Zwanzigmännige Abweichende Kermesbeere
Eine seltene, auf Jamaika heimische Varietät der tropischen Kermesbeere mit charakteristischen morphologischen Abweichungen.
Phytolacca icosandra, im Deutschen als Tropische Kermesbeere bekannt, ist eine stattliche, bis zu drei Meter hohe Staude aus den warmen Regionen Mittel- und Südamerikas sowie der Karibik. Ihr wissenschaftlicher Artname icosandra stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „mit zwanzig Staubblättern“, was auf die ungewöhnlich hohe Anzahl männlicher Blütenorgane in ihren zarten Blüten hinweist.
Die Art gehört zur Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae) und wurde bereits 1759 von Carl von Linné in der zehnten Auflage seines Werkes Systema Naturae wissenschaftlich erstbeschrieben. Der Gattungsname verbindet das griechische Wort phyton (Pflanze) mit dem neulateinischen lacca (Lack oder roter Farbstoff) und spielt auf den intensiv färbenden Beerensaft an.
Die ausdauernde Pflanze bildet kräftige, oft leicht verholzende Stängel an der Basis und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3 Metern. Auffällig sind die kräftig rot bis purpurfarben überlaufenen Blattstiele und Mittelrippen, die sich deutlich vom satten Grün der Blattspreiten abheben.
Die Blüten stehen dicht gedrängt in aufrechten, zylindrischen Trauben von 10 bis 15 Zentimetern Länge, wobei die Einzelblüten sehr kurz gestielt oder fast sitzend sind. Jede Blüte misst 5 bis 10 Millimeter im Durchmesser und besitzt weißliche, grünliche oder rötlich überhauchte Blütenhüllblätter.
In den Neotropen blüht und fruchtet die Art nahezu ganzjährig, in subtropischen Randgebieten vorwiegend von Mai bis Oktober.
Obwohl alle Teile von Phytolacca icosandra stark giftig sind, werden die reifen Früchte in der traditionellen Volksmedizin Lateinamerikas äußerlich zur Behandlung von Hautpilzen wie der Scherpilzflechte eingesetzt. Zudem dient die Pflanze als Ausgangsstoff für traditionelle Kräuterpräparate gegen Hautinfektionen.
Aufgrund des hohen Gehalts an schäumenden Saponinen (natürlichen, seifenähnlichen Glykosiden) wurden die zerdrückten Beeren und Wurzeln in ländlichen Gebieten Kolumbiens und Mittelamerikas früher als Seifenersatz zum Waschen von Kleidung genutzt. In den lokalen Namen wie Jaboncillo („kleine Seife“) hat sich diese haushaltspraktische Verwendung bis heute sprachlich erhalten.
Als rasch wachsende Staude an offenen Waldrändern und auf Lichtungen der Neotropen müsste Phytolacca icosandra mit ihren großen, saftigen Blättern eigentlich ein leichtes Ziel für pflanzenfressende Säugetiere und Insekten sein. Dass ihr Laub dennoch meist unversehrt bleibt, verdankt sie einer kombinierten mechanisch-chemischen Abwehranlage in ihren Geweben.
Bereits 1864 dokumentierte der englische Anatom George Gulliver die außergewöhnliche Dichte dieser Kristallbündel in den roten Blattstielen und Blattrippen der Art. Mechanische Perforation und chemische Reizwirkung greifen hier wie ein präzises Zweikomponenten-System ineinander, sodass Weidetiere die Pflanze schon nach dem ersten Kontakt dauerhaft meiden.
Eine seltene, auf Jamaika heimische Varietät der tropischen Kermesbeere mit charakteristischen morphologischen Abweichungen.
Die nominotypische Varietät der Tropischen Kermesbeere aus der Familie Phytolaccaceae, gekennzeichnet durch rötliche Stängel, dichte Blütentrauben mit zahlreichen Staubblättern und …
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