Kyushu-Blut-Spinnenlilie (Lycoris sanguinea var. kiusiana)

Kyushu-Spinnenlilie Kyushu-Lycoris
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Lycoris sanguinea var. kiusiana: Herkunft und botanische Merkmale

Auf der japanischen Insel Kyushu findet man diese kräftig orange-rot blühende Varietät, die vor allem in den feuchten Hangwäldern wächst. Sie unterscheidet sich von der typischen Art durch größere Blütenstrukturen und eine intensivere Färbung. Die Zwiebelpflanze zieht im Hochsommer mit ihren feurigen Blütenständen die Aufmerksamkeit auf sich.

Diese Wildform wächst unter dem Kronendach sommergrüner Laubwälder, wo sie vor praller Sonne geschützt ist. Ihr Wachstumszyklus ist perfekt an die Bedingungen der ostasiatischen Monsunregion angepasst.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • monocots (Einkeimblättrige Pflanzen)
  • Ordnung Asparagales
  • Familie Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse)
  • Unterfamilie Amaryllidoideae
  • Tribus Lycorideae
  • Gattung Lycoris (Spinnenlilien)
  • Art Lycoris sanguinea (Blutrote Spinnenlilie)
  • Varietät Lycoris sanguinea var. kiusiana (Kyushu-Blut-Spinnenlilie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die Zwiebel von Lycoris sanguinea var. kiusiana ist braun beschuppt und eiförmig. Im zeitigen Frühjahr treiben die linealischen, grasartigen Blätter aus, welche vor der sommerlichen Blütezeit wieder vollständig einziehen.

Die Blüten weisen folgende charakteristische Merkmale auf:

  • Größe: Deutlich größere Einzelblüten im Vergleich zur Nominatform Lycoris sanguinea.
  • Färbung: Ein sattes Orange-Rot bis Ziegelrot, das im Sonnenlicht glänzt.
  • Blütenstand: Drei bis sechs Blüten stehen in einer endständigen Dolde auf einem bis zu 40 Zentimeter hohen Schaft.

Blütezeit

Hochsommer

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Diese Varietät wird in schattigen Waldgärten und naturnahen Pflanzungen verwendet, wo sie im Hochsommer spektakuläre Farbtupfer liefert. Sie harmoniert perfekt mit Farnen und Schattengräsern, die ähnliche Standortansprüche haben.

Aufgrund ihrer Giftigkeit findet sie in der modernen Landwirtschaft oder Floristik keine praktische Anwendung. In botanischen Sammlungen dient sie zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der Gattung Lycoris.

Interessante Fakten

Der Name kiusiana verweist direkt auf die japanische Insel Kyushu, auf der diese Varietät erstmals wissenschaftlich dokumentiert wurde. Sie gilt als klassischer Vertreter der sommerlichen Flora dieser Region.

  • Erstbeschreibung: Die Varietät wurde von dem berühmten Botaniker Makino beschrieben und später von T. Koyama gültig veröffentlicht.
  • Schutzmechanismus: Wie alle Amaryllisgewächse schützt sich die Pflanze durch giftige Alkaloide vor Fraßfeinden.

Verbreitungsgebiet

  • Japan

Quellen

  • Kew Science: Plants of the World Online (POWO)
  • World Flora Online (WFO)
  • T.Koyama, Baileya 7: 5 (1959)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF

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