Tschukotka-Riesenmammutbaum (Sequoiadendron tchucoticum)

Sequoiadendron tchucoticum – Kreidezeitlicher Mammutbaum Sibiriens

In der späten Kreidezeit besiedelte die prähistorische Nadelbaumart Sequoiadendron tchucoticum das Gebiet der heutigen Tschuktschen-Halbinsel im Nordosten Russlands.

Die fossilen Funde stammen aus den Ablagerungen des Enmivaam-Flussbeckens und belegen das einstige Vorkommen von Mammutbäumen in arktischen Breiten. Als ausgestorbener Vertreter der Zypressengewächse (Cupressaceae) liefert diese Art wertvolle Erkenntnisse über die Anpassungsfähigkeit früher Mammutbäume.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Überklasse Gymnospermae (Nacktsamer)
  • Abteilung Pinophyta
  • Unterklasse Cupressidae
  • Ordnung Cupressales (Zypressen und Wacholder)
  • Familie Cupressaceae (Zypressengewächse)
  • Unterfamilie Sequoioideae (Mammutbäume)
  • Gattung Sequoiadendron (Riesenmammutbaum)
  • Art Sequoiadendron tchucoticum (Tschukotka-Riesenmammutbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die Pflanze zeichnet sich durch einen ausgeprägten Polymorphismus ihrer Zweige aus. Wissenschaftler identifizierten drei verschiedene Blatttypen an den fossilen Trieben:

  • Schuppenförmige Blätter, die eng anliegen
  • Pfriemliche Blätter mit spitz zulaufender Form
  • Sichelförmige Blätter, die leicht gebogen sind

Die Blätter weisen eine amphistomatische Struktur auf, bei der die Spaltöffnungen hauptsächlich schräg angeordnet sind. Die Epidermiszellen sind rechteckig geformt und besitzen oft schräge Endwände.

Anwendungen

Eine kommerzielle oder gärtnerische Nutzung ist für diese fossile Art ausgeschlossen. Ihr wissenschaftlicher Wert liegt in der Biostratigraphie und der Erforschung prähistorischer Ökosysteme.

Die Fossilien dienen Paläobotanikern zur Altersbestimmung von Gesteinsschichten. Sie ermöglichen auch eine präzise Analyse der kreidezeitlichen Flora Sibiriens.

Interessante Fakten

Die fossilen Abdrücke dieser Art wurden im Jahr 1984 in der Emuneret-Formation entdeckt und von russischen Geologen untersucht. Die morphologische Struktur der Triebe ähnelt stark dem heute lebenden Riesenmammutbaum.

Verbreitungsgebiet

  • Russland

Quellen

  • Lebedev, E. L. & Kostina, E. I. (Geological Institute, Russian Academy of Sciences). Fossil flora of the Emuneret Formation.
  • Paleobiology Database (PBDB). Taxon record: Sequoiadendron tchucoticum.

Siehe auch

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