Wassiljews Quellkraut (Montia vassilievii)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Montia vassilievii: Lebensraum, Merkmale und Taxonomie der Art

Montia vassilievii ist eine zierliche, feuchtigkeitsliebende Krautpflanze, die an kalten Bachläufen und quellig durchsickerten Ufern im russischen Fernen Osten und Nordostasien wächst. Das Art-Epitheton ehrt den sowjetischen Botaniker Wiktor Nikolajewitsch Wassiljew, der die arktische und fernöstliche Flora intensiv erforschte.

Die Sippe wurde ursprünglich als eigenständige Art innerhalb der Gattung Montia beschrieben, ohne dass im Basisdatensatz eine Familienzuordnung hinterlegt ist. Nach moderner Auffassung führender Datenbanken wie Plants of the World Online gilt das Taxon heute als heterotypisches Synonym der weitverbreiteten Quell-Montie (Montia fontana subsp. fontana).

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia vassilievii (Wassiljews Quellkraut)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchsform und Triebe

Die Pflanze bildet niedrige, oft rasige Matten aus dünnen, kahlen Stängeln, die je nach Wasserstand niederliegend kriechen oder im seichten Wasser flutend aufsteigen. An den unteren Knoten (Nodien — den verdickten Ansatzstellen der Blätter am Stängel) entspringen feine Faserwurzeln, die das Pflänzchen im lockeren Kies oder Schlamm verankern.

Blätter und Blüten

  • Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind schmal-spatelig bis verkehrt-eiförmig und besitzen eine leicht fleischige Textur, die das zarte Gewebe vor mechanischer Beschädigung im strömenden Wasser schützt.
  • Die winzigen, weißlichen Blüten stehen einzeln oder in armblütigen Wickeln und umschließen nach der Reife eine kugelige Kapselfrucht mit bis zu drei glatten, glänzend schwarzen Samen.

Blütezeit

Hochsommer in subarktischen Regionen (Juli bis August)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Überleben am Gefrierpunkt durch Gewebephysik

Populationen, die unter dem Namen Montia vassilievii im rauen Klima Kamtschatkas und Tschukotkas beschrieben wurden, gedeihen in eiskaltem Schmelzwasser knapp über dem Gefrierpunkt. Während gewöhnliche Landpflanzen bei solchen Bodentemperaturen unter Kältetrockenheit leiden, weil ihre Wurzeln kaum noch Wasser aufnehmen können, nutzt diese Sippe das konstant strömende Quellwasser als thermischen Puffer.

Das Besondere liegt in der feinen Abstimmung zwischen dem sehr kurzen Lebenszyklus und der Zellstruktur der dünnen Blättchen.

  • Durch das Fehlen dicker, verholzter Leitbündel bleiben die Sprosse im eisigen Bachlauf extrem biegsam und bieten der Strömung keinen Angriffsfläche für einen Bruch.
  • Zugleich reifen die Samen innerhalb weniger kurzer Sommerwochen heran, exakt abgestimmt auf das schmale Zeitfenster zwischen Schneeschmelze und erstem Herbstfrost.

Verbreitungsgebiet

  • Russland

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Royal Botanic Gardens, Kew — Eintrag zu Montia vassilievii (Synonym von Montia fontana subsp. fontana).
  • World Flora Online (WFO): Taxonomische Referenzdatenbank für Gefäßpflanzen.
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Herbarbelege und Verbreitungsdaten aus Nordostasien.

Technische Information

Taxonsynonyme: Claytonia vassilievii

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bach-Quellkraut

Bach-Quellkraut

Montia fontana

Kosmopolitisch verbreitete, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kalkarmer Quellfluren mit saftig-grünen Trieben und winzigen weißen Blüten.