Glanzblättriger Kreuzdorn (Rhamnus prinoides)

Afrikanischer Faulbaum Gesho Glanzblatt-Kreuzdorn Blinkblaar Shiny-leaf Buckthorn
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Rhamnus prinoides (Afrikanischer Faulbaum) – Gesho, Merkmale und Nutzung

Rhamnus prinoides, im Deutschen als Afrikanischer Faulbaum und in Ostafrika als Gesho bekannt, ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der entlang von Gebirgsbächen und an Waldrändern vom äthiopischen Hochland bis nach Südafrika gedeiht. Sein extrem dunkelgrünes, wie poliert glänzendes Laub brachte ihm in Südafrika den Namen „Blinkblaar“ ein, während das Art-Epitheton prinoides („der Immergrünen Eiche ähnelnd“) auf die ledrige, fein gesägte Blattform anspielt.

Die Art gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Sie wurde im Jahr 1789 vom französischen Botaniker Charles Louis L’Héritier de Brutelle in seinem Werk Sertum Anglicum wissenschaftlich erstbeschrieben und trägt diesen akzeptierten Namen bis heute.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Rosales
  • ∟ Familie Rhamnaceae
  • ∟ Gattung Rhamnus
  • ∟ Art Rhamnus prinoides (Glanzblättriger Kreuzdorn)

Lebendiger Puls

Morphologie

Je nach Höhenlage und Standort wächst Rhamnus prinoides als mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum von 4 bis 9 Metern Höhe mit einem Stammdurchmesser von bis zu 20 Zentimetern. Die Rinde ist glatt und bräunlich, färbt sich im Alter graubraun, während junge Zweige anfangs flaumig behaart sind.

Blätter

  • Die wechselständigen, kurz gestielten Laubblätter sind eiförmig bis elliptisch, 2,5 bis 10 Zentimeter lang und 1,5 bis 4,5 Zentimeter breit.
  • Die ledrige Blattspreite glänzt auf der Oberseite tief dunkelgrün, ist unterseits deutlich heller und matter und zeigt in den oberen zwei Dritteln einen fein, teils drüsig gesägten Rand.

Blüten und Steinfrüchte

  • In den Blattachseln stehen bis zu zehn kleine, grünlich-gelbe und fünfzählige Zwitterblüten in lockeren Büscheln zusammen, deren becherförmiger Kelch dreieckige Zipfel aufweist.
  • Nach der Blüte entwickeln sich erbsengroße (5 bis 6 Millimeter messende), beerenartige Steinfrüchte mit drei Steinkernen, die beim Reifen von leuchtend Rot über Dunkelrot bis zu einem glänzenden Blauschwarz wechseln.

Blütezeit

Im südlichen Afrika blüht die Art hauptsächlich im Frühjahr und Frühsommer von Oktober bis Dezember.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Pflegeparameter

Licht

Vollsonnig bis halbschattig; gedeiht sowohl an offenen Waldrändern als auch im lichten Schatten größerer Bäume.

Bewässerung

Mäßig bis regelmäßig; bevorzugt frische, gut durchlässige Böden in Ufernähe, verträgt nach der Etablierung aber auch kürzere Trockenphasen.

Temperatur

An das kühle Gebirgsklima Ost- und Südafrikas angepasst; verträgt leichten bis mäßigen Frost problemlos.

Luftfeuchtigkeit

Anpassungsfähig an normale bis erhöhte Luftfeuchtigkeit montaner Regionen.

Toxizität

Ungiftig; die reifen Steinfrüchte sind essbar, und Blätter sowie Stängel werden traditionell für Getränke genutzt.

Anwendungen

Rhamnus prinoides zählt zu den kulturell und wirtschaftlich bedeutendsten Nutzpflanzen des östlichen und südlichen Afrikas. Insbesondere in Äthiopien und Eritrea wird der Strauch unter dem Namen Gesho in Hausgärten und auf Plantagen kultiviert.

  • Bei der Herstellung von Tej (äthiopischem Honigwein) und Tella (traditionellem Hirse- oder Gerstenbier) übernimmt Gesho exakt die Funktion des europäischen Hopfens: Die aufgekochten Holzstängel oder getrockneten, gemahlenen Blätter verleihen den Getränken eine feine, herbe Bitterkeit und steuern die Gärung.
  • In der afrikanischen Volksmedizin werden Abkochungen der Wurzeln, Rinde und Blätter vielfältig eingesetzt, unter anderem zur Linderung von Halsentzündungen, Verdauungsbeschwerden und Hautpilzen sowie in Zentralkenia (als „Mûkarakinga“) als kräftigender Zusatz in Suppen.
  • Im südlichen Afrika (etwa in Lesotho unter dem Namen „Mofifi“) wird der dicht belaubte Baum wegen seines tiefgrünen Laubes als Ziergehölz, als Bienenweide sowie zum Erosions- und Windschutz entlang von Bachläufen und Feldrändern gepflanzt.

Interessante Fakten

Die Rolle von Rhamnus prinoides als „afrikanischer Hopfen“ beruht auf einer präzisen biochemischen und ökologischen Abstimmung. Was die Pflanze in den kühlen Bergwäldern Ostafrikas zum Schutz ihrer eigenen Gewebe produziert, macht sie für die traditionelle Braukunst unersetzlich.

Biochemische Steuerung der Fermentation

  • Die Blätter und die Rinde enthalten spezifische Bitterstoffe und Phenolverbindungen (aromatische sekundäre Pflanzenstoffe wie das Naphthalin-Glykosid Geshoidin), die das Pflanzengewebe in der Natur vor Fraßfeinden und Pilzbefall schützen.
  • Werden die gestampften Blätter oder Stängel einer Honig- oder Getreidemaische zugesetzt, hemmen diese Stoffe unerwünschte Fäulnisbakterien, während nützliche Hefen und Milchsäurebakterien ungehindert arbeiten können und das Getränk haltbar machen.

Optischer Kontrast im Hochland

  • Die dicke, wachsartige Schutzschicht (Kutikula) auf der Blattoberseite reflektiert das intensive UV-Licht der afrikanischen Hochlagen von bis zu 3200 Metern wie ein Spiegel.
  • Gleichzeitig schluckt das dicht gepackte Palisadengewebe darunter das sichtbare Licht so vollständig, dass Baumgruppen von Rhamnus prinoides vor den hellgelben Grashügeln des südafrikanischen Hochlands aus der Ferne fast tiefschwarz wirken.

Verbreitungsgebiet

  • Angola
  • Botswana
  • Demokratische Republik Kongo
  • Kamerun
  • Eritrea
  • Äthiopien
  • Kenia
  • Lesotho
  • Malawi
  • Mosambik
  • Ruanda
  • Sudan
  • Südsudan
  • Eswatini
  • Tansania
  • Uganda
  • Jemen
  • Südafrika
  • Sambia
  • Simbabwe

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Rhamnus prinoides L'Hér. – Royal Botanic Gardens, Kew.
  • South African National Biodiversity Institute (SANBI): Rhamnus prinoides – PlantZAfrica & Red List of South African Plants.
  • World Flora Online (WFO): Rhamnus prinoides L'Hér. – Taxonomische Datenbank.

Technische Information

Taxonsynonyme: Rhamnus pauciflora, Rhamnus celtifolia, Ziziphus lucida, Celtis rhamnifolia, Rhamnus prinifolia

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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