Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Populus ilicifolia ist ein bis zu 30 Meter hoher Baum, der die sandigen Ufer und Schwemmebenen ostafrikanischer Flüsse wie des Tana-Flusses in Kenia und im Nordosten Tansanias säumt. Als südlichster Vertreter aller Pappeln weltweit trägt er das Art-Epitheton ilicifolia („stechpalmenblättrig“), weil seine eckig-eiförmigen Blätter mit ihren großen Randzähnen an die Blätter der Stechpalme (Ilex) erinnern.
Die Art gehört zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae) und wird innerhalb der Gattung Populus in die an warme Trockengebiete angepasste Sektion Turanga eingeordnet. Adolf Engler beschrieb den Baum 1895 zunächst unter dem Basionym Celtis ilicifolia, da das ungewöhnliche Laub selbst erfahrene Systematiker an ein Zürgelbaumgewächs denken ließ, bevor Ernest Rouleau ihn 1945 gültig zu den Pappeln stellte.
Der Baum erreicht Wuchshöhen von 25 bis 30 Metern bei einem zylindrischen Stammdurchmesser von bis zu 1,5 Metern und bildet eine lockere, konische bis abgerundete Krone. Bei jungen Bäumen ist die Rinde glatt und weißlich bis blassbraun, während sie im Alter tiefe Längsrisse entwickelt und sich rötlich-braun bis graubraun färbt.
Wie alle Pappeln ist auch diese Art zweihäusig (diözisch), sodass rein männliche und rein weibliche Blütenstände auf getrennten Bäumen wachsen. Die Einzelblüten sitzen in den Achseln von 3 bis 6 Millimeter langen Tragblättern und besitzen anstelle einer Blütenhülle einen dünnen, rötlichen Diskus mit deutlicher Fransenbildung.
Unregelmäßig je nach Luftfeuchtigkeit und Wasserstand; Fruchtreife vorwiegend von August bis Dezember
Entlang des Tana-Flusses und an der kenianischen Küste rund um Malindi und Lamu spielt das Holz von Populus ilicifolia eine zentrale Rolle im traditionellen Bootsbau. Das Volk der Pokomo fertigt aus den mächtigen Stämmen ausgehöhlte Einbaum-Kanus, die trotz einer begrenzten Haltbarkeit von etwa zwei Jahren wegen ihres geringen Gewichts (Rohdichte ca. 500 kg/m³) geschätzt und oft als Beiboote auf hochseetüchtigen Daus mitgeführt werden.
Als einziger natürlich im tropischen Ostafrika vorkommender Vertreter der Gattung Populus hat sich dieser Pionierbaum präzise auf die Dynamik periodisch überfluteter Sandbänke eingestellt. Während Pappeln der gemäßigten Breiten ihr Laub im kalten Herbst abwerfen, verliert Populus ilicifolia ihre Blätter zumeist während der Regenzeit, wenn reißende Hochwasser den Wurzelraum überschwemmen und den Sauerstoffgehalt im Boden senken.
Bemerkenswert ist auch die zweistufige Blattstrategie an ein und derselben Pflanze. Junge Triebe in Bodennähe bilden schmale, weidenartige Blätter aus, die bei plötzlichen Überflutungen dem strömenden Wasser kaum Widerstand bieten, während die hoch über der Hochwasserlinie liegende Krone der Altbäume breite, gezähnte Blätter entfaltet, um das volle Sonnenlicht der Äquatorregion auszunutzen.
Picrasma
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