Drüsige Maiglöckchenrebe
Salpichroa glandulosa
Klebrig-drüsig behaarter Strauch der Anden in Peru und Bolivien mit langen, hängenden gelblich-grünen Röhrenblüten.
Salpichroa origanifolia ist eine ausdauernde, krautig kletternde oder kriechende Pflanze aus Südamerika, die für ihre zierlichen, weißen Glockenblüten und ihre elfenbeinweißen Beeren bekannt ist. Ihr Art-Epitheton origanifolia bedeutet „oreganoblättrig“ und beschreibt die kleinen, rundlich-eiförmigen Blätter, die im Umriss stark an den echten Dost (Origanum) erinnern.
Die Art gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und wurde ursprünglich von Jean-Baptiste de Lamarck beschrieben, bevor der französische Botaniker Louis Antoine François Baillon (beziehungsweise Albert Thellung in späteren Florenwerken) sie in die Gattung Salpichroa überführte. Im englischen Sprachraum wird sie wegen ihrer Blütenform oft als „Pampas lily-of-the-valley“ (Pampas-Maiglöckchen) und wegen ihrer weißen Früchte als „Cock's-eggs“ bezeichnet.
Salpichroa origanifolia wächst als ausdauernde, rhizomatöse (mit unterirdischen Ausläufern versehene) Staude, deren biegsame, stark verzweigte Stängel Längen von 1,5 bis 3 Metern erreichen. Die vierkantigen, oft charakteristisch im Zickzack verlaufenden Sprossachsen liegen entweder flach auf dem Boden auf oder klimmen stützend über benachbarte Sträucher und Zäune empor.
Die einfachen, ganzrandigen Laubblätter stehen an 5 bis 10 Millimeter langen Stielen und besitzen eine breit elliptische, eiförmige bis fast rundliche Spreite von 10 bis 35 Millimeter Länge. Je nach Alter und Standort sind die Oberflächen fein behaart bis nahezu kahl.
Aus den Blattachseln entspringen einzeln stehende, nickende Blüten sowie später die markanten Früchte:
Die Blütezeit erstreckt sich vorwiegend vom späten Frühjahr über den gesamten Sommer bis in den Herbst (Mai bis Oktober auf der Nordhalbkugel).
In einigen Regionen mit mildem Klima wurde Salpichroa origanifolia ursprünglich als anspruchslose Zierpflanze für Mauern und Zäune gepflanzt, gilt heute jedoch vielerorts als problematisches, invasives Wildkraut (in Tasmanien sind Verkauf und Verbreitung sogar gesetzlich verboten). In ihrer südamerikanischen Heimat, insbesondere in Argentinien, Uruguay und Paraguay, dient die nektarreiche Art während der langen Blütezeit als geschätzte Bienenweide für die Imkerei.
Darüber hinaus sind die vollreifen, weißlichen Beeren essbar und zeichnen sich durch ein süßliches, entfernt an Weintrauben erinnerndes Aroma aus (weshalb sie auf Spanisch auch uvita del campo — „Feldträubchen“ — genannt werden). In Teilen Argentiniens und Paraguays werden die Früchte traditionell zu Konfitüren und süßen Konserven verarbeitet.
Der Erfolg von Salpichroa origanifolia in unterschiedlichsten Klimazonen von Südamerika über das Mittelmeergebiet bis nach Australien beruht auf einer fein abgestimmten Kombination aus vegetativer Zähigkeit und blütenökologischer Präzision. Die vierkantigen, im Zickzack wachsenden Stängel spreizen sich mechanisch im Geäst anderer Pflanzen fest, ohne eigene Ranken ausbilden zu müssen, und bringen ihre Blätter so mit minimalem Materialaufwand ans Sonnenlicht.
Auch unter der Erde und bei der Fortpflanzung greifen die Anpassungen nahtlos ineinander:
Taxonsynonyme: Atropa origanifolia, Atropa rhomboidea, Salpichroa rhomboidea var. pubescens, Salpichroa rhomboidea var. divaricata, Salpichroa rhomboidea, Perizoma rhomboidea, Physalis origanifolia
Salpichroa glandulosa
Klebrig-drüsig behaarter Strauch der Anden in Peru und Bolivien mit langen, hängenden gelblich-grünen Röhrenblüten.
Salpichroa hirsuta
Dicht rauhaariger Strauch aus den Hochanden Perus und Boliviens mit hängenden Röhrenblüten und Schutzkleid gegen …
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Araucaria humboldtensis
Eine kleine, stark gefährdete Araukarien-Art aus den rauen Bergregionen im Süden Neukaledoniens.