Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
In den schroffen Kalksteinbergen Zentral- und Ostchinas trotzt ein uraltes Baumjuwel den stürmischen Winden und klammert sich mit mächtigen Wurzeln an nackte Felswände. Dieser geschichtsträchtige Überlebenskünstler liefert seit Jahrhunderten den Rohstoff für die legendärsten Schriftrollen der chinesischen Kunst. Die Rede ist von Pteroceltis tatarinowii, dem einzigen lebenden Vertreter einer urzeitlichen Pflanzengattung.
Sein Holz ist von bemerkenswerter Härte und Widerstandskraft, während seine markanten, geflügelten Früchte im Herbst wie kleine Propeller durch die Bergluft segeln. In europäischen und amerikanischen Arboreten wird der Baum wegen seiner malerischen Wuchsform und seiner elegant abblätternden Rinde geschätzt.
Pteroceltis tatarinowii wächst als sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern und einen Stammdurchmesser von etwa 80 bis 100 Zentimetern erreicht. Seine charakteristische grau-braune Borke blättert im Alter in länglichen Platten ab und gibt dem Stamm ein markantes, gemustertes Aussehen. Die wechselständig angeordneten, eiförmigen Blätter besitzen eine asymmetrische Basis, einen gesägten Rand und eine dreifache Hauptnervatur, die sich netzartig verzweigt.
Die Art ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), was bedeutet, dass sich männliche und weibliche Blüten auf demselben Baum befinden. Die unauffälligen männlichen Blüten stehen in dichten Büscheln in den Blattachseln der vorjährigen Zweige. Die solitären weiblichen Blüten entwickeln sich in den oberen Achseln und weisen einen seitlich abgeflachten Fruchtknoten auf.
Aus den befruchteten Blüten reifen kugelige bis längliche Nussfrüchte heran, die von einem dünnen, fast kreisrunden Flügel umgeben sind. Diese geflügelten Samaras erreichen einen Durchmesser von 1 bis 1,7 Zentimetern und hängen an dünnen Fruchtstielen herab.
März bis Mai
Die wichtigste wirtschaftliche Bedeutung von Pteroceltis tatarinowii liegt in der traditionellen Papierherstellung. Die Bastfasern der Rinde sind der Hauptbestandteil des berühmten Xuan-Papiers, das in China für Kalligrafie und Tuschemalerei wegen seiner Weichheit und extremen Langlebigkeit geschätzt wird.
Als echtes Tertiär-Relikt hat Pteroceltis tatarinowii Jahrmillionen der Erdgeschichte überdauert und existiert heute als einzige verbliebene Art seiner Gattung. Das botanische Artepitheton ehrt den russischen Arzt und Botaniker Alexander von Tatarinow, der im 19. Jahrhundert die chinesische Flora erforschte.
Picrasma
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