Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Mit einem weiten Verbreitungsgebiet in den Neotropen bildet Maclura tinctoria subsp. tinctoria die typische Unterart des bekannten Färbermaulbeerbaums. Dieser mittelgroße bis große Baum wächst vor allem in feuchten bis trockenen tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas. Seit Jahrhunderten ist er für sein farbstoffreiches Kernholz bekannt, das zur Herstellung des gelben Farbstoffs Fustik verwendet wird.
Die Pflanze gedeiht in warmen Klimazonen auf gut durchlässigen Böden. Ihre Blätter dienen verschiedenen Insekten als Futterquelle, während die Früchte von der heimischen Tierwelt gefressen werden. In der Geschichte des Welthandels spielte dieses Holz eine bedeutende Rolle als Exportware für die europäische Textilindustrie.
Dieser tropische Baum erreicht Wuchshöhen von 15 bis über 25 Metern und entwickelt einen geraden Stamm mit graubrauner Rinde. Die Zweige weisen schlanke, meist gerade Dornen auf, die kürzer sind als bei der Chaco-Unterart. Bei Beschädigung der Rinde tritt ein ergiebiger, klebriger weißer Milchsaft aus.
Die Laubblätter sind dünn, papierartig bis schwach ledrig, eiförmig bis elliptisch geformt und laufen am Ende spitz zu. Der Blattrand ist deutlich gesägt oder unregelmäßig gezähnt, und die Blattoberfläche ist weitgehend haarlos. Die Blütenstände sind diözisch aufgeteilt: Männliche Blüten stehen in schlanken, zylindrischen Kätzchen, während weibliche Blüten dichte, kugelförmige Köpfchen bilden.
Aus den bestäubten Fruchtknoten entwickeln sich kleine, rundliche Sammelfrüchte von etwa 1 bis 1,5 Zentimetern Durchmesser. Diese sind im reifen Zustand weich, essbar und schmecken süßlich, enthalten jedoch viel klebrigen Milchsaft.
Trockenzeit der Tropen (Februar bis April)
Das wertvolle Kernholz liefert das traditionelle Färbemittel Fustik, das Wolle und Baumwolle in Kombination mit Beizen olivgrüne, gelbe und braune Töne verleiht. Zudem ist das Holz extrem schwer, hart und witterungsbeständig, weshalb es im Schiffbau, für schwere Pfosten und im Möbelbau geschätzt wird. Die Blätter werden gelegentlich zur Fütterung von Seidenraupen verwendet, wenn keine echten Maulbeerblätter verfügbar sind.
Während des Ersten Weltkriegs erlangte der Farbstoff dieser Unterart enorme Bedeutung für die Färbung von Khaki-Uniformen der US-Armee, da synthetische Farbstoffe aus Deutschland nicht lieferbar waren. Die reifen Früchte werden von vielen Vögeln, Fledermäusen und Affen geschätzt, die somit als Hauptverbreiter der Samen fungieren. In manchen tropischen Regionen wird die Rinde rituell verwendet und zur Fiebersenkung abgekocht.
Externe Datenbanken: GBIF
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