Tatarinow-Flügelzeltis (Pteroceltis tatarinowii)

Blauer Sandelholzbaum Qing Tan Flügelzeltis Tatar-Flügelzeltis
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Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Pteroceltis tatarinowii – Der seltene Qing-Tan-Baum

In den schroffen Kalksteinbergen Zentral- und Ostchinas trotzt ein uraltes Baumjuwel den stürmischen Winden und klammert sich mit mächtigen Wurzeln an nackte Felswände. Dieser geschichtsträchtige Überlebenskünstler liefert seit Jahrhunderten den Rohstoff für die legendärsten Schriftrollen der chinesischen Kunst. Die Rede ist von Pteroceltis tatarinowii, dem einzigen lebenden Vertreter einer urzeitlichen Pflanzengattung.

Sein Holz ist von bemerkenswerter Härte und Widerstandskraft, während seine markanten, geflügelten Früchte im Herbst wie kleine Propeller durch die Bergluft segeln. In europäischen und amerikanischen Arboreten wird der Baum wegen seiner malerischen Wuchsform und seiner elegant abblätternden Rinde geschätzt.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • Ordnung Rosales
  • Familie Cannabaceae (Hanfgewächse)
  • Gattung Pteroceltis (Flügelzürgelbaum)
  • Art Pteroceltis tatarinowii (Tatarinow-Flügelzeltis)

Lebendiger Puls

Morphologie

Pteroceltis tatarinowii wächst als sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern und einen Stammdurchmesser von etwa 80 bis 100 Zentimetern erreicht. Seine charakteristische grau-braune Borke blättert im Alter in länglichen Platten ab und gibt dem Stamm ein markantes, gemustertes Aussehen. Die wechselständig angeordneten, eiförmigen Blätter besitzen eine asymmetrische Basis, einen gesägten Rand und eine dreifache Hauptnervatur, die sich netzartig verzweigt.

Die Art ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), was bedeutet, dass sich männliche und weibliche Blüten auf demselben Baum befinden. Die unauffälligen männlichen Blüten stehen in dichten Büscheln in den Blattachseln der vorjährigen Zweige. Die solitären weiblichen Blüten entwickeln sich in den oberen Achseln und weisen einen seitlich abgeflachten Fruchtknoten auf.

Aus den befruchteten Blüten reifen kugelige bis längliche Nussfrüchte heran, die von einem dünnen, fast kreisrunden Flügel umgeben sind. Diese geflügelten Samaras erreichen einen Durchmesser von 1 bis 1,7 Zentimetern und hängen an dünnen Fruchtstielen herab.

Blütezeit

März bis Mai

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Die wichtigste wirtschaftliche Bedeutung von Pteroceltis tatarinowii liegt in der traditionellen Papierherstellung. Die Bastfasern der Rinde sind der Hauptbestandteil des berühmten Xuan-Papiers, das in China für Kalligrafie und Tuschemalerei wegen seiner Weichheit und extremen Langlebigkeit geschätzt wird.

  • Forstwirtschaft und Erosionsschutz: Dank seines tiefreichenden und kräftigen Wurzelsystems eignet sich der Baum hervorragend zur Wiederaufforstung und Bodenstabilisierung in kargen Kalksteingebieten.
  • Holznutzung: Das dichte, harte und pilzresistente Holz wird im Möbelbau, für landwirtschaftliche Geräte und Zeichenbretter verwendet.
  • Ölgewinnung: Aus den ölreichen Samen des Baumes kann wertvolles Pflanzenöl extrahiert werden.
  • Garten- und Landschaftsbau: Wegen seiner Frosthärte und der dekorativen Rinde wird er in gemäßigten Breiten gern als Schatten- und Zierbaum gepflanzt.

Interessante Fakten

Als echtes Tertiär-Relikt hat Pteroceltis tatarinowii Jahrmillionen der Erdgeschichte überdauert und existiert heute als einzige verbliebene Art seiner Gattung. Das botanische Artepitheton ehrt den russischen Arzt und Botaniker Alexander von Tatarinow, der im 19. Jahrhundert die chinesische Flora erforschte.

  • Das Geheimnis des Xuan-Papiers: Da das aus diesem Baum gewonnene Xuan-Papier extrem alterungsbeständig ist, konnten zahlreiche jahrhundertealte chinesische Kunstwerke und Regierungsdokumente bis heute unbeschadet überstehen.
  • Reise nach Amerika: Der berühmte Pflanzenjäger Frank Meyer sammelte 1907 Samen dieses Baumes in China und sandte sie an das US-Landwirtschaftsministerium; einer dieser Samen entwickelte sich zu dem monumentalen Exemplar im Morris Arboretum in Philadelphia.
  • Namensherkunft: Der wissenschaftliche Name Pteroceltis verbindet das griechische Wort pterugion (geflügelt) mit der Gattung Celtis (Zeltbaum) und beschreibt damit treffend die geflügelten Früchte.

Verbreitungsgebiet

  • China

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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