Typische Blut-Spinnenlilie (Lycoris sanguinea var. sanguinea)

Blutrote Spinnenlilie Fuchsschwert-Spinnenlilie Kitsune-no-kamisori

Lycoris sanguinea var. sanguinea: Merkmale & Botanik

Durch ihre leuchtend orange-roten Blüten zieht diese sommergrüne Zwiebelpflanze im Spätsommer alle Blicke auf sich. Sie wächst hauptsächlich in den bewaldeten Bergregionen Ostasiens und bildet dort dichte Bestände. Die Pflanze zieht nach der Blütezeit vollständig ein und überdauert den Winter als unterirdisches Speicherorgan.

Die Zwiebeln und andere Pflanzenteile weisen eine hohe Toxizität auf, da sie verschiedene Alkaloide enthalten. Aus diesem Grund meiden Weidetiere diese Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung. Botanisch wird sie der Unterfamilie Amaryllidoideae zugeordnet, die für ihre auffälligen Blütenformen bekannt ist.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • monocots (Einkeimblättrige Pflanzen)
  • Ordnung Asparagales
  • Familie Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse)
  • Unterfamilie Amaryllidoideae
  • Tribus Lycorideae
  • Gattung Lycoris (Spinnenlilien)
  • Art Lycoris sanguinea (Blutrote Spinnenlilie)
  • Varietät Lycoris sanguinea var. sanguinea (Typische Blut-Spinnenlilie)

Lebendiger Puls

Morphologie

Die Zwiebeln dieser Art sind eiförmig und erreichen einen Durchmesser von etwa drei bis vier Zentimetern. Im Frühjahr treiben direkt aus der Zwiebel riemenförmige, dunkelgrüne Blätter aus, die eine Länge von bis zu 30 Zentimetern erreichen können. Diese Blätter sterben im Frühsommer komplett ab, noch bevor sich der Blütenstand entwickelt.

Der aufrechte, kräftige Blütenstiel wächst im Hochsommer heran und trägt an seiner Spitze einen doldigen Blütenstand. Dieser setzt sich aus zwei bis sechs trichterförmigen Blüten zusammen, die eine leuchtend orangerote Färbung aufweisen. Folgende morphologische Details zeichnen die Blüten aus:

  • Blütenhüllblätter: Etwa 4 bis 5 Zentimeter lang, aufrecht und leicht zurückgebogen.
  • Staubblätter: Etwa so lang wie die Blütenhüllblätter, wodurch sie kaum aus der Blüte herausragen.
  • Fruchtknoten: Dreifächerig, woraus sich später Kapselfrüchte mit schwarzen Samen entwickeln.

Blütezeit

Spätsommer, Juli bis August

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Aufgrund ihrer hohen Toxizität findet diese Pflanze in der modernen Medizin oder Ernährung keine direkte Anwendung. In der traditionellen ostasiatischen Heilkunde wurden die Zwiebeln in sehr geringen Dosen äußerlich bei Hautkrankheiten angewendet. Heute wird sie gelegentlich als Zierpflanze in halbschattigen Steingärten oder Gehölzrändern kultiviert, um späte Farbakzente zu setzen.

Interessante Fakten

Die auffällige Blütezeit im Spätsommer fällt in Japan mit traditionellen Ahnenfesten zusammen, weshalb der Pflanze oft eine symbolische Verbindung zur Geisterwelt nachgesagt wird. Da die Blätter im Frühjahr erscheinen und vor den Blüten vollständig absterben, begegnen sich Laub und Blüte dieser Art niemals. Dieser Umstand hat in Asien zu zahlreichen Gedichten und Legenden über unerfüllte Liebe inspiriert.

Verbreitungsgebiet

  • Japan
  • Südkorea

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO)
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF)
  • World Flora Online (WFO)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO

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