Abessinische Sarcoca (Sarcoca abyssinica)

Endod Afrikanische Seifenbeere Abessinische Kermesbeere
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Sarcoca abyssinica (Endod): Merkmale, Giftigkeit und Anwendung

Weite Teile des tropischen und südlichen Afrikas sowie Madagaskar bilden den natürlichen Lebensraum dieses ausladend wachsenden Strauchs. Mit ihren kletternden und rankenden Trieben überwuchert die Pflanze oft benachbarte Vegetation oder felsige Untergründe.

In den lokalen afrikanischen Kulturen hat sie sich durch ihre bemerkenswerten biochemischen Eigenschaften einen festen Platz erobert. Sie wächst wild und breitet sich rasch in geeigneten Habitaten aus.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • Superasterids
  • Ordnung Caryophyllales
  • Familie Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse)
  • Gattung Sarcoca (Fleischige Kermesbeere)
  • Art Sarcoca abyssinica (Abessinische Sarcoca)

Lebendiger Puls

Morphologie

Das Wachstumsmuster ist hochgradig variabel und reicht von einem dichten, buschigen Strauch bis hin zu einer lianenartigen Kletterpflanze. Die wechselständig angeordneten Blätter sind meist eiförmig bis elliptisch und besitzen eine glatte, leicht fleischige Textur.

In den Blattachseln oder an den Triebenden bilden sich traubige Blütenstände mit unscheinbaren, grünlich-weißen Einzelblüten. Daraus entwickeln sich im fortgeschrittenen Stadium fleischige, rote bis orangefarbene Beeren, die in dichten Fruchtständen zusammenstehen.

Anwendungen

Die Früchte enthalten eine extrem hohe Konzentration an pflanzlichen Saponinen und schäumen in Verbindung mit Wasser stark auf. Aus diesem Grund werden sie traditionell als natürliches, schäumendes Waschmittel für Textilien genutzt.

In der medizinischen Forschung erlangte die Pflanze große Bekanntheit, da die wässrigen Extrakte der Beeren stark molluskizid wirken. Sie werden zur lokalen Bekämpfung von Süßwasserschnecken eingesetzt, welche die gefährliche Schistosomiasis übertragen.

Interessante Fakten

Die schneckenabtötende Wirkung der Beeren wurde rein zufällig von Forschern in Äthiopien entdeckt. Sie beobachteten an Gewässern, dass stromabwärts von Plätzen, an denen Kleidung mit diesen Früchten gewaschen wurde, signifikant weniger Wasserschnecken lebten.

Trotz ihres immensen Nutzens sind fast alle Teile der Pflanze, insbesondere die reifen Beeren und dicken Wurzeln, für den Menschen und viele Tiere stark giftig. Ein direkter Verzehr führt zu schweren toxischen Reaktionen und Magenbeschwerden.

Verbreitungsgebiet

  • Äthiopien
  • Kenia
  • Südafrika
  • Madagaskar

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO)
  • World Flora Online (WFO)
  • Tropicos

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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