Echtes Bitterholz (Quassia amara)

Brasilianischer Quassiabaum Quassiabaum Quassiaholzbaum Bitterquassia Bitterholz Fliegenholz
#1D3212
#636337
#2A2E11
#4C6938
#33511E

Bitterholzbaum (Quassia amara) – Merkmale & Anwendung

In den schattigen Tiefen der neotropischen Regenwälder Südamerikas verbirgt sich ein Gehölz, dessen extrem bitterer Geschmack ihm weltweiten Ruhm eingebracht hat. Die als Quassia amara bekannte Pflanzenart verdankt ihren Namen dem surinamischen Heiler Graman Quassi, der im 18. Jahrhundert die fiebersenkende Wirkung dieses Baumes entdeckte.

Mit seinen leuchtend roten Blüten zieht der immergrüne Strauch im feuchten Unterholz zahlreiche Kolibris zur Bestäubung an. Heute wird Quassia amara sowohl in der traditionellen Medizin als auch als natürliches Insektizid im ökologischen Landbau geschätzt.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • malvids
  • Ordnung Sapindales
  • Familie Simaroubaceae (Bittereschengewächse)
  • Gattung Quassia (Quassiabaum)
  • Art Quassia amara (Echtes Bitterholz)

Lebendiger Puls

Botanische Illustration

Botanische Illustration
Фото: BioDivLibrary / Лицензия: Public Domain Mark

Morphologie

Quassia amara wächst als kleiner, langsam wachsender Strauch oder Baum, der Wuchshöhen von meist zwei bis sechs Metern erreicht. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert und tragen meist drei bis fünf dunkelgrüne Fiederblättchen. Ein markantes Erkennungsmerkmal ist die deutlich geflügelte, oft rötlich gefärbte Blattrhachis.

Die Blütenstände präsentieren sich als endständige, rote Trauben von bis zu 30 Zentimetern Länge. Folgende Merkmale zeichnen die auffälligen Blüten und Früchte aus:

  • Blüten: Die röhrenförmigen Blüten sind außen leuchtend rot und innen weiß gefärbt, wobei die fünf Kronblätter meist geschlossen bleiben.
  • Staubblätter: Aus der Blüte ragen zehn lange Staubfäden auffällig hervor.
  • Früchte: Nach der Bestäubung bilden sich Steinfrucht-Gruppen aus bis zu fünf eiförmigen Einzelfrüchten, die sich bei Reife von Rot nach Schwarz verfärben.

Blütezeit

In ihrer mittel- und südamerikanischen Heimat blüht die Pflanze hauptsächlich zwischen Oktober und April.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Anwendungen

Das Holz von Quassia amara enthält den extrem bitteren Wirkstoff Quassin, der vielseitig genutzt wird. In der Lebensmittelindustrie dient der Extrakt der Rinde als Bitterungsmittel für Getränke wie Magenbitter oder als Hopfenersatz beim Bierbrauen.

In der Medizin und Landwirtschaft finden sich folgende wichtige Anwendungen:

  • Medizinische Nutzung: Traditionell wird der wässrige Auszug als Magenmittel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden sowie als Mittel gegen Malaria eingesetzt.
  • Pflanzenschutz: Im ökologischen Landbau wird ein Absud aus Holzspänen als wirksames Kontaktinsektizid gegen Blattläuse, Sägewespen und Kartoffelkäfer gespritzt.
  • Parasitenbekämpfung: Äußerlich angewendet hilft der Extrakt bei der Bekämpfung von Haarparasiten wie Läusen und Flöhen.

Interessante Fakten

Hinter der Entdeckung von Quassia amara steht eine faszinierende historische Geschichte. Der Heiler Graman Quassi, ein ehemals versklavter Mann in Suriname, gab sein Wissen über die fiebersenkende Wirkung der Pflanze an europäische Forscher weiter, woraufhin Carl von Linné die Gattung nach ihm benannte.

Darüber hinaus weist die Pflanze einige bemerkenswerte biochemische Eigenschaften auf:

  • Extreme Bitterkeit: Der enthaltene Wirkstoff Quassin gehört zu den bittersten bekannten Naturstoffen überhaupt. Bereits winzige Holzmengen reichen aus, um große Mengen Wasser intensiv bitter schmecken zu lassen.
  • Hummel- und Kolibribestäubung: Die leuchtend roten Blüten sind perfekt an die Bestäubung durch Kolibris angepasst, die vom Nektar angelockt werden.
  • Biologische Schädlingsbekämpfung: Das aus dem Holz gewonnene Insektizid greift das Chitin der Insektenlarven an, schont jedoch nützliche Insekten und Fische.

Verbreitungsgebiet

  • Costa Rica
  • Nicaragua
  • Panama
  • Brasilien
  • Peru
  • Venezuela
  • Suriname
  • Kolumbien
  • Französisch-Guayana
  • Guyana
  • Trinidad und Tobago

Natürliche Varietäten

Technische Information

Taxonsynonyme: Picraena amara

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

Смотрите также

Indische Quassia

Indische Quassia

Quassia indica

Ein immergrüner tropischer Baum Asiens und Madagaskars, bekannt für seine extrem bitteren Inhaltsstoffe und medizinische …

Blutrote Quassia

Blutrote Quassia

Quassia sanguinea

Eine seltene, im Unterholz tropischer Regenwälder Westafrikas heimische Baumart aus der Familie der Bittereschengewächse.

Bitterholzbaum

Bitterholzbaum

Picrasma

Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …