Die leuchtenden Flügelfrüchte des Götterbaums (Ailanthus altissima) ziehen im Spätsommer oft aufmerksame Blicke auf sich. Wer sich jedoch fragt, ob Früchte vom Götterbaum essbar sind, sollte vorsichtig sein: Sämtliche Pflanzenteile gelten als giftig und sind für den Verzehr absolut ungeeignet.
Biochemische Zusammensetzung: Die Giftstoffe der Ailanthus-Früchte
Der Götterbaum enthält in seinen Samen, der Rinde und den Blättern eine hohe Konzentration an sogenannten Bitterstoffen aus der Gruppe der Quassinoide. Der primäre Wirkstoff Ailanthon verleiht den Früchten nicht nur einen extrem bitteren Geschmack, sondern wirkt zudem zytotoxisch und stark reizend auf menschliche Schleimhäute.
Neben Ailanthon befinden sich in den Samaras auch verschiedene Saponine sowie ätherische Harze. Diese Kombination dient dem Baum in der Natur als effektiver Schutzmechanismus gegen Fraßfeinde, stellt für den Menschen jedoch eine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung dar.
- Ailanthon: Zytotoxisches Quassinoid mit starker Reizwirkung auf Magen und Darm.
- Bitterharze: Verursachen einen anhaltenden, unangenehmen Geschmack und Speichelfluss.
- Saponine: Können die Schleimhäute angreifen und Übelkeit auslösen.
Aufgrund der vielschichtigen chemischen Verbindungen entfalten die Früchte bereits bei der Aufnahme kleiner Mengen eine spürbare Wirkung im Verdauungstrakt. Selbst das Kauen einzelner Samen führt rasch zu Reizungen im Mundraum.
Besonders empfindliche Personen reagieren nicht nur auf den oralen Verzehr, sondern auch auf den intensiven Pflanzensaft der unreifen Samaras.
Symptome einer Vergiftung und gesundheitliche Folgen
Sollten Samen oder Teile der Flügelfrüchte dennoch verschluckt werden, stellen sich meist innerhalb kurzer Zeit charakteristische Beschwerden ein. Der Körper versucht, die bitteren Toxinverbindungen umgehend über den Magen-Darm-Trakt auszuscheiden.
Pflanzensoziologische Untersuchungen belegen, dass Ailanthon nicht nur als natürliches Herbizid im Boden wirkt, sondern auch im menschlichen Organismus ausgeprägte Reizreaktionen hervorruft.
Typische Anzeichen einer versehentlichen Aufnahme reichen von krampfartigen Bauchschmerzen bis hin zu starker Übelkeit und Erbrechen. In schwerwiegenderen Fällen können Kreislaufbeschwerden sowie ein spürbarer Blutdruckabfall auftreten.
Darüber hinaus kann der direkte Hautkontakt beim Pflücken der Fruchtstände bei sensibilisierten Menschen eine Kontaktallergie auslösen. Dies äußert sich in Rötungen, Juckreiz und leichten Schwellungen an den Händen.
Verwechslung mit essbaren oder harmlosen Baumsamen
Im Herbst werden die geflügelten Nüsschen des Götterbaums häufig mit den Früchten heimischer Baumarten verwechselt. Insbesondere Laien verwechseln Ailanthus altissima gelegentlich mit der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) oder verschiedenen Ahornarten.
Während Ahorn-Propeller und Eschensamen botanisch völlig anders aufgebaut sind und keine vergleichbaren Quassinoide enthalten, befindet sich der Samen beim Götterbaum exakt in der Mitte des länglichen Flügelblatts. Dieses Merkmal erleichtert die eindeutige Bestimmung im Feld.
- Samenposition prüfen: Beim Götterbaum liegt der Samen mittig im leicht gedrehten Flügel.
- Geruchstest beachten: Das Zerreiben der Blätter und Früchte setzt einen charakteristischen, leicht bitteren Geruch frei.
- Schutzkleidung nutzen: Beim Berühren der Fruchtstände stets Handschuhe tragen, um Hautreizungen vorzubeugen.
Wer im eigenen Garten oder im öffentlichen Raum auf Fruchtstände des Götterbaums trifft, sollte Kinder und Haustiere konsequent von den Bäumen fernhalten. Ein achtsamer Umgang verhindert versehentliche Vergiftungsfälle zuverlässig.