Yunnan-Sinobaijianie (Sinobaijiania yunnanensis)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Sinobaijiania yunnanensis: Seltene Kletterpflanze aus den Bergwäldern Yunnans

Sinobaijiania yunnanensis ist eine filigrane, ausdauernde Kletterpflanze, die in den schattigen, feuchten Bergwäldern und Schluchten im Südwesten Chinas sowie im angrenzenden Norden Thailands und Laos heimisch ist. Ihr Artepitheton yunnanensis verweist direkt auf die südwestchinesische Provinz Yunnan, das wichtigste Zentrum ihrer natürlichen Verbreitung.

Die Art gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie wurde ursprünglich 1984 von An-Min Lu und Zhi-Yun Zhang unter dem Namen Thladiantha yunnanensis beschrieben, bevor Charles Jeffrey und Willem Jan Jacobus Oswald de Wilde sie im Jahr 2006 nach eingehenden morphologischen Analysen in die neu geschaffene Gattung Sinobaijiania überführten.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Cucurbitales
  • ∟ Familie Cucurbitaceae
  • ∟ Unterfamilie Cucurbitoideae
  • ∟ Gattung Sinobaijiania
  • ∟ Art Sinobaijiania yunnanensis (Yunnan-Sinobaijianie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Sprossachse und Kletterorgane

Die Pflanze bildet schlanke, kantig gefurchte Klettertriebe aus, die mehrere Meter hoch in das Unterholz von Bergwäldern aufsteigen. Zum Festhalten nutzt sie spezialisierte Ranken, die an der Spitze zweigeteilt (bifid) sind und feinfühlig auf Berührungsreize reagieren.

Blätter

Die gestielten Blätter stehen wechselständig am Stängel und besitzen eine dünne, fast häutige Textur. Ihre Form ist breit eiförmig bis tief herzförmig, wobei der Blattrand fein gezähnt ist und die Oberfläche kurze, raue Borstenhaare trägt.

Blüten und Früchte

Wie bei vielen Wildformen der Kürbisgewächse ist die Art zweihäusig (diözisch), sodass männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen wachsen:

  • Blütenbau: Die männlichen Blüten stehen in lockeren, rispenartigen Blütenständen, während die gelblichen weiblichen Blüten meist einzeln oder zu wenigen in den Blattachseln erscheinen.
  • Staubblätter und Frucht: In den männlichen Blüten sitzen fünf freie Staubblätter mit einfächrigen (monothekischen) Staubbeuteln; nach der Bestäubung reifen kleine, länglich-eiförmige Beerenfrüchte heran.

Blütezeit

Sommer bis früher Herbst (Juni bis September)

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Interessante Fakten

Feinmechanik der zweigeteilten Kletterranken

Im dichten, lichtarmen Unterwuchs subtropischer Gebirgswälder entscheidet die Fähigkeit, schnell und energiesparend ans Licht zu gelangen, über das Überleben. Statt einen dicken, energieaufwendigen Holzstamm zu bilden, verlässt sich Sinobaijiania yunnanensis auf hochspezialisierte Ranken mit gegabelter Spitze.

Das Zusammenspiel von Sensorik und Gewebespannung funktioniert dabei nach einem präzisen Bauplan:

  • Doppelte Verankerung: Durch die Gabelung an der Rankenspitze kann die Liane zwei benachbarte Zweige gleichzeitig umschlingen, was die Zugfestigkeit bei Windböen im Kronendach deutlich erhöht.
  • Federnde Spiralkontraktion: Sobald die Rankenspitze Halt gefunden hat, rollt sich der mittlere Abschnitt der Ranke wie eine elastische Spiralfeder zusammen, zieht den Spross sanft an die Stütze heran und fängt ruckartige Bewegungen der Trägerpflanze ab, ohne zu reißen.

Verbreitungsgebiet

  • China
  • Laos
  • Thailand

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO), Royal Botanic Gardens, Kew: Sinobaijiania yunnanensis (A.M.Lu & Zhi Y.Zhang) C.Jeffrey & W.J.de Wilde
  • World Flora Online (WFO): Sinobaijiania yunnanensis
  • Flora of China, Vol. 19 (Cucurbitaceae): Sinobaijiania yunnanensis

Technische Information

Taxonsynonyme: Baijiania yunnanensis, Siraitia borneensis var. yunnanensis, Siraitia borneensis var. lobophylla

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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