Oreganoblättrige Maiglöckchenrebe (Salpichroa origanifolia)

pampas lily-of-the-valley lily of the valley vine Cock's-eggs
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Salpichroa origanifolia: Merkmale, Verbreitung und Ökologie

Salpichroa origanifolia ist eine ausdauernde, krautig kletternde oder kriechende Pflanze aus Südamerika, die für ihre zierlichen, weißen Glockenblüten und ihre elfenbeinweißen Beeren bekannt ist. Ihr Art-Epitheton origanifolia bedeutet „oreganoblättrig“ und beschreibt die kleinen, rundlich-eiförmigen Blätter, die im Umriss stark an den echten Dost (Origanum) erinnern.

Die Art gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und wurde ursprünglich von Jean-Baptiste de Lamarck beschrieben, bevor der französische Botaniker Louis Antoine François Baillon (beziehungsweise Albert Thellung in späteren Florenwerken) sie in die Gattung Salpichroa überführte. Im englischen Sprachraum wird sie wegen ihrer Blütenform oft als „Pampas lily-of-the-valley“ (Pampas-Maiglöckchen) und wegen ihrer weißen Früchte als „Cock's-eggs“ bezeichnet.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ asterids
  • ∟ Ordnung Solanales
  • ∟ Familie Solanaceae
  • ∟ Gattung Salpichroa
  • ∟ Art Salpichroa origanifolia (Oreganoblättrige Maiglöckchenrebe)

Lebendiger Puls

Morphologie

Spross und Wuchsform

Salpichroa origanifolia wächst als ausdauernde, rhizomatöse (mit unterirdischen Ausläufern versehene) Staude, deren biegsame, stark verzweigte Stängel Längen von 1,5 bis 3 Metern erreichen. Die vierkantigen, oft charakteristisch im Zickzack verlaufenden Sprossachsen liegen entweder flach auf dem Boden auf oder klimmen stützend über benachbarte Sträucher und Zäune empor.

Blätter

Die einfachen, ganzrandigen Laubblätter stehen an 5 bis 10 Millimeter langen Stielen und besitzen eine breit elliptische, eiförmige bis fast rundliche Spreite von 10 bis 35 Millimeter Länge. Je nach Alter und Standort sind die Oberflächen fein behaart bis nahezu kahl.

Blüten und Früchte

Aus den Blattachseln entspringen einzeln stehende, nickende Blüten sowie später die markanten Früchte:

  • Blütenhülle: Der kleine Kelch besitzt 2 bis 3 Millimeter lange Zipfel, während die weiße bis creme-grünliche Krone (Corolla) glocken- bis krugförmig (urceolat) verengt ist und eine Länge von 6 bis 15 Millimetern erreicht.
  • Staubblätter: Im Inneren der Kronröhre sitzen fünf Staubblätter mit 1,5 bis 2 Millimeter langen Staubbeuteln (Antheren).
  • Beerenfrucht: Im Herbst reifen eiförmige, 10 bis 20 Millimeter lange Beeren heran, die sich bei Vollreife elfenbeinweiß bis blassgelb färben und zahlreiche kleine Samen enthalten.

Blütezeit

Die Blütezeit erstreckt sich vorwiegend vom späten Frühjahr über den gesamten Sommer bis in den Herbst (Mai bis Oktober auf der Nordhalbkugel).

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

In einigen Regionen mit mildem Klima wurde Salpichroa origanifolia ursprünglich als anspruchslose Zierpflanze für Mauern und Zäune gepflanzt, gilt heute jedoch vielerorts als problematisches, invasives Wildkraut (in Tasmanien sind Verkauf und Verbreitung sogar gesetzlich verboten). In ihrer südamerikanischen Heimat, insbesondere in Argentinien, Uruguay und Paraguay, dient die nektarreiche Art während der langen Blütezeit als geschätzte Bienenweide für die Imkerei.

Darüber hinaus sind die vollreifen, weißlichen Beeren essbar und zeichnen sich durch ein süßliches, entfernt an Weintrauben erinnerndes Aroma aus (weshalb sie auf Spanisch auch uvita del campo — „Feldträubchen“ — genannt werden). In Teilen Argentiniens und Paraguays werden die Früchte traditionell zu Konfitüren und süßen Konserven verarbeitet.

Interessante Fakten

Zweigleisige Ausbreitungsmechanik und Nektarschutz

Der Erfolg von Salpichroa origanifolia in unterschiedlichsten Klimazonen von Südamerika über das Mittelmeergebiet bis nach Australien beruht auf einer fein abgestimmten Kombination aus vegetativer Zähigkeit und blütenökologischer Präzision. Die vierkantigen, im Zickzack wachsenden Stängel spreizen sich mechanisch im Geäst anderer Pflanzen fest, ohne eigene Ranken ausbilden zu müssen, und bringen ihre Blätter so mit minimalem Materialaufwand ans Sonnenlicht.

Auch unter der Erde und bei der Fortpflanzung greifen die Anpassungen nahtlos ineinander:

  • Regenerationsfähiges Rhizomsystem: Das weitreichende unterirdische Geflecht aus Rhizomen speichert Wasser sowie Kohlenhydrate und ist in der Lage, selbst aus kleinsten abgebrochenen Wurzelfragmenten im Frühjahr bis Spätsommer wieder vollständig neue Pflanzen aufzubauen.
  • Krugblüte und Signalbeere: Die hängende, am Eingang leicht verengte krugförmige Krone bewahrt den Nektar vor dem Verdunsten in trocken-warmen Sommerwinden und gibt ihn gezielt an bestäubende Bienen ab, während die später reifenden, wachsartig weißen Beeren sich optisch scharf vom dunklen Laub abheben und samenverbreitende Tiere anlocken.

Verbreitungsgebiet

  • Argentinien
  • Bolivien
  • Brasilien
  • Chile
  • Peru
  • Paraguay
  • Uruguay
  • Mexiko
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Spanien
  • Frankreich
  • Vereinigtes Königreich
  • Kroatien
  • Italien
  • Portugal
  • Algerien
  • Ägypten
  • Marokko
  • Tunesien
  • Georgien
  • Australien

Technische Information

Taxonsynonyme: Atropa origanifolia, Atropa rhomboidea, Salpichroa rhomboidea var. pubescens, Salpichroa rhomboidea var. divaricata, Salpichroa rhomboidea, Perizoma rhomboidea, Physalis origanifolia

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Bitterholzbaum

Bitterholzbaum

Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …