Echter Kakaobaum (Theobroma cacao)

Kakaobaum Kakaopflanze Schokoladenbaum
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Kakaobaum (Theobroma cacao) – Herkunft, Botanik & Pflege

Schon vor Jahrtausenden schätzten die Maya und Azteken die bitteren, belebenden Tränke aus den Samen des Kakaobaums als wertvolles Geschenk der Götter. Heute wächst die wärmeliebende Pflanze in den feuchten Regenwäldern rund um den Äquator und bildet die Grundlage für die weltweite Schokoladenproduktion.

Unter dem dichten Kronendach tropischer Riesen entfaltet der Kakaobaum seine ungewöhnlichen Blüten direkt am Stamm. Diese besondere Wuchsform, auch Kauliflorie genannt, ermöglicht die Bestäubung durch winzige Mücken und kündigt die Entstehung der farbenprächtigen Früchte an.

Taxonomie

  • царство Plantae
  • Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
  • Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
  • Angiosperms
  • mesangiosperms (Mesangiospermen)
  • eudicots
  • Superrosids
  • rosids
  • malvids
  • Ordnung Malvales
  • Familie Malvaceae
  • Unterfamilie Byttnerioideae
  • Gattung Theobroma (Kakaobäume)
  • Art Theobroma cacao (Echter Kakaobaum)

Lebendiger Puls

Botanische Illustration

Botanische Illustration
Фото: BioDivLibrary / Лицензия: Public Domain Mark

Morphologie

In seiner natürlichen Umgebung wächst der Kakaobaum als immergrünes Gewächs im Unterholz und kann Höhen von bis zu 15 Metern erreichen. Kultivierte Exemplare werden auf Plantagen jedoch meist auf etwa vier Meter gestutzt, um die Ernte zu erleichtern.

Die Blätter des Baumes sind glatt, ledrig und können bis zu 35 Zentimeter lang werden. Sie weisen eine ausgeprägte gefiederte Nervatur auf und färben sich im jungen Stadium oft rötlich, bevor sie ihr tiefes Grün annehmen.

Die wichtigsten morphologischen Merkmale umfassen:

  • Blütenstand: Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten wachsen direkt am Stamm (Kauliflorie) oder an starken Ästen (Ramiflorie). Sie sind fast geruchlos und schimmern rötlich bis gelb-weiß.
  • Bestäubung: Da die Blüten sehr klein sind, werden sie nicht von Bienen, sondern von winzigen Gallmücken der Gattungen Forcipomyia und Euprojoannisia bestäubt.
  • Früchte: Bei den Früchten handelt es sich um eiförmige Panzerbeeren von 15 bis 20 Zentimetern Länge. Ihre dicke, gefurchte Schale färbt sich bei der Reife gelb, orange oder leuchtend rot.
  • Samen: Jede Frucht enthält 20 bis 60 flache, braune Kakaobohnen. Diese liegen eingebettet in einem weichen, süß-säuerlichen Fruchtfleisch, der sogenannten Kakaopulpe.

Blütezeit

Der Kakaobaum blüht und trägt das ganze Jahr über kontinuierlich Blüten.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Name
Dez

Pflegeparameter

Licht

Hell und warm, aber vor direkter Sonne geschützt; benötigt ausreichend Schatten.

Bewässerung

Gleichmäßig feucht halten; Staunässe vermeiden; verträgt keine längeren Trockenperioden.

Temperatur

Konstant warm zwischen 20 °C und 30 °C; verträgt keine Temperaturen unter 16 °C.

Luftfeuchtigkeit

Sehr hoch, idealerweise über 70 %; regelmäßiges Besprühen der Blätter wird empfohlen.

Toxizität

Die Pflanzenteile sind ungiftig, aber die Samen enthalten Theobromin, das für Haustiere hochgiftig ist.

Anwendungen

Die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Kakaobaums basiert fast ausschließlich auf der Nutzung seiner wertvollen Samen. Aus den fermentierten und gerösteten Kakaobohnen entsteht Kakaomasse, die als Hauptzutat für Schokolade dient.

Neben der Genussmittelindustrie findet die Pflanze in verschiedenen Bereichen Anwendung:

  • Kulinarik: Kakaopulver verfeinert Süßspeisen und Getränke, während in Südamerika auch der frische, süße Saft der Kakaopulpe getrunken wird.
  • Medizin und Gesundheit: Die enthaltenen Flavonoide wirken antioxidativ und können nachweislich zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Der Inhaltsstoff Theobromin hat zudem eine anregende Wirkung auf das Nervensystem.
  • Kosmetik: Die aus den Samen gepresste Kakaobutter schmilzt bei Körpertemperatur und wird wegen ihrer pflegenden Eigenschaften in Lippenbalsamen und Hautcremes geschätzt.

Interessante Fakten

Die Kakaobohne war in Mesoamerika so wertvoll, dass die Azteken sie als offizielles Zahlungsmittel nutzten. Ein einfaches Gewand kostete damals etwa 80 bis 100 Kakaobohnen, und in abgelegenen Regionen wie Yucatán blieb dieser Tauschwert als Kleingeld sogar bis 1840 erhalten.

Zudem ranken sich faszinierende historische Meilensteine um das begehrte Gut:

  • Speise der Götter: Der Botaniker Carl von Linné gab der Pflanze den Namen Theobroma, was übersetzt „Götterspeise“ bedeutet.
  • Spanisches Staatsgeheimnis: Nach der Einführung des Kakaos durch die spanischen Konquistadoren hielt Spanien die Rezeptur des heißen Schokoladengetränks fast ein ganzes Jahrhundert lang vor dem Rest Europas geheim.
  • Weltweites Genomprojekt: Um Krankheiten zu bekämpfen und den Anbau zu verbessern, entschlüsselten Forscher im Jahr 2010 rund 92 % des Erbguts der Pflanze und machten die Daten lizenzfrei zugänglich.
  • Größte Genbank: Die International Cocoa Genebank auf Trinidad beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung genetischen Materials des Kakaobaums.

Sorten und Kultivare

Bei der Kultivierung des Kakaobaums wird zwischen verschiedenen Hauptgruppen und deren Hybriden unterschieden. Die verschiedenen Sorten bestimmen maßgeblich das Aroma und den Charakter der fertigen Schokolade.

Die bekanntesten Varietäten sind:

  • Criollo: Gilt als der edelste Kakao mit feinen Aromen, ist jedoch sehr empfindlich gegenüber Schädlingen und Krankheiten.
  • Forastero: Eine äußerst robuste und ertragreiche Sorte, die fast 80 % des weltweiten Kakaoanbaus ausmacht.
  • Trinitario: Ein im 18. Jahrhundert entstandener Hybrid aus Criollo und Forastero, der die feine Qualität des Criollo mit der Widerstandsfähigkeit des Forastero kombiniert.

Verbreitungsgebiet

  • Elfenbeinküste
  • Ghana
  • Indonesien
  • Brasilien
  • Ecuador
  • Mexiko
  • Venezuela
  • Peru

Natürliche Varietäten

Sorten und Hybriden

Technische Information

Taxonsynonyme: Theobroma pentagonum, Cacao minus, Cacao sativa

Externe Datenbanken: GBIF, POWO, Tropicos

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