Warzige Bergpetersilie (Oreoschimperella verrucosa)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Oreoschimperella verrucosa: Merkmale, Lebensraum und Botanik

Oreoschimperella verrucosa ist eine zierliche, krautige Pflanze aus den kühlen Gebirgsregionen Ostafrikas und der südlichen Arabischen Halbinsel. Ihr Artname verrucosa bedeutet im Lateinischen „warzig“ und verweist direkt auf die fein höckerige Oberfläche ihrer kleinen Früchte.

Die Art gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und wurde 1848 von Jacques Étienne Gay und Achille Richard zunächst unter dem Namen Sium verrucosum beschrieben. Ihre heutige wissenschaftliche Einordnung in die Gattung Oreoschimperella erhielt sie 1982 durch den deutschen Botaniker Stephan Rauschert.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Apiales
  • ∟ Familie Apiaceae
  • ∟ Gattung Oreoschimperella
  • ∟ Art Oreoschimperella verrucosa (Warzige Bergpetersilie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchs und Blätter

Die Pflanze wächst als schlankes, einjähriges oder kurzlebig ausdauerndes Kraut mit verzweigten, fein gerillten Stängeln. Ihre wechselständigen Laubblätter sind gefiedert, wobei die einzelnen Blattabschnitte gezähnt bis fiederspaltig geformt sind.

An der Basis umschließen die Blattstiele den Stängel mit einer deutlich ausgebildeten, häutig gerandeten Blattscheide, die den jungen Trieben in windigen Höhenlagen zusätzlichen Halt gibt.

Blütenstand und Früchte

  • Die winzigen weißen bis zart grünlich-weißen Blüten stehen in lockeren Doppeldolden zusammen, wie es für diese Pflanzenfamilie charakteristisch ist.
  • Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich eiförmige Doppelachänen — zweiteilige Spaltfrüchte, die bei Reife in zwei einzelne Teilfrüchte (Merikarpien) zerfallen.
  • Jede Teilfrucht trägt auf ihrer Außenseite kleine, erhabene Papillen und warzige Höcker, während im Inneren feine Ölstriemen (Vittae) als mikroskopische Harz- und Ätherisch-Öl-Kanäle verlaufen.

Interessante Fakten

Fein abgestimmte Fruchtarchitektur im Gebirgswind

Der Gattungsname Oreoschimperella verbindet das griechische Wort oros (Berg) mit dem Namen des Naturforschers Georg Wilhelm Schimper, der im 19. Jahrhundert die Hochgebirgsflora Abessiniens erforschte. Eines seiner Sammelgebiete im Simien-Gebirge spiegelt sich noch heute im historischen Synonym Helosciadium simense wider.

Gerade in diesen offenen, wechselhaften Berglandschaften zeigt die namengebende Fruchtstruktur der Pflanze ein bemerkenswert präzises Zusammenspiel aus Oberfläche und innerem Aufbau:

  • Die namensgebenden Warzen und Papillen auf der Fruchtwand vergrößern die Oberflächenrauigkeit der winzigen Teilfrüchte, sodass sie nicht glatt vom Regen weggespült werden, sondern sich im feinkörnigen Gebirgsboden oder im Fell vorbeistreifender Tiere verankern.
  • Gleichzeitig umschließen die verkorkten Fruchtwände und die eingebetteten Ölstriemen den empfindlichen Keimling wie eine chemisch und mechanisch abgedichtete Kapsel, die ihn vor starker Höhenstrahlung, Austrocknung und Fraßfeinden schützt, bis die nächste Regenzeit exakt die richtigen Bedingungen für die Keimung liefert.

Verbreitungsgebiet

  • Äthiopien
  • Eritrea
  • Sudan
  • Kenia
  • Uganda
  • Jemen
  • Saudi-Arabien

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Oreoschimperella verrucosa (J.Gay ex A.Rich.) Rauschert — Royal Botanic Gardens, Kew.
  • World Flora Online (WFO): Taxonomische Daten und Synonyme zu Oreoschimperella verrucosa.
  • Richard, A. (1848): Tentamen Florae Abyssinicae, Vol. 1, Paris.

Technische Information

Taxonsynonyme: Conium verrucosum, Helosciadium simiense, Pimpinella simensis, Schimperella verrucosa, Sium verrucosum, Sium simense, Helosciadium simense

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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