Schipps Sparrea (Sparrea schippii)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Sparrea schippii: Botanisches Profil des neotropischen Baumes

Sparrea schippii ist ein immergrüner Baum der neotropischen Regenwälder, der in den feuchtwarmen Tiefland- und Hügelregionen vom südlichen Mexiko über Belize und Guatemala bis nach Honduras und Nicaragua verbreitet ist. Das Art-Epitheton schippii ehrt den in Australien geborenen Botaniker und Forschungsreisenden William August Schipp (1891–1967), der die zuvor kaum erforschte Küsten- und Waldflora von Belize (damals Britisch-Honduras) unter schwierigsten Bedingungen dokumentierte.

In der botanischen Systematik blickt das Gehölz auf eine bewegte Geschichte zurück: Es wurde 1934 vom amerikanischen Botaniker Paul Carpenter Standley zunächst als Celtis schippii beschrieben und später von führenden Systematikern wie Cornelis Christiaan Berg als eigenständiger Zweig innerhalb der neotropischen Zürgelbaum-Verwandtschaft (Ampelocera schippii beziehungsweise Sparrea schippii) behandelt.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ Ordnung Rosales
  • ∟ Familie Cannabaceae (Hanfgewächse)
  • ∟ Gattung Sparrea (Sparree)
  • ∟ Art Sparrea schippii (Schipps Sparrea)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchsform und Rinde

Der Baum wächst als mittelgroßes bis stattliches Gehölz des geschlossenen Kronendachs und erreicht in ungestörten Primärwäldern Wuchshöhen von 10 bis über 20 Metern. Der zylindrische Stamm trägt eine glatte bis fein rissige, gräulich-braune Borke und bildet im Alter oft flache Brettwurzeln an der Basis aus, die ihm im weichen Waldboden Halt verleihen.

Blätter

Die wechselständig und zweizeilig (distich) an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind ledrig (coriaceous) und besitzen eine länglich-elliptische bis eiförmige Blattspreite mit ganzrandigem Saum und ausgezogener Träufelspitze. Im Gegensatz zu vielen rauhaarigen Vertretern der Gattung Celtis mit ihrer typischen dreinervigen Basis zeigt das kahle Blatt von Sparrea schippii eine eher gefiederte (pinnate) Aderung aus mehreren Paaren bogig verlaufender Seitennerven.

Blüten und Steinfrüchte

Die unscheinbaren, grünlich-gelben Blüten stehen in kleinen, achselständigen Zymen (begrenzten Trugdolden) und sind an eine Bestäubung durch Wind oder kleine Insekten angepasst:

  • Blütenhülle: Das einfache Perianth umschließt die Staubblätter sowie den oberständigen Fruchtknoten, der in zwei ungeteilten, spreizenden Narbenästen endet.
  • Früchte: Nach der Befruchtung reifen kleine, einsamige, fleischige Steinfrüchte (Drupen) heran, deren harter Steinkern den Samen beim Durchgang durch den Verdauungstrakt fruchtfressender Waldvögel schützt.

Interessante Fakten

Architektur des Blattes für den Dauerregen Mittelamerikas

In den niederschlagsreichen Karibik-Tieflandwäldern von Belize und Guatemala ist jedes Laubblatt einer ständigen Belastung durch heftige Tropengüsse und rasch siedelnde Moose oder Algen (Epiphylle) ausgesetzt. Sparrea schippii begegnet dieser Herausforderung mit einer präzise abgestimmten Oberflächen- und Leitungsarchitektur ihrer Blätter.

  • Hydrodynamische Träufelspitze: Die glatte, wachsüberzogene Kutikula und das schmal ausgezogene Ende der Blattspreite (Acumen) bündeln das herabströmende Regenwasser zu einem rasch abfließenden Strahl, sodass die Blattoberfläche nach einem Schauer schnell abtrocknet und Sporen keinen feuchten Nährboden finden.
  • Mechanische Aussteifung: Die ledrige Textur und die gleichmäßig über die Spreite verteilten, bogig miteinander verbundenen Seitennerven fangen den Aufprall schwerer Regentropfen elastisch ab, ohne dass das Assimilationsgewebe einreißt.

Spurensuche im Regenwald von Britisch-Honduras

Die wissenschaftliche Entdeckung dieser Art ist eng mit der Pionierarbeit von William August Schipp verknüpft, der zwischen 1929 und 1935 tausende Herbarbelege in den damals fast unzugänglichen Sümpfen und Wäldern von Belize sammelte. Weil viele Baumriesen des geschlossenen Kronendachs ihre Blüten und Früchte erst in zwanzig Metern Höhe zeigen, erforderte das Auffinden der unscheinbaren Zweige von Sparrea schippii ein außergewöhnlich geschultes Auge für feine Unterschiede in der Rinden- und Blattstruktur.

Verbreitungsgebiet

  • Mexiko
  • Belize
  • Guatemala
  • Honduras
  • Nicaragua

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Ampelocera schippii / Sparrea schippii – Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Tropicos.org: Sparrea schippii (Standl.) Hunz. & Dottori – Missouri Botanical Garden.
  • Standley, P.C. (1934): New Plants from the Yucatan Peninsula. Carnegie Institution of Washington Publication 461: 54.
  • World Flora Online (WFO): Taxonomic data for Sparrea schippii.

Technische Information

Taxonsynonyme: Celtis schippii, Celtis ferarum

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bitterholzbaum

Bitterholzbaum

Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …

Echte Araukarien

Echte Araukarien

Araucaria sect. Araucaria

Araucaria sect. Araucaria ist eine botanische Sektion innerhalb der Gattung der Araukarien. Sie umfasst markante …

Affenbaum

Affenbaum

Araucaria

Die Araukarien sind eine faszinierende Gattung immergrüner Koniferen, die als lebende Fossilien gelten. Sie stammen …