulente Staude aus feuchten und alpinen Lebensräumen Australiens und Neuseelands mit zarten weißen …