Schmalblättriges Quellkraut (Montia linearis)

Linienblättrige Montie
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Montia linearis: Schmalblättriges Quellkraut und seine Botanik

Montia linearis ist eine zierliche, einjährige Pflanze aus dem westlichen Nordamerika, die im Frühjahr feuchte Wiesen, Bachufer und zeitweise überschwemmte Senken besiedelt. Ihr lateinischer Artname linearis (linienförmig) verweist direkt auf das markanteste Merkmal: die extrem schmalen, fast grasartig wirkenden Laubblätter, die leicht mit jungen Grashalmen verwechselt werden können.

Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Art im Jahr 1831 vom britischen Botaniker William Jackson Hooker als Claytonia linearis anhand von Funden des Naturforschers David Douglas am Columbia River. Erst 1891 überführte Edward Lee Greene das Taxon in die Gattung Montia, wo es heute als fest etablierte Art geführt wird.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Montiaceae
  • ∟ Gattung Montia (Quellkraut)
  • ∟ Art Montia linearis (Schmalblättriges Quellkraut)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchs und Blätter

Die einjährige Pflanze wächst aufrecht oder leicht aufsteigend und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Ihre leicht sukkulenten (wasserspeichernden) Blätter stehen wechselständig am Stängel, sind 1 bis 5 Zentimeter lang, aber kaum breiter als ein bis zwei Millimeter.

Blütenstand und Blüten

  • Blütenstand: Die Blüten stehen in lockeren, einseitswendigen Trauben an den Triebspitzen und nicken im Knospenstadium leicht nach unten.
  • Kelch und Krone: Zwei ungleich breite, grüne Kelchblätter mit trockenhäutigem Rand umschließen fünf weiße Kronblätter, die auf einer Seite oft tiefer geschlitzt sind und der Blüte eine sanfte Asymmetrie verleihen.

Kapsel und Samen

Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine eiförmige, dreiklappige Kapselfrucht, die ein bis drei relativ große, bis zu 2 Millimeter breite Samen enthält. Die linsenförmigen Samen sind glänzend schwarz, besitzen eine fein genetzte Oberfläche und tragen am Nabel ein winziges Elaiosom (fettreiches Anhängsel).

Blütezeit

Blüht vom zeitigen Frühjahr bis in den Frühsommer von März bis Juli, je nach Höhenlage.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Ballistische Präzision und doppelte Ausbreitung

Da Montia linearis auf offene, im Frühjahr feuchte Bodenstellen angewiesen ist, die im Sommer rasch austrocknen oder von höheren Gräsern überwuchert werden, verfügt die Art über ein zweistufiges Ausbreitungssystem. Sobald die Samen im Frühsommer reifen, verwandelt sich die unscheinbare Fruchtkapsel in ein mechanisches Katapult.

  • Spannungsaufbau beim Trocknen: Wenn sich die drei Kapselklappen öffnen, trocknen ihre Zellwände ungleichmäßig aus, rollen sich schlagartig nach innen ein und quetschen die glatten, linsenförmigen Samen mit hohem Druck heraus.
  • Weitwurf und Ameisentaxi: Durch diesen Rückstoß fliegen die Samen bis zu zwei Meter weit, woraufhin das kleine, nährstoffreiche Elaiosom am Samen von Ameisen wahrgenommen wird, die das Korn in ihre unterirdischen Nester tragen.
  • Autonome Bestäubung: Da im kühlen Vorfrühling oft noch wenige Insekten fliegen, liegen die drei Staubblätter in der Blüte so dicht an der dreiteiligen Narbe, dass die Pflanze sich bei ausbleibendem Besuch zuverlässig selbst bestäubt.

Die genaue Abstimmung zwischen der glatten Linsenform des Samens, der elastischen Wandspannung der Kapsel und dem chemischen Lockstoff für Ameisen verdeutlicht, wie lückenlos mechanische Physik und Ökologie in diesem winzigen Kraut ineinandergreifen.

Verbreitungsgebiet

  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Montia linearis (Douglas ex Hook.) Greene
  • Flora of North America (FNA): Vol. 4, Montia linearis
  • Jepson eFlora (University of California, Berkeley): Montia linearis
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Taxon-ID 3084750

Technische Information

Taxonsynonyme: Montiastrum lineare, Claytonia linearis

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bach-Quellkraut

Bach-Quellkraut

Montia fontana

Kosmopolitisch verbreitete, polsterbildende Wasser- und Sumpfpflanze kalkarmer Quellfluren mit saftig-grünen Trieben und winzigen weißen Blüten.