Drüsige Maiglöckchenrebe (Salpichroa glandulosa)

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Salpichroa glandulosa: Drüsiger Nachtschatten aus den Hochanden

Salpichroa glandulosa ist ein buschiger bis kletternder Gebirgsstrauch aus den Hochlagen Perus und Boliviens, dessen Blätter und junge Zweige bei Berührung leicht klebrig wirken. Das lateinische Art-Epitheton glandulosa bedeutet „drüsenreich“ und bezieht sich auf den dichten Besatz mit feinen Drüsenhaaren, die die gesamte Pflanze überziehen und ihr einen charakteristischen Geruch verleihen.

Die Art gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie wurde 1837 von William Jackson Hooker erstmals als Atropa glandulosa wissenschaftlich beschrieben und 1845 von John Miers unter ihrem heute gültigen Namen in die Gattung Salpichroa gestellt.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Solanales
  • ∟ Familie Solanaceae
  • ∟ Gattung Salpichroa
  • ∟ Art Salpichroa glandulosa (Drüsige Maiglöckchenrebe)

Lebendiger Puls

Morphologie

Der Strauch wächst mit reich verzweigten, verholzenden und oft über Felsen kriechenden oder kletternden Sprossen, die im Gebirge dichte Polster oder überhängende Girlanden bilden können. Alle krautigen Teile sind dicht mit kurzen, drüsenköpfigen Haaren bedeckt.

Blätter und Unterarten

Die Laubblätter sind klein bis mittelgroß, gestielt und stehen häufig zu zweit an den verdickten Knoten der Zweige. Innerhalb des Verbreitungsgebietes werden zwei anerkannte Unterarten unterschieden, die sich in Details der Wuchsform und Behaarung gliedern:

  • Die Blattspreiten sind eiförmig bis dreieckig-herzförmig, am Grund oft leicht gestutzt oder abgerundet und fühlen sich durch das drüsige Sekret samtig-klebrig an.
  • Neben der typischen Unterart Salpichroa glandulosa subsp. glandulosa existiert im südlichen Teil des Areals die Unterart Salpichroa glandulosa subsp. weddellii.

Blüten und Früchte

Aus den Blattachseln entspringen einzeln die auffälligen, nickenden bis senkrecht herabhängenden Blüten:

  • Der Kelch ist tief in fünf schmale, lanzettliche Zipfel gespalten und auf der Außenseite dicht mit klebrigen Drüsenhaaren besetzt.
  • Die langgestreckte, zylindrische bis schmal trichterförmige Blumenkrone wird oft vier bis sechs Zentimeter lang, zeigt eine gelblich-grüne bis schwefelgelbe Färbung und besitzt im Inneren am Grund einen wolligen Haarring über der Nektarkammer.
  • Die reife Frucht ist eine länglich-eiförmige, weißliche bis blassgrüne Beere, die vom bleibenden Kelch gestützt wird.

Interessante Fakten

Klebrige Mikrophallen und chemische Abwehr an der Oberfläche

In den kargen, steinigen Schluchten der Hochanden über 3000 Metern Höhe ist frisches, wasserreiches Blattgewebe für pflanzenfressende Insekten und Milben eine begehrte Ressource. Da das Wachstum in dieser kühlen Höhenlage langsam verläuft, schützt Salpichroa glandulosa ihre Blätter und Blütenknospen durch eine doppelte, mechanisch-chemische Verteidigungslinie an der Epidermis.

Die mikroskopischen Drüsentrichome – spezialisierte Haare mit einem sekretbildenden Köpfchen an der Spitze – arbeiten nach einem fein abgestimmten Prinzip:

  • Bei der geringsten Berührung durch die Tarsen kleiner Gliederfüßer platzen oder haften die klebrigen Köpfchen der Drüsenhaare an den Beinen und Mundwerkzeugen der Insekten, wodurch deren Bewegungsfreiheit sofort eingeschränkt wird.
  • Gleichzeitig enthalten die Ausscheidungen und das Blattgewebe von Vertretern der Gattung Salpichroa spezifische Withanolide – komplex aufgebaute Steroidlactone –, die auf Insekten fraßhemmend wirken und deren Larvenentwicklung stören, während die Bestäuber an der langen Kronröhre ungehindert Nektar aufnehmen können.

Verbreitungsgebiet

  • Peru
  • Bolivien

Technische Information

Taxonsynonyme: Salpichroa amoena, Atropa glandulosa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bitterholzbaum

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Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …