Schwarzblasen-Blasenkirsche (Physalis melanocystis)

Physalis melanocystis: Botanik, Merkmale und Verbreitung

Physalis melanocystis ist eine an der Basis verholzende, reich verzweigte Pflanze aus Mexiko und Mittelamerika, die ihre kugelrunden Beeren in einer laternenartigen Fruchthülle verbirgt. Ihr Art-Epitheton melanocystis setzt sich aus den altgriechischen Wörtern für „schwarz“ (melas) und „Blase“ (kystis) zusammen und spielt auf den sich beim Trocknen dunkel verfärbenden, blasig aufgetriebenen Fruchtkelch an.

Die Art gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und wurde 1891 von dem US-amerikanischen Botaniker Benjamin Lincoln Robinson zunächst unter dem Namen Withania melanocystis erstbeschrieben. Im Jahr 1924 überführte der deutsche Botaniker Friedrich August Georg Bitter das Taxon aufgrund seiner blasig heranwachsenden Kelchhülle in die Gattung der Blasenkirschen (Physalis) (in neueren phylogenetischen Studien wird sie mitunter auch in der nahe verwandten Gattung Brachistus oder Witheringia diskutiert, ist aber weithin als Physalis melanocystis etabliert).

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Solanales
  • ∟ Familie Solanaceae
  • ∟ Gattung Physalis (Blasenkirsche)
  • ∟ Art Physalis melanocystis (Schwarzblasen-Blasenkirsche)

Lebendiger Puls

Morphologie

Wuchs und Behaarung

Im Unterschied zu vielen einjährigen, krautigen Vertretern ihrer Gattung wächst Physalis melanocystis als verzweigte, verholzende Pflanze. Ihre Sprossachsen sind mit kurzen, unverzweigten Trichomen (Pflanzenhaaren) besetzt, die entweder waagerecht abstehen oder aufwärts gerichtet anliegen. Die Chromosomenzahl der Art beträgt 2n = 24.

Laubblätter

Die lang gestielten Laubblätter zeigen eine lanzettliche über eiförmig-lanzettliche bis hin zu rhombisch-lanzettlicher Umrissform. An größeren Blättern erreicht die Spreite eine Länge von 4 bis 10 Zentimetern sowie eine Breite von 1,5 bis 5 Zentimetern.

Blütenbüschel

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Art ist die Anordnung und Gestalt ihrer Blüten:

  • Blütenstand: Während viele andere Blasenkirschen Einzelblüten tragen, stehen die Blüten bei Physalis melanocystis meist in achselständigen Büscheln (Faszikeln) zu dritt bis sechst (nur selten einzeln) an 4 bis 10 Millimeter langen Stielen.
  • Krone und Staubblätter: Die 8 bis 10 Millimeter lange Krone misst 12 bis 18 Millimeter im Durchmesser, besitzt einen radförmig ausgebreiteten oder leicht zurückgebogenen Kronsaum mit 3 bis 6 Millimeter langen, dreieckig-eiförmigen Kronlappen sowie undeutlich abgesetzte Saftmale. Die fünf gelben Staubbeutel sind 3 bis 4 Millimeter lang und sitzen auf kurzen, 1 bis 2 Millimeter messenden Staubfäden.

Fruchtkelch und Beere

Während der Fruchtreife verlängern sich die Blütenstiele auf 10 bis 15 Millimeter, und der grüne Blütenkelch wächst stark heran (akreszenter Kelch). Er bildet eine 17 bis 25 Millimeter lange und 15 bis 18 Millimeter breite Hülle, die eine kugelförmige, 10 bis 13 Millimeter große Beere vollständig umschließt.

Interessante Fakten

Gebündelte Blütenkraft und mitwachsende Schutzhülle

In den saisonal trockenen bis feuchten Wäldern von Mexiko bis Costa Rica weicht Physalis melanocystis in mehreren Baumerkmalen vom gewohnten Schema krautiger Blasenkirschen ab. Durch den verholzenden Unterbau muss die Pflanze zu Beginn der Regenzeit nicht erst mühsam ein komplettes Sprosssystem aus dem Boden treiben, sondern kann sofort aus bestehenden Achsen neues Laub und Blüten entfalten.

Besonders aufschlussreich ist das Zusammenspiel von Blütenanordnung und Fruchtentwicklung:

  • Optische Bündelung in den Blattachseln: Da die einzelnen radförmigen Blüten mit 12 bis 18 Millimetern Durchmesser relativ klein sind und nur schwach ausgeprägte Zeichnungen (Male) tragen, bündelt die Pflanze jeweils drei bis sechs Blüten dicht nebeneinander in einer Blattachsel, wodurch für bestäubende Insekten ein deutlich größerer Schauapparat entsteht.
  • Mikroklima im Fruchtkelch: Sobald die Befruchtung abgeschlossen ist, schalten die fünf Kelchblätter auf erneutes Wachstum um und schließen sich zu einer papierartigen, 17 bis 25 Millimeter langen Kammer zusammen, die die reifende Beere vor starker Sonneneinstrahlung, rascher Austrocknung und stechenden Fruchtschädlingen abschirmt.

Verbreitungsgebiet

  • Mexiko
  • Guatemala
  • Honduras
  • Costa Rica

Technische Information

Taxonsynonyme: Withania melanocystis, Physalis porphyrophysa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

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