Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Nothospondias staudtii ist ein stattlicher, zweihäusiger Regenwaldbaum aus dem tropischen West- und Zentralafrika, der durch seine bis zu einem Meter langen, schopfartig am Ende der kräftigen Zweige gebündelten Fiederblätter auffällt. Das Art-Epitheton staudtii ehrt den deutschen Pflanzensammler Alois Staudt, der Ende des 19. Jahrhunderts in Kamerun die ersten Herbarbelege dieser Art für die Wissenschaft sicherte.
Der Baum ist der einzige Vertreter der damit monotypischen Gattung Nothospondias innerhalb der Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae). Adolf Engler beschrieb die Art im Jahr 1905 zunächst mit Blick auf ihre äußerliche Ähnlichkeit zur Gattung Spondias (Sumachgewächse), worauf auch der Gattungsname aus dem Griechischen nothos („unecht“ oder „falsch“) und Spondias anspielt; später wurde unter anderem das Synonym Nothospondias talbotii S.Moore (1913) diesem Taxon zugeordnet.
Nothospondias staudtii wächst als mittelgroßer Baum des unteren bis mittleren Kronendachs und erreicht Höhen von 15 bis 25 Metern, selten bis zu 40 Metern. Der Stamm ist gerade und zylindrisch mit einer graubraunen, im Alter leicht rissigen Borke, während die dicken Zweige markante, herzförmige Blattnarben abgefallener Blätter tragen.
Die unpaarig gefiederten Laubblätter drängen sich schirmartig an den Triebspitzen zusammen und erreichen eine Gesamtlänge von 50 bis über 100 Zentimetern. An der kräftigen Blattspindel sitzen bis zu 20 Paare wechselständiger oder fast gegenständiger Fiederblättchen.
Die Art ist zweihäusig (diözisch), sodass männliche und weibliche Blüten auf getrennten Bäumen in langen, locker verzweigten, achselständigen oder direkt am älteren Holz entspringenden Rispen stehen. Die kleinen, vierzähligen Blüten besitzen gelblich-weiße bis rötlich überlaufene Kronblätter.
Als Adolf Engler das Pflanzenmaterial aus Kamerun untersuchte, fiel ihm sofort die verblüffende Ähnlichkeit mit den fruchttragenden Bäumen der Gattung Spondias (wie der Goldpflaume aus der Familie der Sumachgewächse) auf. Sowohl der Habitus mit den riesigen, an den Zweigenden gehäuften Fiederblättern als auch die gelben, pflaumenartigen Steinfrüchte und das Vorhandensein von Harzgängen im Fruchtfleisch deuteten auf den ersten Blick in diese Richtung.
Erst moderne anatomische und molekulargenetische Untersuchungen bestätigten endgültig, dass Nothospondias staudtii ein hochspezialisierter Vertreter der Bittereschengewächse (Simaroubaceae) ist. Der Baum stellt ein Lehrstück dafür dar, wie ein einzelner Entwicklungspfad verschiedene Baumerkmale zu einem funktionierenden Gesamtsystem im Regenwald vereint.
Diese präzise Arbeitsteilung zwischen wehrhaftem Laub, rascher Entwässerung der riesigen Blattflächen und nahrhaften Steinfrüchten sichert dem Baum seinen Platz im dichten Unterwuchs der west- und zentralafrikanischen Tieflandwälder.
Taxonsynonyme: Nothospondias talbotii
Picrasma
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