Zweihäusige Sarcoca (Sarcoca dioica)

Ombú Elefantenbaum Zweihäusige Kermesbeere
Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Sarcoca dioica (Ombú): Botanik, Wuchs und Eigenschaften

Mitten in den weiten, extrem baumlosen Ebenen Südamerikas erhebt sich diese imposante Pflanze wie ein riesiger grüner Schirm. Ursprünglich in Ländern wie Argentinien und Uruguay beheimatet, prägt sie als einer der wenigen natürlichen Schattenspender das Landschaftsbild der Pampa entscheidend.

Trotz ihrer massiven, baumartigen Ausmaße besitzt sie ein bemerkenswert weiches, schwammiges Gewebe. Dieses Gewebe kann riesige Mengen an Wasser über lange Zeiträume in ihrem Inneren speichern.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • Superasterids
  • Ordnung Caryophyllales
  • Familie Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse)
  • Gattung Sarcoca (Fleischige Kermesbeere)
  • Art Sarcoca dioica (Zweihäusige Sarcoca)

Lebendiger Puls

Morphologie

Der gewaltige Stamm verbreitert sich an der Basis extrem und geht fließend in ein ausgedehntes, stark oberflächliches Wurzelsystem über. Die Rinde ist relativ glatt und verbirgt ein ungewöhnlich sukkulentes Inneres ohne echte Jahresringe.

An den massiven Zweigen sitzen einfache, eiförmige bis elliptische Blätter, die eine immergrüne, stark verdichtete Krone bilden. Die Art wächst zweihäusig getrenntgeschlechtig, weshalb männliche und weibliche Blüten in langen Trauben stets an unterschiedlichen Exemplaren erscheinen.

Blütezeit

Frühling bis Frühsommer

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

In ihren Heimatregionen dient die ausladende und sehr dichte Krone vor allem als unersetzlicher Schattenspender für Mensch und Tier in der heißen Steppe. Das feuerresistente, stark wasserhaltige Gewebe macht die Art zudem zu einem natürlichen Schutzwall gegen gefürchtete Flächenbrände.

In klimatisch geeigneten, frostfreien Regionen wird das Gewächs gelegentlich als eindrucksvolle Solitärpflanze in großen Parks gepflanzt. Als klassisches Nutzholz ist das Pflanzenmaterial jedoch völlig unbrauchbar.

Interessante Fakten

Aufgrund des extrem weichen, krautigen Stammes wird das Gewächs in der Botanik oft eher als gigantische Staude denn als echter Baum klassifiziert. Das weiche Holz ist derart porös und feucht, dass es sich weder als Brennmaterial noch als Bauholz eignet.

Darüber hinaus enthalten die Blätter, Beeren und Wurzeln toxische Verbindungen. Diese Inhaltsstoffe bieten der Pflanze in der freien Natur einen hervorragenden Schutz vor gefräßigen Insekten und großen Pflanzenfressern.

Verbreitungsgebiet

  • Argentinien
  • Brasilien
  • Uruguay
  • Paraguay

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO)
  • World Flora Online (WFO)

Technische Information

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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