Rostrote Hannoa (Hannoa ferruginea)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Hannoa ferruginea (Quassia sanguinea): Merkmale und Verbreitung

Hannoa ferruginea ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus den submontanen Wäldern und Übergangssavannen West- und Zentralafrikas, insbesondere in Nigeria und Kamerun. Das lateinische Art-Epitheton ferruginea bedeutet „rostfarben“ und beschreibt den dichten, warm rostbraunen Haarfilz auf den jungen Zweigen, Knospen und Blütenständen.

Die Art wurde 1902 vom deutschen Botaniker Adolf Engler erstbeschrieben. In modernen taxonomischen Datenbanken wie Plants of the World Online (POWO) wird Hannoa ferruginea als historisches Synonym von Quassia sanguinea Cheek & Jongkind (beziehungsweise bei Aufteilung der Sammelgattung als Odyendea- oder Hannoa-Vertreter) geführt, wobei im bereitgestellten Datensatz keine Familie explizit hinterlegt ist.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superrosids
  • ∟ rosids
  • ∟ malvids
  • ∟ Ordnung Sapindales
  • ∟ Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
  • ∟ Gattung Hannoa (Hannoa-Baum)
  • ∟ Art Hannoa ferruginea (Rostrote Hannoa)

Lebendiger Puls

Morphologie

Habitus und rostfarbene Behaarung

Die Pflanze wächst als aufrechter Strauch oder kleiner Baum und erreicht in ihren natürlichen Lebensräumen meist Höhen von 2 bis 8 Metern. Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist das Indumentum — ein dichter Überzug aus feinen, rostrot bis kupferbraun glänzenden Haaren, der sämtliche jungen Triebspitzen und Blütenachsen umhüllt.

Blätter

Die unpaarig gefiederten Laubblätter sind wechselständig angeordnet und bestehen aus mehreren Paaren kräftiger, ledriger Fiederblättchen sowie einem Endblättchen. Beim Austrieb zeigen die jungen Blätter oft eine rötliche bis bronzefarbene Tönung, bevor sie im reifen Zustand tiefgrün und auf der Oberseite kahl werden.

  • Blättchenstruktur: Die einzelnen Fiederblättchen sind länglich-elliptisch bis verkehrt-eiförmig, an der Spitze abgerundet oder leicht ausgerandet und besitzen einen glatten, leicht nach unten umgerollten Blattrand.
  • Drüsenpunkte: Wie bei nahe verwandten Arten sitzen auf der Blattfläche vereinzelte, leicht eingesenkte Drüsen, die auf die spezialisierte Biochemie des Gewebes hinweisen.

Blütenstände und Früchte

Die Blüten erscheinen in end- oder achselständigen, reich verzweigten Rispen, deren Achsen ebenfalls dicht rostbraun behaart sind. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich ein bis mehrere freie, eiförmige bis längliche Steinfrüchte (Merikarpien), die sich zur Reife dunkelrot bis fast schwarz verfärben.

Interessante Fakten

Thermoschutz und chemische Abwehr in tropischen Höhenlagen

Hannoa ferruginea besiedelt bevorzugt das Bergland entlang der Grenze zwischen Nigeria und Kamerun (wie das Bamenda-Hochland und das Mambilla-Plateau) in Höhenlagen zwischen 1000 und 1800 Metern. In diesen tropischen Höhenstufen wechseln sich kühle, nebelfeuchte Nächte mit intensiver, ungefilterter UV-Strahlung zur Mittagszeit ab.

Genau hier greift die namensgebende rostbraune Behaarung (ferruginea) als präzise abgestimmter Mikroklimaschutz ein. Solange die zarten Zellwände der jungen Triebe und Blütenknospen noch nicht ausgehärtet sind, wirkt das dichte Haarkleid wie ein optischer und thermischer Puffer.

  • Strahlungsschild: Die rostbraunen Pigmente in den Zellwänden der Haare streuen und absorbieren überschüssige ultraviolette Strahlung, bevor diese das empfindliche Teilungsgewebe schädigen kann.
  • Kombination mit Bitterstoffen: Gleichzeitig lagert die Pflanze bereits in die jungen Gewebe stark bittere Quassinoide (spezialisierte sauerstoffreiche Terpenverbindungen) ein, die pflanzenfressende Insekten sofort vom Fraß an den nährstoffreichen Knospen abhalten.

Sobald das Blatt voll entfaltet ist und eine dicke, wachsartige Kutikula ausgebildet hat, übernimmt diese feste Außenschicht den Schutz, während der rostfarbene Haarfilz seine Aufgabe genau im verwundbarsten Entwicklungsfenster erfüllt hat.

Verbreitungsgebiet

  • Nigeria
  • Kamerun

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Royal Botanic Gardens, Kew — Hannoa ferruginea Engl. (Synonym von Quassia sanguinea Cheek & Jongkind).
  • World Flora Online (WFO) & Tropicos: Nomenklatorische Daten zu Hannoa ferruginea Engl., Bot. Jahrb. Syst. 32: 122 (1902).
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Herbarbelege aus Nigeria und Kamerun.

Technische Information

Taxonsynonyme: Quassia sanguinea

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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