Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Toxicodendron vernicifluum, im Deutschen als Lackbaum bekannt, ist ein stattlicher, sommergrüner Baum aus den Bergwäldern Ostasiens, der bis zu 20 Meter hoch wächst und im Herbst mit leuchtend scharlachrotem Fiederlaub auffällt. Sein lateinisches Art-Epitheton vernicifluum bedeutet „firnisfließend“ und verweist direkt auf den milchigen Rindensaft, aus dem der berühmte ostasiatische Urushi-Lack entsteht.
Die Art gehört zur Familie der Anacardiaceae (Sumachgewächse) und wurde zunächst 1812 von Jonathan Stokes als Rhus verniciflua beschrieben, ehe Fred Alexander Barkley sie 1940 in die Gattung Toxicodendron (literally „Giftbaum“) stellte.
Der Lackbaum bildet eine breit ausladende, lockere Krone und erreicht Wuchshöhen von bis zu 20 Metern. Seine Rinde ist in der Jugend glatt und grau, reißt im Alter jedoch in grobe, längliche Platten auf und führt in speziellen Harzgängen des Phloems (der leitenden Bastschicht unter der Borke) einen weißlich-gelben, an der Luft rasch nachdunkelnden Milchsaft.
Die großen, wechselständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert und werden insgesamt 25 bis 60 Zentimeter lang. Jedes Blatt setzt sich aus 7 bis 19 eiförmigen bis länglichen Fiederblättchen zusammen, die ganzrandig sind und auf der Unterseite entlang der Blattadern eine feine, weiche Behaarung tragen.
Die Blütezeit fällt in den Frühsommer von Mai bis Juni.
Seit über 9.000 Jahren — belegt durch archäologische Funde aus der japanischen Jōmon-Zeit — wird der Rindensaft von Toxicodendron vernicifluum als Rohstoff für den widerstandsfähigen Urushi-Lack gewonnen. Dazu ritzen Handwerker die Stämme zehnjähriger Bäume zwischen Juni und November behutsam horizontal an und ernten pro Baum und Jahr lediglich rund 250 Milliliter des rohen Saftes.
Neben der Oberflächenveredelung dient das Harz in der Kunst des Kintsugi als hochfester, wasserbeständiger Naturklebstoff, um zerbrochene Keramik zusammenzufügen und die Klebenähte anschließend mit Goldstaub zu bestäuben. In der traditionellen chinesischen Medizin werden getrocknete Harz- und Pflanzenteile zudem in streng kontrollierten Zubereitungen gegen innere Parasiten und zur Blutstillung eingesetzt, wobei sekundäre Pflanzenstoffe wie Butein und Sulfuretin wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften erforscht werden.
Während gewöhnliche Lacke und Farben trocknen, indem ihr flüssiges Lösungsmittel verdunstet, funktioniert das Wundsekret von Toxicodendron vernicifluum nach einem völlig anderen, biochemisch präzisen Prinzip. Um seine verletzte Rinde im feuchtwarmen Monsunklima Ostasiens rasch gegen Pilze und Fäulnisbakterien abzudichten, verlässt sich der Baum nicht auf Verdunstung, sondern auf eine enzymatisch gesteuerte Vernetzung.
Taxonsynonyme: Rhus kaempferi, Rhus vernicifera, Ailanthus scripta, Rhus himalaica, Rhus verniciflua
Picrasma
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