Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Schierling Tollkraut Wüterich Flecken-Schierling
IUCN: Вызывает наименьшие опасения
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Gefleckter Schierling (Conium maculatum) – Botanik & Historie

Schon in der antiken Literatur weckt dieser Name düstere Assoziationen, da sein Saft einst das Leben berühmter Denker wie Sokrates beendete. Auf feuchten Wegen und Schuttplätzen verströmt Conium maculatum einen unangenehmen, an Mäuseurin erinnernden Geruch, der bereits vor seiner extremen Toxizität warnt.

Die zweijährige Pflanze tarnt sich geschickt mit Blättern, die der Petersilie ähneln, birgt jedoch in all ihren Teilen tödliche Alkaloide. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, bevor sie im zweiten Jahr emporwächst und ihre weißen Blütendolden entfaltet.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • asterids
  • Ordnung Apiales
  • Familie Apiaceae
  • Gattung Conium (Schierlinge)
  • Art Conium maculatum (Gefleckter Schierling)

Lebendiger Puls

Botanische Illustration

Botanische Illustration
Фото: BioDivLibrary / Лицензия: Public Domain Mark

Morphologie

Der Gefleckte Schierling erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 2,4 Metern und zeichnet sich durch einen hohlen, gefurchten Stängel aus. Dieser ist besonders im unteren Bereich durch charakteristische dunkelrote bis purpurne Flecken gemustert und im oberen Bereich stark verzweigt.

  • Blätter: Die Blätter sind weich, zwei- bis dreifach gefiedert und weisen eine dunkelgrüne Färbung auf.
  • Blüten: Die kleinen weißen Blüten stehen in endständigen, doppeldoldigen Blütenständen mit einem Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern.
  • Wurzel: Die Pflanze besitzt eine spindelförmige, weißliche Pfahlwurzel, die tief in den Boden eindringt.
  • Früchte: Die eiförmigen Spaltfrüchte sind etwa 3 Millimeter groß, hellgrün und gerippt.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich über die Sommermonate von Juni bis Juli, gefolgt von der Fruchtreife im Spätsommer.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Aufgrund der extremen Giftigkeit ist eine heutige Anwendung im medizinischen Bereich weitgehend obsolet. In der Vergangenheit wurden Pflanzenteile des Gefleckten Schierlings in Form von Umschlägen als Antispasmodikum, Sedativum und zur Schmerzlinderung bei neuralgischen Beschwerden eingesetzt.

Eine innere Anwendung ist unter allen Umständen zu vermeiden, da bereits geringe Dosen zum Atemstillstand führen können. Die moderne Homöopathie nutzt stark verdünnte Zubereitungen, während die Schulmedizin vollständig auf sicherere Alternativen ausweicht.

Interessante Fakten

Die bekannteste historische Erwähnung verdankt der Gefleckte Schierling dem Prozess gegen den Philosophen Sokrates im Jahr 399 vor Christus, der zum Tode durch den Schierlingsbecher verurteilt wurde. Neben Sokrates wurden im antiken Griechenland auch andere verurteilte Gefangene wie Phokion und Theramenes mit diesem starken Pflanzengift hingerichtet.

Ein markantes biologisches Merkmal ist der unangenehme Geruch der Pflanze, der durch das flüchtige Alkaloid Coniin verursacht wird und sich bei Reibung intensiviert. Für viele Säugetiere ist die Pflanze extrem giftig, wobei Rinder, Schafe und Pferde bereits nach dem Verzehr geringer Mengen schwere Vergiftungssymptome zeigen.

Verbreitungsgebiet

  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Frankreich
  • Ägypten

Natürliche Varietäten

Technische Information

Taxonsynonyme: Cicuta officinalis, Coriandrum maculatum, Selinum conium, Conium sibiricum, Conium pyrenaicum, Conium nodosum, Conium ceretanum, Conium strictum, Conium tenuifolium

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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