Götterbaum als Brennholz: Heizwert & Götterbaum-Holz richtig verbrennen
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Götterbaum als Brennholz nutzen: Brenneigenschaften, Heizwert und Verwertung

Foto: Kristine Green • Lizenz: CC-BY

Der gewaltige Zuwachs des invasiven Götterbaums in mitteleuropäischen Wäldern führt bei Durchforstungen regelmäßig zu großen Mengen an Anfallholz. Viele Kaminbesitzer stehen vor der Frage, ob sich das schnellwüchsige Holz als Brennstoff für die heimische Heizsaison eignet.

Entgegen weit verbreiteter Vorurteile besitzt das Holz von Ailanthus altissima hervorragende energetische Eigenschaften. Bei richtiger Aufbereitung und Trocknung erweist sich das Material als eine leistungsstarke Alternative zu heimischen Harthölzern.

Holzeigenschaften von Ailanthus altissima im Überblick

Das Holz des Götterbaums zeichnet sich durch eine mittlere bis hohe Dichte aus, die im getrockneten Zustand mit der von Eschen- oder Ahornholz vergleichbar ist. Die Holzstruktur ist grobfaserig, was das Verbrennungsverhalten maßgeblich beeinflusst.

Frisch geschlagenes Holz weist einen hohen Feuchtigkeitsgehalt auf, da der Baum Wasser in großen Mengen speichert. Dieser Umstand macht eine strukturierte Trocknungsphase unumgänglich, bevor das Scheitholz im Ofen genutzt wird.

  • Rohdichte: Im darren Zustand erreicht das Holz Werte zwischen 560 und 640 kg/m³.
  • Heizwert: Mit rund 4,1 kWh/kg liegt die Energieausbeute auf dem Niveau von Birkenholz.
  • Spaltbarkeit: Im saftfrischen Zustand lässt sich der Stamm sehr leicht spalten.
  • Glutbildung: Die Scheite brennen gleichmäßig ab und hinterlassen eine stabile Glut.
  • Harzgehalt: Das Holz enthält kaum Harzkanäle, was den Funkenflug stark minimiert.

Der Heizwert im Vergleich zu klassischen Brennholzarten

Beim Vergleich der Energieausbeute überrascht Götterbaumholz viele Verbraucher durch seine hohe Wärmeleistung. Pro Raummeter liefert gut getrocknetes Scheitholz nahezu identische Wärmemengen wie Buchen- oder Eichenholz.

Durch das rasche Wachstum bildet der Baum breite Jahresringe aus, wodurch das Holz im Vergleich zu langsam gewachsener Eiche etwas schneller abbrennt. Dennoch sorgt die feste Zellstruktur für eine langanhaltende Wärmeabgabe.

Heizwert im Vergleich (kWh / Raummeter)Götterbaum2.100 kWhBuche2.100 kWhEiche2.100 kWhBirke1.900 kWhFichte1.500 kWh

Die Gegenüberstellung verdeutlicht, dass die energetische Verwertung von Götterbaumholz energetisch äußerst sinnvoll ist. Wer das Holz kostenfrei oder günstig bezieht, gewinnt einen vollwertigen Ersatz für teure Hartholzarten.

Aufbereitung, Trocknung und Lagerung von Götterbaumholz

Für einen optimalen Abbrand ist der richtige Zeitpunkt der Aufbereitung entscheidend. Frisches Holz sollte unmittelbar nach dem Einschlag auf die gewünschte Scheitlänge gesägt und sofort gespalten werden.

„Das zügige Spalten im saftfrischen Zustand mindert den Kraftaufwand erheblich und beschleunigt das Entweichen der Feuchtigkeit aus den Zellstrukturen.“

Nach dem Spalten benötigt das Holz einen sonnigen und winddurchströmten Lagerplatz mit ausreichendem Bodenabstand. Unter idealen Bedingungen sinkt die Restfeuchte innerhalb von 12 bis 18 Monaten auf unter 20 Prozent.

Eine Abdeckung der Holzstapel gegen Regen ist zwingend erforderlich, da das grobporige Holz Feuchtigkeit ansonsten schnell wieder aufnimmt. Unabgedeckte Stapel neigen in feuchten Mikroklimata zu schneller Stockung und Pilzbefall.

Die Überprüfung der Restfeuchte mit einem Holzfeuchtemesser an einer frisch gespaltenen Innenfläche stellt sicher, dass das Material verrennfertig ist. Ein Restfeuchtegehalt von 15 bis 18 Prozent verspricht die beste Energieeffizienz.

Sicherer Abbrand im Kaminofen: Rinde, Rauchentwicklung und Geruch

Die Rinde des Götterbaums enthält spezifische Bitterstoffe und ätherische Substanzen, die bei unvollständiger Verbrennung Gerüche entwickeln können. Ein starker Schornsteinzug und ausreichend Primärluft verhindern eine Rauchbelästigung effektiv.

Bei empfindlichen Personen kann der Staub beim Sägen und Spalten der Rinde Hautreizungen auslösen. Das Tragen von Schutzhandschuhen und einer Staubmaske wird bei den Aufbereitungsarbeiten empfohlen.

  1. Frisch spalten: Das Holz direkt nach dem Fällen im saftigen Zustand verarbeiten.
  2. Rinde beobachten: Dicke Rindenstücke bei sensiblen Öfen vor dem Einlegen entfernen.
  3. Gut durchlüften: Den Stapel an einem windigen Ort mindestens ein Jahr lagern.
  4. Luftzufuhr steuern: Beim Anfeuern für reichlich Sauerstoff sorgen, um Ruß zu vermeiden.
  5. Glut nutzen: Götterbaumscheite auf ein bestehendes Glutbett legen.

Ökologische Aspekte der Verwertung des invasiven Baumes

Die energetische Verwertung von Ailanthus altissima verbindet nützliche Wärmegewinnung mit aktiver Neophyten-Kontrolle. Da die Art heimische Baumarten verdrängt, ist die Entnahme aus Wäldern ökologisch ausdrücklich erwünscht.

Durch die konsequente Nutzung von Götterbaum als Brennholz wird wertvolles Bau- und Brennholz heimischer Arten geschont. So leistet die thermische Nutzung dieses thermophilen Baumes einen nachhaltigen Beitrag zur lokalen Brennholzversorgung.

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