Amerikanische Kermesbeere
Phytolacca americana
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Unter den endemischen Pflanzen der Hawaii-Inseln nimmt Phytolacca sandwicensis einen besonderen Platz ein. Diese seltene Art ist in feuchten Wäldern und offenen Flächen von Kauaʻi, Oʻahu, Molokaʻi, Maui und Hawaii beheimatet. Lokale Gemeinschaften bezeichnen sie traditionell als pōpolo kū mai oder einfach als pōpolo.
Obwohl das Erscheinungsbild der wuchtigen Beeren an manche Nachtschattengewächse erinnert, gehört die Pflanze zur Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae). In der freien Natur wächst sie bevorzugt auf vulkanischen Ascheböden oder organischen, gut durchlässigen Böden. Ihr breiter, bodennaher Wuchs macht sie zu einem faszinierenden Element der lokalen Flora.
Phytolacca sandwicensis wächst als krautige Pflanze, die eine Höhe von etwa einem Meter und eine beträchtliche Breite von bis zu drei Metern erreichen kann. Die dunkelgrünen, eiförmigen Blätter sind entweder völlig kahl (glabrat) oder leicht flaumig behaart (puberulent). Ihr kräftiges Wurzelsystem verankert sie tief im feuchten Untergrund.
Die Blütezeit zeichnet sich durch lange Blütenstände aus, die als Ähren oder Trauben erscheinen. Die Blütenfarbe variiert von Dunkelrosa über Hellrosa bis hin zu reinem Weiß. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich fleischige, dunkelviolette Beeren, die in dichten Fruchtständen angeordnet sind.
In der hawaiianischen Kultur spielten die Beeren eine bedeutende Rolle bei der Gewinnung von Farbstoffen. Durch das Zerquetschen der reifen Früchte stellten die Ureinwohner einen intensiv dunkelvioletten Saft her, der für Tätowierungen verwendet wurde. Heute wird die Art aufgrund ihres flachen Wuchses gelegentlich für landschaftsgestalterische Zwecke in Hawaii in Betracht gezogen.
Diese Pflanze produziert hochwirksame Triterpene, darunter das Alkaloid Phytolaccin, das für Säugetiere und Menschen hochgradig giftig ist. Der Verzehr führt zu schweren Magen-Darm-Beschwerden und beeinträchtigt das Nervensystem sowie die Bildung roter Blutkörperchen.
Erstaunlicherweise können Vögel die Beeren unbeschadet fressen, da die harte Samenschale bei der Verdauung intakt bleibt und somit keine Giftstoffe freigesetzt werden. Dieser Mechanismus sichert die Verbreitung der Samen in den hawaiianischen Urwäldern. Zudem ist bekannt, dass sich die Art in Regionen, in denen beide Arten vorkommen, mit der eingeführten Phytolacca octandra kreuzen kann.
Taxonsynonyme: Phytolacca brachystachys
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