Smythes Haarbecherbaum (Trichoscypha smythei)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Trichoscypha smythei: Tropischer Baum der Sumachgewächse Afrikas

Trichoscypha smythei ist ein tropisches Gehölz, das in den feuchten Regenwäldern West- und Zentralafrikas von Guinea und Sierra Leone bis in das Kongobecken verbreitet ist. Das Art-Epitheton smythei ehrt den britischen Botaniker und Kolonialbeamten Charles William Smythe, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Botanischen Garten in Sierra Leone leitete und die westafrikanische Flora intensiv sammelte.

Die Art gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) und ist Teil der rein afrikanischen Gattung Trichoscypha. Sie wurde von den britischen Botanikern John Hutchinson und John McEwan Dalziel im Rahmen ihrer Aufarbeitung der westafrikanischen Pflanzenwelt wissenschaftlich erstbeschrieben.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ malvids
  • ∟ Ordnung Sapindales
  • ∟ Familie Anacardiaceae
  • ∟ Unterfamilie Anacardioideae
  • ∟ Gattung Trichoscypha
  • ∟ Art Trichoscypha smythei (Smythes Haarbecherbaum)

Lebendiger Puls

Morphologie

Vegetative Merkmale

Als typischer Vertreter der Gattung Trichoscypha wächst die Pflanze als immergrüner Strauch oder kleiner bis mittelgroßer Baum des Unterholzes tropischer Wälder. Im Rindengewebe verlaufen charakteristische Harzgänge, die bei Verletzungen ein an der Luft nachdunkelndes Exsudat abgeben.

  • Die wechselständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert und oft an den Enden der Zweige schopfig gehäuft.
  • Die einzelnen Fiederblättchen besitzen ganzrandige, ledrige Spreiten mit einer ausgeprägten, bogenförmig verlaufenden Seitennervatur und einer meist lang ausgezogenen Träufelspitze.

Blütenstände und Früchte

Die kleinen, funktionell eingeschlechtigen Blüten sind in verzweigten, rispigen Blütenständen angeordnet. Im Zentrum der Blüte befindet sich ein nektarproduzierender Diskus, dessen Behaarung der gesamten Gattung ihren Namen verliehen hat.

  • Die Einzelblüten sind radiärsymmetrisch aufgebaut und weisen vier bis fünf Kelch- und Kronblätter auf.
  • Als Früchte reifen einsamige, fleischige Steinfrüchte heran, deren äußere Fruchthülle bei Reife eine auffällige Färbung annimmt.

Interessante Fakten

Ein haariger Kelch als Namensgeber

Der Gattungsname Trichoscypha setzt sich aus den altgriechischen Wörtern für „Haar“ (thrix) und „Becher“ (skyphos) zusammen und beschreibt ein mikroskopisches Konstruktionsmerkmal im Blüteninneren. Der becherförmige Diskus (das Nektarpolster am Blütenboden) ist bei den Vertretern dieser Gruppe dicht mit feinen Haaren ausgekleidet.

  • Diese feine Behaarung hält den ausgeschiedenen Nektar durch Kapillarkräfte im Blütenbecher fest und schützt den energiereichen Tropfen im feuchtwarmen Regenwaldklima davor, durch herabfallendes Kondenswasser sofort verdünnt oder ausgewaschen zu werden.
  • Gleichzeitig müssen blütenbesuchende Waldinsekten ihren Rüssel gezielt zwischen die Haare schieben, wodurch sie zuverlässig mit den Staubbeuteln oder der Narbe in Kontakt kommen.

Biochemischer Schutz im feuchten Schatten

In den dauerfeuchten Tieflandwäldern von Guinea bis Gabun herrscht ein hoher Fraßdruck durch pflanzenfressende Insekten und ein ständiges Risiko für Pilzinfektionen. Wie ihre Verwandten innerhalb der Anacardiaceae verfügt Trichoscypha smythei über ein Kanalsystem aus Harzgängen, das unter Innendruck steht und bei Gewebeschäden sofort phenolische Harzverbindungen in die Wunde presst, um die Eintrittsstelle luftdicht zu versiegeln.

Verbreitungsgebiet

  • Guinea
  • Sierra Leone
  • Liberia
  • Elfenbeinküste
  • Ghana
  • Benin
  • Kamerun
  • Äquatorialguinea
  • Gabun
  • Demokratische Republik Kongo
  • Zentralafrikanische Republik

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Royal Botanic Gardens, Kew – Trichoscypha smythei Hutch. & Dalziel.
  • World Flora Online (WFO): Taxonomischer Datensatz zu Trichoscypha smythei (Anacardiaceae).
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Verbreitungsnachweise im tropischen West- und Zentralafrika.
  • Hutchinson, J. & Dalziel, J. M.: Flora of West Tropical Africa.

Technische Information

Taxonsynonyme: Brucea paniculata, Trichoscypha smeathmannii

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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