Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Phytolacca icosandra var. icosandra ist eine kräftige, oft leicht verholzende Staude aus den Bergwäldern, Waldrändern und Lichtungen des tropischen Amerikas von Mexiko über die Karibik bis nach Südamerika. Sie zeichnet sich durch saftige, rötlich überlaufene Stängel, lange aufrechte Blütentrauben und tiefschwarze Früchte aus; das aus dem Griechischen stammende Art-Epitheton icosandra bedeutet „mit zwanzig Staubblättern“ und beschreibt die ungewöhnlich hohe Anzahl männlicher Blütenorgane.
Das Taxon gehört zur Familie der Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse) und bildet die nominotypische Varietät (Autonym) der 1759 von Carl von Linné beschriebenen Art Phytolacca icosandra. Im Jahr 2023 wiesen die Botaniker Y. Ramírez-Amezcua und V. Steinmann nach, dass auch die zeitweise als eigene Gattung geführten Taxa Nowickea glabra und Nowickea xolocotzii als Synonyme direkt zu dieser Varietät gehören.
Die Pflanze wächst als reich verzweigtes, ausdauerndes Kraut oder Halbstrauch von 1 bis 3 Metern Höhe und entspringt einer kräftigen, fleischigen Pfahlwurzel. Die kahlen bis fein drüsig-flaumigen Stängel sind oft intensiv purpurrot oder magentafarben gefärbt und im Inneren markig aufgebaut.
In den Tropen nahezu ganzjährig, mit Hauptblütezeit von Mai bis November
Aufgrund ihres Gehalts an giftigen Triterpensaponinen (Phytolaccatoxin) in Wurzeln, Stängeln und Samen wird Phytolacca icosandra var. icosandra nicht als Nahrungspflanze kultiviert, fand jedoch in der traditionellen ländlichen Wirtschaft Mittel- und Südamerikas gezielte Verwendung. Der tiefrote bis violettschwarze Saft der reifen Beeren diente historisch als natürlicher Pflanzenfarbstoff zum Färben von Wolle, Baumwolle und Korbwaren sowie als einfache Tinte.
Darüber hinaus wurden die saponinreichen, unreifen Früchte und Wurzelstücke in einigen Regionen der Anden und Mittelamerikas als Waschmittelersatz genutzt, da sie beim Zerreiben in Wasser stark schäumen und Schmutz lösen. In der traditionellen Volksmedizin wurden stark verdünnte Auszüge äußerlich bei Hautleiden eingesetzt, wovon heute wegen der hohen Toxizität jedoch abgeraten wird.
Während die meisten Blütenpflanzen ihre bunten Farben mit Hilfe von Anthocyanen erzeugen, nutzt Phytolacca icosandra var. icosandra als Mitglied der Ordnung Caryophyllales eine eigene biochemische Stoffklasse: die stickstoffhaltigen Betalaine. Diese Pigmente verleihen den Stängeln, Blütenhüllblättern und reifen Früchten ihre leuchtend purpurrote bis tiefschwarze Färbung.
Durch diese gezielte Kombination aus optischem Signal (Betalaine) und chemischem Filter (Saponine) schließt die Pflanze Samenräuber aus und gewinnt gleichzeitig genau jene gefiederten Partner, die ihre Samen unbeschädigt über weite Distanzen transportieren.
Taxonsynonyme: Phytolacca altamiranii, Phytolacca octandra var. angustifolia, Phytolacca acuminata, Phytolacca polystigma, Phytolacca sessiliflora, Phytolacca macrostachya, Phytolacca triquetra, Nowickea xolocotzii, Phytolacca erubescens, Phytolacca malabarica, Phytolacca nova-hispania, Phytolacca longespica, Phytolacca purpurascens, Nowickea glabra, Phytolacca venezuelensis, Phytolacca icosandra var. sessiliflora
Picrasma
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