Rundblütige Kermesbeere (Phytolacca cyclopetala)

Silhouette: T. Michael Keesey / Lizenz

Phytolacca cyclopetala: Merkmale und Taxonomie der Art aus Äthiopien

Phytolacca cyclopetala ist ein spreizklimmender Strauch aus den Hochlagen Zentraläthiopiens, der durch seine namensgebenden Blütenorgane auffällt. Das Art-Epitheton cyclopetala leitet sich von den griechischen Wörtern für „Kreis“ und „Blütenblatt“ ab und beschreibt die auffallend rundlichen Blütenhüllblätter dieses Gebirgsgewächses.

Das Taxon gehört zur Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae) und wurde im Jahr 1909 vom deutschen Botaniker Hans Paul Heinrich Walter in Adolf Englers Werk Das Pflanzenreich erstbeschrieben. In modernen Referenzdatenbanken wie Plants of the World Online (POWO) wird Phytolacca cyclopetala heute als heterotypisches Synonym von Phytolacca dodecandra geführt, während andere Verzeichnisse das Taxon noch gesondert auflisten.

Taxonomie

  • ∟ царство Plantae
  • ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • ∟ Angiosperms
  • ∟ mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • ∟ eudicots
  • ∟ core eudicots
  • ∟ Superasterids
  • ∟ Ordnung Caryophyllales
  • ∟ Familie Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse)
  • ∟ Gattung Phytolacca (Kermesbeere)
  • ∟ Art Phytolacca cyclopetala (Rundblütige Kermesbeere)

Lebendiger Puls

Morphologie

In ihrem Erscheinungsbild zeigt die Pflanze den typischen Habitus afrikanischer Kletter-Kermesbeeren mit langen, biegsamen und im Alter verholzenden Sprossachsen. Die Pflanze wächst meist an lichten Gehölzrändern und nutzt Nachbarsträucher als Stütze.

Blätter und Spross

  • Die wechselständigen Blätter sitzen an schlanken Blattstielen und besitzen eine glatte, eiförmig-elliptische Blattspreite.
  • Die Blattränder sind ganzrandig und völlig ungeteilt, wobei die Blattnerven auf der Unterseite leicht hervortreten.

Blütenmerkmale

Die diagnostischen Merkmale, auf die Hans Walter seine Beschreibung stützte, liegen im Feinbau der traubigen Blütenstände (Racemi).

  • Die kleinen Blüten stehen an schlanken Blütenstielen, die an ihrer Basis von schmalen Tragblättern (Brakteen) begleitet werden.
  • Im Gegensatz zu den oft länglich-elliptischen Hüllblättern typischer Vertreter zeichnen sich die fünf Blütenhüllblätter (Tepalen) dieser Form durch einen nahezu kreisrunden Umriss aus.

Interessante Fakten

Die wissenschaftliche Geschichte von Phytolacca cyclopetala gibt einen spannenden Einblick in die Formenvielfalt der Pflanzenwelt des äthiopischen Hochlands.

Plastizität der Blütengestalt im Gebirge

Als Hans Walter zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Herbarbelege der gesamten Familie der Kermesbeerengewächse für seine Weltmonographie untersuchte, fiel ihm ein Exemplar aus Zentraläthiopien durch seine kreisrunden Blütenhüllblätter sofort ins Auge. Erst spätere Feldforschungen mit hunderten Vergleichspflanzen aus ganz Ostafrika zeigten, wie flexibel diese Gattung auf unterschiedliche Höhenlagen und Mikroklimata reagiert.

  • In den stark gegliederten Gebirgstälern Äthiopiens, wo sich sonnige Hänge und feuchte Schluchten auf engstem Raum abwechseln, variieren die Breite der Blütenhüllblätter und die Behaarung der Blütenstandsachse fließend.
  • Breitere, rundliche Hüllblätter schützen die jungen Staubblätter und Fruchtblätter im Knospenstadium wie passgenaue Kuppeln vor den starken Temperaturschwankungen und der intensiven Höhensonne des Hochlands.

Diese nahtlose Abstimmung zwischen Blütengeometrie und Gebirgsklima zeigt, wie flexibel eine Pflanzenart ihre Organe an lokale Umweltbedingungen anpassen kann, ohne ihre grundlegende Bauplan-Harmonie zu verlieren.

Verbreitungsgebiet

  • Äthiopien

Quellen

  • Plants of the World Online (POWO): Phytolacca cyclopetala H.Walter (Synonym of Phytolacca dodecandra L'Hér.) — Royal Botanic Gardens, Kew.
  • World Flora Online (WFO): Phytolacca cyclopetala H.Walter.
  • Tropicos.org: Missouri Botanical Garden — Phytolacca cyclopetala H.Walter (Das Pflanzenreich IV. 83, Heft 39: 42, 1909).
  • Global Biodiversity Information Facility (GBIF): Phytolacca cyclopetala H.Walter.

Technische Information

Taxonsynonyme: Sarcoca cyclopetala

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Siehe auch

Beeren-Kermesbeere

Beeren-Kermesbeere

Phytolacca acinosa

Kräftige Staude aus Ostasien mit aufrechten weißen Blütentrauben und glänzenden, brombeerartigen Sammelfrüchten, die traditionell als …