Niederliegende Glockenwinde (Nolana humifusa)

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Nolana humifusa (Niederliegende Glockenwinde): Merkmale und Kultur

Die Niederliegende Glockenwinde (Nolana humifusa) ist eine flach über den Boden kriechende Staude aus den trockenen, sandigen und steinigen Regionen Perus, die mit ihren leuchtend blauen Blüten dichte Teppiche bildet. Ihr lateinischer Artname humifusa bedeutet „auf der Erde ausgebreitet“ und beschreibt treffend ihren schmiegsamen, bodennahen Wuchs.

Die Art gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie wurde 1762 vom französischen Botaniker Antoine Gouan unter dem Namen Atropa humifusa erstbeschrieben und 1936 von Ivan Murray Johnston der Gattung Nolana zugeordnet.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Solanales
  • ∟ Familie Solanaceae
  • ∟ Unterfamilie Solanoideae
  • ∟ Gattung Nolana
  • ∟ Art Nolana humifusa (Niederliegende Glockenwinde)

Lebendiger Puls

Morphologie

Triebe und Laubblätter

Aus einem kräftigen, an der Basis kaum verholzenden Hauptspross entspringen dünne, mehrere Dezimeter lange Zweige, die flach aufliegen oder leicht aufsteigen. Die gesamte Pflanze ist nahezu kahl und bildet leicht verdickte, sukkulente (wasserpeichernde) Gewebe aus.

Die wechselständigen Blätter besitzen eine schief eiförmige bis fast kreisrunde Blattspreite von zwei bis drei Zentimetern Länge mit leicht abgestumpfter Spitze. An der Basis gehen sie abgerundet oder spitz zulaufend in einen etwa einen Zentimeter langen Blattstiel über.

Blüten und Teilfrüchte

Die einzeln in den Blattachseln stehenden Blüten und die darauffolgenden Früchte weisen charakteristische Strukturen auf:

  • Der breit glockenförmige, einen Zentimeter lange Kelch trägt eiförmig-zugespitzte Zipfel und zeigt oberhalb jeder Einkerbung eine markante Längsfalte.
  • Die rund anderthalb Zentimeter lange Blütenkrone ist intensiv blau bis violett-weißlich gefärbt und im Schlund oft mit feinen violetten Saftmalen gestreift.
  • Während der Fruchtreife verlängert sich der dünne Blütenstiel von anderthalb auf zwei Zentimeter, verdickt sich und biegt sich nach unten.
  • Anstelle einer Beere reift eine Spaltfrucht aus fünf nussartigen, kantigen und fein grubigen Klausen (einsamigen Teilfrüchten) von jeweils fünf Millimetern Länge heran.

Blütezeit

In der Gartenkultur der Nordhalbkugel blüht die Pflanze ausdauernd vom Sommer bis in den Frühherbst.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Pflegeparameter

Licht

Vollsonnig und warm; intensives Sonnenlicht fördert einen kompakten Wuchs und eine reiche Blütenbildung.

Bewässerung

Mäßig gießen; das Substrat sollte zwischen den Wassergaben gut abtrocknen, Staunässe führt rasch zu Wurzelfäule.

Temperatur

Wärmeliebend (optimal 18–25 °C); nicht frosthart, wird in Mitteleuropa einjährig im Freiland kultiviert.

Luftfeuchtigkeit

Niedrige bis normale Luftfeuchtigkeit; verträgt trockene Sommerluft problemlos.

Toxizität

Als Zierpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse nicht zum Verzehr geeignet.

Anwendungen

Bereits im Jahr 1760 gelangte Nolana humifusa aus Peru nach Europa und fand Eingang in die Gartenkultur. In Regionen mit kühlen Wintern wird die ausdauernde Art als einjährige Sommerblume gezogen, deren Samen gelegentlich im Fachhandel angeboten werden.

Aufgrund ihrer Trockenheitstoleranz und der niederliegenden Triebe eignet sie sich gut für sonnige Steingärten, Trockenmauern, Pflanzkübel und Hängeampeln. In warmen Sommerblumenbeeten dient sie als blütenreicher Bodendecker auf durchlässigen, sandig-steinigen Böden.

Interessante Fakten

Faltbarer Kelch und gepanzerte Nüsschen für das Leben im Küstensand

Nolana humifusa ist in den peruanischen Regionen La Libertad, Ancash und Lima heimisch, wo kühle Pazifiknebel auf trockene, sandig-steinige Lehmböden treffen. Um unter diesen Bedingungen Wasser zu sparen und die Nachkommen zu sichern, greifen Blattbau, Blütenkelch und Fruchtform eng ineinander.

Drei aufeinander abgestimmte Merkmale sichern das Überleben am Standort:

  • Die leicht verdickten, fleischigen Blätter speichern Feuchtigkeit aus dem Küstennebel, während der flach an den Boden geschmiegte Wuchs den austrocknenden Seewind direkt über die Pflanze hinweggleiten lässt.
  • Der glockenförmige Kelch besitzt oberhalb jeder Einkerbung eine präzise angelegte Gewebefalte, die wie ein Faltbalg wirkt und dem Kelch erlaubt, sich flexibel mit der wachsenden Frucht auszudehnen, ohne einzureißen.
  • Während viele Nachtschattengewächse wasserreiche Beeren bilden, spart sich Nolana humifusa diesen Feuchtigkeitsverlust und produziert fünf harte, kantige Teilfrüchte mit fein grubiger Oberfläche.

Sobald diese nussartigen Teilfrüchte reifen, krümmt sich der erstarkte Fruchtstiel gezielt zum Boden. So werden die hartschaligen Samen direkt im sandigen Substrat direkt neben der Mutterpflanze abgelegt, wo sie geschützt auf die nächste feuchte Periode warten.

Verbreitungsgebiet

  • Peru

Technische Information

Taxonsynonyme: Atropa humifusa, Nolana gallinacea, Nolana prostrata, Neudorfia peruviana

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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