Amerikanische Kermesbeere
Phytolacca americana
Die Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana) ist eine imposante, aber stark giftige Staude aus Nordamerika, die …
Phytolacca latbenia ist eine kräftige, krautige Staude aus den feuchten Bergtälern und Waldrändern des Himalayas sowie Ostasiens, die durch ihre kerzenartig aufrechten Blütenstände und tief purpurschwarzen Beeren auffällt. Ihr ungewöhnliches Art-Epitheton latbenia geht direkt auf einen lokalen nepalesischen Volksnamen zurück, unter dem die Pflanze in ihrer Gebirgsheimat bekannt war.
Ursprünglich wurde das Taxon 1802 von Francis Buchanan-Hamilton als Pircunia latbenia beschrieben und später von Hans Walter in die Gattung Phytolacca überführt. In der modernen Systematik nach Plants of the World Online (POWO) gilt der Name heute als historisches Synonym von Phytolacca acinosa.
Die Pflanze wächst als ausdauernde, buschige Staude mit dicken, fleischigen Stängeln, die je nach Standort eine Höhe von 1 bis 2 Metern erreichen. Unterirdisch überdauert sie den Gebirgswinter mithilfe eines kräftigen, rübenartig verdickten Wurzelstocks.
Im Gegensatz zu einigen amerikanischen Verwandten mit überhängenden Fruchtständen bleiben die dichten, zylindrischen Trauben bei diesem Taxon vom Aufblühen bis zur vollen Fruchtreife straff aufrecht. Die einzelnen Blüten sind radiärsymmetrisch gebaut und besitzen eine einfache Blütenhülle (Perigon — ein Blütenblattkreis ohne Trennung in Kelch und Krone).
Die Blütezeit erstreckt sich im späten Frühjahr und Sommer von Mai bis August, gefolgt von der Fruchtreife im Herbst.
In den ländlichen Regionen des Himalayas und Ostasiens werden die ganz jungen, noch zarten Frühjahrstriebe traditionell nach gründlichem Abkochen und Abgießen des Kochwassers als Blattgemüse verzehrt. Durch die Hitzebehandlung werden wasserlösliche Bitter- und Reizstoffe reduziert, während ältere Pflanzenteile und rohe Wurzeln aufgrund ihrer hohen Konzentration an Triterpensaponinen (seifenartigen Pflanzenstoffen mit starker Schleimhautwirkung) strikt gemieden werden.
Darüber hinaus spielt der dunkelviolette Saft der reifen Beeren in der regionalen Alltagskultur eine Rolle als natürlicher Farbstoff für Wolle und Papier. In der traditionellen asiatischen Kräuterkunde werden standardisierte Wurzelzubereitungen äußerlich sowie als stark entwässerndes Mittel eingesetzt, wobei die Dosierung wegen der ausgeprägten Toxizität großes Fachwissen erfordert.
Während viele Stauden ihre Samen durch den Wind verbreiten, setzt Phytolacca latbenia auf eine präzise abgestimmte Partnerschaft mit fruchtfressenden Vögeln (Ornithochorie — Samenausbreitung durch Vögel). Die mechanische Festigkeit der Stängel und der Blütenstandsachsen ist exakt darauf ausgelegt, die schweren Fruchtkolben frei über das umgebende Blattwerk hinauszuhalten.
Diese optische Signalwirkung ist zeitlich genau mit der Aushärtung der linsenförmigen, schwarzen Samenschale synchronisiert. Erst wenn der Embryo im Inneren durch eine säurefeste Hülle vor den Verdauungsenzymen des Vogeldarms geschützt ist, wird das Fruchtfleisch weich, zuckerreich und für die gefiederten Verbreiter attraktiv.
Taxonsynonyme: Pircunia latbenia, Sarcoca latbenia
Phytolacca americana
Die Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana) ist eine imposante, aber stark giftige Staude aus Nordamerika, die …
Phytolacca dioica
Die Zweihäusige Kermesbeere (Phytolacca dioica), auch Ombubaum genannt, ist eine mächtige, baumförmige Pflanze aus der …
Phytolacca acinosa
Kräftige Staude aus Ostasien mit aufrechten weißen Blütentrauben und glänzenden, brombeerartigen Sammelfrüchten, die traditionell als …
Phytolacca icosandra
Hochwachsende, stark giftige Staude aus den Neotropen mit rötlichen Blattstielen, aufrechten Blütentrauben und glänzend schwarzen …